Datenrettung 2011: iPhone, Blackberry und Co. kommen

Deutlich häufiger als bisher gab es bei CBL auch Datenrettungsaufträge von Privatanwendern. »Auch Unternehmen, für die wir sonst eher RAID-Daten oder Bandspeicher rekonstruieren, kommen immer häufiger mit iPhone, Blackberry und Co. zu uns«, erläutert Wolf. »Datensicherung, zum Beispiel über Cloud-Anwendungen, scheint bei geschäftlich genutzten Mobil-Geräten noch nicht Standard zu sein.«
Noch kein Trend zu ausfallenden SSDs
CBL rechnet damit, dass sich der Trend bei den Mobil-Geräten noch verstärken wird. Darüber hinaus erwarten die Datenretter, dass 2012 der bisher ausgebliebene Anstieg bei den Solid-State-Drives (SSD) in der Datenrettung beginnen wird. Die durch die Flutkatastrophe in Thailand massiv gestiegenen und weiter steigenden Festplattenpreise würden dafür sorgen, dass die Flash-Speicher zunehmend auch als Ersatz von Notebook- und PC-Festplatten zum Einsatz kommen.
Bisher wurden SSD eher zur Beschleunigung und als Zwischenspeicher in Servern verwendet und nicht wie Festplatten als dauerhafter Speicher. Mit einem schwindenden Preisabstand würden SSDs »alltäglicher« und damit, trotz ihrer höheren Ausfallsicherheit, häufiger ihren Weg in ein Datenrettungslabor finden.
Immer wieder: die Unzulänglichkeiten des Alltags
Noch keine Schadensfälle mit SSDs finden sich denn auch in der alljährlichen Hitliste von Kroll Ontrack. Hier sind es eher die Unzulänglichkeiten des Alltags – wie falsche Festplatte zum Löschen ausgewählt – sowie tragische Verkettungen von Umständen, die sowohl die System- als auch die Backup-Festplatte beschädigten.
Auch der Datenrettungsrückblick von Attingo kann von Vorfällen aus dem letzten Jahr berichten, die das wahre Leben schrieb. So wurde ein Datenlogger, der die Daten einer Versuchssprengung aufzeichnen sollte, doch tatsächlich zu nahe an der Sprengung angebracht. Bezeichnend auch die beste Absicht eines Fernsehteams, brandneue 3-TByte-Festplatten für Videoaufnahmen zu verwenden – Problem war nur, dass das System die neue Platte wie eine 2-TByte-Disk behandelte, und frisch aufgezeichnete Videos wieder überschrieb.