15.12.2020 (Peter Marwan)
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Bis zu 71,6 TByte Deep-Storage auf Blu-Ray-Medien

  • Inhalt dieses Artikels
  • Vorteile der Archivierung auf Blu-Ray-Medien
  • Einsatzbereiche für optische Datenträger
  • Auch Facebook nutzt Blu-Ray-Archivsysteme
  • Preise der HMP3560-Jukebox

Die optische Jukebox HMP 3560 von HIT wird in Deutschland über Incom Storage vertrieben (Bild: Incom).Die HMP 3560 von HIT wird in Deutschland über Incom vertrieben (Bild: Incom)HIT Storage hat sein Angebot an optischen Archivspeichern um das Library-Modell HMP 3560 erweitert. Es handelt sich dabei um ein zuverlässiges Nearline- oder Offline-Massenspeichersystem, in dem als Datenträger Blu-ray-Medien mit 100 oder 128 GByte zum Einsatz kommen. Sie sind in Magazinen zu jeweils 35 zusammengefasst. Ziel sind Szenarien, in denen eine langfristige und energieeffiziente Datenhaltung angestrebt wird.

Die HMP 3560, der Neuzugang in dem in Deutschland vom Bonner Distributor Incom vertriebenen Portfolio, zeichnet sich durch einen internen Drucker aus, mit dem sich einzelne Medien eindeutig beschriften lassen. Zur Verlagerung ins Archiv können die 35er-Magazine von einer Robotik in einem gesonderten Bereich abgelegt werden. Damit die Daten dort vor Unbefugten geschützt sind, lässt sich der Zugriff durch einen Fingerabdrucksensor und eine Zahlencode-Tastatur absichern.

Von der Speicherkapazität her rangiert die HMP 3560 im oberen Bereich der bisher angebotenen Speicherboxen. Sie hat eine Disc-Kapazität von 560 Stück, die in 16 Magazinen untergebracht sind. Je nach Speicherkapazität der Medien (100 oder 128 GByte) kommt die HMP 3560 auf eine Gesamtkapazität von 56 respektive 71,6 TByte. Das größte Modell der Reihe, die HMS 5175, bietet sogar bis zu 224 TByte, das kleinste, in dem ein 35er-Magazin untergebracht ist, fängt bei 4,4 TByte an.

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Vorteile der Archivierung auf Blu-Ray-Medien

Als Vorteile der Speicherung und Archivierung auf einer Blu-ray Disc nennt der Hersteller vor allem deren lange Haltbarkeit von über 50 Jahren und sogar bis zu 100 Jahren, die im Vergleich zu Tape schnelleren Zugriffszeiten und die gegenüber HDDs höhere Energieeffizienz und geringere Abwärme. Der Hersteller verweist in Bezug auf den Energiebedarf auf eine Panasonic-Studie, die eine Reduktion um bis zu 40 Prozent schon bei einer Teilauslagerung der Daten auf Blu-Ray belegt. Diese Zahlen stammen aber schon von 2008. Angesichts der rasanten Entwicklung jedweder Art von Festplatten wären hier für einen Vergleich neuere Zahlen wünschenswert.

Dass der Strombedarf grundsätzlich geringer ist, dürfte jedoch unbestritten sein. Schließlich treten die für den Zugriff auf selten genutzte Daten gedachten WORM-Speichersysteme nur dann in Aktion, wenn tatsächlich ein Datenzugriff erfolgt. Der kann dann jedoch schnell vonstattengehen: Die HMP 3560 verfügt über 12 Laufwerke, die durchschnittliche Disc-Load-Time gibt der Hersteller mit weniger als sechs Sekunden an. Der Netzwerkzugriff erfolgt via Ethernet.

Einsatzbereiche für optische Datenträger

Das Modell HMP 3560 mit internem Drucker und durch Fingerprintsensoren geschützten Ausgabebereich hat der Hersteller auf die Anforderung eines Kunden im Audio- und Video-Bereich entwickelt. Sie stößt laut Vertriebspartner Incom Storage aber generell bei Kunden auf großes Interesse, die Projektdaten zusätzlich sichern oder abgeschlossene Projektdaten ganz offline nehmen möchten.

Dazu zählen etwa großen Architektur- und Ingenieurbüros, Universitäten und Forschungseinrichtungen oder auch Krankenhäuser. Die schätzen einerseits, dass die auf den WORM-Datenträgern gesicherten Daten vor Veränderung und Angriffen von Malware geschützt sind. Andererseits ist in all diesen Umgebungen auch die lange Haltbarkeit der Blu-Ray-Discs von bis zu 100 Jahren ein wichtiges Kriterium, müssen dadurch die archivierten Daten doch aller Voraussicht nach nie mehr migriert werden, um sie über diesen Zeitraum zu erhalten.

Auch Facebook nutzt Blu-Ray-Archivsysteme

Schließlich kommt hier zum Tragen, dass durch entnehmbare Magazine und eine Software mit Offline-Management das Archiv theoretisch auch endlos wachsen kann. Zu den prominentesten Kunden gehört seit 2014 Facebook. Schließlich können die Medien notfalls auch mit allen handelsüblichen Blu-Ray-Laufwerken ausgelesen werden, wodurch sich die Abhängigkeit vom Hersteller verringert.

HIT Storage ging 2000 aus der Übernahme der in Nürnberg angesiedelten und zusammen mit Zeiss betriebenen Archiv-Aktivitäten von Grundig hervor. Die damals übernommene Library-Produktpalette wird seit 2007 im chinesischen Suzhou weiterentwickelt. Deutsche Ingenieure sind jedoch nach wie vor daran beteiligt.

Preise der HMP3560-Jukebox

Zu Preisen halten sich die Anbieter bedeckt. Unsere Anfragen blieben bis dato unbeantwortet.

Für ein 5er-Set an bedruckbaren 100-GByte-Rohlingen sind zwischen rund 9 und 12 Euro netto zu veranschlagen. In Vollbestückung kommt man bei der HMP 3560 mit 560 Stück auf rund 1.000 bis 1.300 Euro an reinen Medienkosten, je nach Verhandlungsgeschick.

Messen lassen muss sich die Blu-Ray-Lösung beispielsweise mit dem Silent Brick WORM von FAST LTA. Mit zirka 70 TByte belaufen sich die wechselbaren Festplatten-Systeme auf 35.000 bis 40.000 Euro, je nach Konfiguration.

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