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Die passende Speicherarchitektur für Exchange 2010

Seit Exchange Server 2010 hat sich Microsoft beim Storage-Subsystem für seine Mailing-Plattform wieder dem Modell des »Direct Attached Storage« zugewendet. Zudem verspricht sich das Unternehmen vom Einsatz der SSDs keine allzu großen Vorteile für die verschiedenen Exchange-Server-Rollen.

Highend-Storage wie der Filer »FAS6280« verfügt ab September 2011 serienmäßig über Flash-SSD-Technologie. Quelle: Netapp
Highend-Storage wie der Filer »FAS6280« verfügt ab September 2011 serienmäßig über Flash-SSD-Technologie. Quelle: Netapp
Die Fokussierung auf das DAS-Konzept (Direct-Attached-Storage) beim »Exchange Server 2010« bedeutet allerdings nicht, dass Unternehmen ihre bestehenden und gut funktionierenden Speichernetzwerke ausrangieren sollen. Diese Feststellung stammt vom Tony Redmond, einem unabhängigen Experten und »Exchange-Veteran«. Er sieht darin eine zusätzliche Option für den Einsatz von Exchange in den Unternehmen, denn die IT-Verantwortlichen haben damit eine zusätzliche und vor allem günstige Möglichkeit, um die Speicherkosten für ihre Exchange-Umgebung zu reduzieren. Zudem dürfe man die bisher getätigten Investitionen in sein Storage Area Network (SAN) nicht einfach komplett abschreiben.

Das Thema effizienter Betrieb von Exchange wird auch ein wichtiger Aspekt auf der »The Experts Conference 2011« (TEC 2011) sein, die in der Zeit vom 17. bis zum 19. Oktober in Frankfurt (im Intercontinental Hotel) stattfindet. Tony Redmond wird hier im seiner Keynote noch weitere wertvolle Tipps geben, etwa wie die Integration von Exchange mit den zugehörigen Cloud-Angeboten zu  nutzen ist.

Das Thema SSD-Speicher für Exchange sieht Redmond noch sehr gemischt: »Diese Speichermedien sind zwar sehr schnell, aber immer noch zu teuer«. Er hat noch keine relevanten Ergebnisse gesehen, die besagen, dass Unternehmen einen großen Vorteil aus dem Einsatz von SSDs auf ihren Exchange-Server-Systemen ziehen könnten.

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SSD-Einsatz für Exchange noch nicht offiziell empfohlen

 Die offiziellen Aussagen von Microsoft geben die derzeitige Richtung vor: »Exchange 2010 Postfachserver benötigen keine Solid-State-Disks (SSDs)« – so lauten zumindest die aktuellen »Best Practices«. Doch die SSD-Technik entwickelt sich rapide weiter – daher gilt es, diese Aussage genauer zu analysieren. Dabei sind vor allem die verschiedenen Server-Typen von Exchange zu berücksichtigen: Postfachserver mit vielen »Random I/O Zyklen« haben andere Anforderungen als Server, bei denen umfangreiche Transaktionsprotokolle (also »sequentielle Write-Operationen«) geschrieben werden. Des Weiteren sprechen auch andere Faktoren für den Einsatz von SSDs, allen voran die robustere Bauweise der Systeme, die keine rotierenden Teile verwenden.

Zunächst unterliegen die Solid State Disks (SSDs) vom Prinzip her der bestimmenden Halbleiter-Gesetzmäßigkeit: »Moores Law« schlägt zu, sprich: Die Miniaturisierung der Strukturbreiten führt dazu, dass sich alle 24 Monate die Komplexität und somit bei Flash-Speichern die Kapazität verdoppelt, und das bei in etwa gleich bleibenden Kosten für die Herstellung der Komponenten.

Speziell zum Thema SSD und Exchange Server 2010 gibt es im Bereich »Understanding Storage Configuration« in den Hilfedateien zu Exchange 2010 Servicepack 1 die Aussage, dass zumindest aus Performance-Gründen ein SSD-basiertes Speichersubsystem nicht erforderlich ist.

Wer sich die technischen Eigenschaften von SSDs ansieht, der wird feststellen, dass der Datendurchsatz bei SSDs extrem schwankt: Lesezugriffe auf die SSD sind extrem schnell – für ein Laufwerk aus der Consumer-Reihe wie die »SSD Now 100 V+« mit 256 GByte gibt der Hersteller Kingston Technology einen Lesedurchsatz von 230 MByte/s an. Derartige Raten werden jedoch beim Schreiben nicht erzielt. Bei zusammenhängenden, sequentiellen Schreibzugriffen liegen die Wert zwar noch recht gut (bei 180 MByte/s so Kingston für das beschriebene Laufwerk), doch bei den »Random I/O«-Aktionen geht die Performance in den Keller. Bei derartigen Zugriffen lässt sich oft kaum ein besserer Durchsatz erzielen als bei herkömmlichen Festplatten mit SATA- oder SAS-Schnittstellen.

Für einen typischen Postfachserver mit Exchange Server 2010, der etwa bei 40 Prozent seiner Massenspeicherzugriffe derartige Random I/O-Zugriffe ausführt (wenn er auf die Postfach-Datenbanken zugreift), bezahlt man dann einen hohen zusätzlichen Preis – der sich dann unter Umständen nicht wie erwartet in einer höheren Performance auszahlen wird.

Wer dagegen in seiner Exchange-Umgebung auf bestimmten Systemen einen hohen Anteil von sequentiellen Schreibvorgängen zu vermelden hat, wie das zum Beispiel bei einem Server der Fall sein, kann, der sehr umfangreiche Transaktions-Protokolle mitschreibt, der hat dagegen weitaus bessere Karten, um einen deutlich messbaren Vorteil in Bezug auf die Schreibleistung zu bekommen.