24.02.2011 (kfr) Drucken
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Im Interview: Fujitsu

Virtualisierungsmaßnahmen erhöhen den Anspruch an die Datensicherung, auch im Mitttelstand. Wir sprachen mit Robert Guzek, Produkt Marketing Manager Eternus, CoE Storage und Networks bei Fujitsu, über die aktuellen Speicherprobleme mittelständischer Unternehmen und über entsprechende Lösungsmöglichkeiten. 

Welche Probleme tauchen derzeit im Speicherumfeld mittelständischer Unternehmen auf und wie kann man ihnen begegnen?

Robert Guzek
Guzek: In den letzten Jahren wurden viele virtualisierte Umgebungen installiert, die die Speicheranforderungen ändern. Jetzt sieht sich auch der Mittelstand höheren Anforderungen an Verfügbarkeit, Bandbreite und Kapazität externer Plattenspeicher gegenüber. Funktionen wie Snapshots, Cloning oder Remote-Replikation können hier Abhilfe schaffen, da sie sich von einer virtuellen Ebene außerhalb des Subsystems aus verfügbar machen lassen. Wichtig ist es, festzulegen, wo diese Funktionen etabliert sein sollen. Stehen sie zum Beispiel im Speichersubsystem bereit, verringert sich die Serverbelastung, was wiederum in besserer Performance resultiert.

Wie sollte eine Speicherlösung aussehen, die auch mit kommenden Leistungsansprüchen umgehen kann?

Guzek: Zunächst sind redundante Komponenten wichtig für die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit. Hotswapfähige RAID-Controller, Lüfter und Netzteile gehören dazu. Ebenfalls unentbehrlich sind ein Cache-Protector mit wartungsfreier Kondensatortechnologie und die Funktion »Redundant Copy«. Dadurch erfolgt ein automatischer Rebuild auf einer Festplatte im Falle einer Störung. In unseren Produkten steckt zudem ein so genannter Data-Block-Guard, der jedem Datenblock Prüfcodes zufügt und diese an mehreren Prüfpunkten verifiziert. Darüber hinaus sollte eine RAID-Migration ohne Unterbrechung des Betriebs unterstützt werden, ebenso der simultane Einsatz unterschiedlicher Medien – SAS-, Nearline-SAS-, SATA-Festplattenlaufwerke sowie Enterprise-SSDs.

In den Eternus-DX-Arrays der Einstiegsklasse ist eine Software integriert, die Verwaltung und Wartung vereinfachen soll. Damit können die Speichersysteme über eine zentrale Konsole überwacht werden. Diese verwaltet auch die Snapshots und gespiegelte Volumes. Darüber hinaus ist es möglich, mittels Fernspiegelung die Daten zwischen zwei Eternus-Systemen zu transferieren und somit redundant vorzuhalten.

Wie sinnvoll ist eine Zentralisierung des Speichers?

Guzek: Es sprechen durchaus wirtschaftliche Gründe für eine Zentralisierung des Speichers. Hier kann der Anwender Einsparungen in Bezug auf Bedienung, Support, die Ausbildung der Mitarbeiter und die Konsolidierung der Storage-Umgebung erreichen. Auch bei der Anschaffung von Hardware können sich Kostenvorteile ergeben. Die Datensicherung und Datensicherheit profitieren ebenso von einem Zentralspeicher. In virtuellen Umgebungen kommen weitere Vorteile hinzu. Im Besonderen sind die Datensicherung und das Wiederherstellen mit leistungsfähigen und funktionalen Speichersubsystemen für virtualisierte Umgebungen zu nennen.

Wo lassen sich iSCSI-Systeme einsetzen?

Guzek: iSCSI lässt sich überall dort gut einsetzen, wo die Anforderungen an Bandbreite, Sicherheit und Verfügbarkeit damit in ausreichendem Maße erfüllt werden. Außerdem ist iSCSI dort sinnvoll, wo sowohl Block- als auch File-Zugriffe in einem preiswerten Subsystem realisiert werden sollen.

In welchen Szenarien ist ein FC-SAN bzw. ein NAS-System empfehlenswert?

Guzek: Fibre-Channel-SANs sind nach wie vor dort angebracht, wo blockbasierte Datenverarbeitung geschieht. Datenbanken und andere Anwendungen, die hohe I/O-Raten und kleine Blockgrößen benötigen, sind mit einem solchen Netzwerk optimal bedient. Ein NAS-System hingegen eignet sich beispielsweise als Einstiegsspeicher. Hier geht es darum, filebasierte Daten und große Mengen unstrukturierter Daten für verteilte Zugriffe vorzuhalten. Diese Geräte verfügen meist auch über ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind einfach zu bedienen.

Worauf muss der Mittelstand generell bei der Umsetzung seiner Backups achten?

Guzek: Es gelten dieselben Grundsätze wie im Enterprise-Bereich: das Backup automatisieren, einen Recovery-Standort wählen und gut geschulte Mitarbeiter haben. Zudem sollte aus Sicherheitsgründen der Zugang zu den Backup-Daten räumlich wie auch personell eingeschränkt sein. Ein Datenverlust kann sowohl im Mittelstand als auch im Enterprise-Umfeld verheerende Folgen für das Unternehmen haben.

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