23.11.2006 (eh) Drucken

Kunden verlangen den 24x7-Stunden-Zugang

Ursprünglich waren Banken und Finanzdienstleister die klassische Kundschaft für Hochverfügbarkeitssysteme. Das ist vorbei. Ständige Datenverfügbarkeit ist in immer mehr Unternehmen und Branchen überlebensnotwendig. Die Industrie ist auf dem Weg zur einer »Realtime«-Wirtschaft.

von Engelbert Hörmannsdorfer

 Zum Vergrößern anklicken!  Downtime-Kosten nach Branchen
»Finanzdienstleister haben besonders hohe Anforderungen an ihre Speicherumgebung, das hat u.a. mit der Natur ihres Geschäfts zu tun«, erläutert Frank Giebel, Business Development ILM, Storage Group bei Sun Microsystems. »Das fängt bei E-Banking an, geht über Basel II, IFRS und sonstige Regularien bis hin zu Investmentgeschäften, die schon seit geraumer Zeit nur noch online getätigt werden.« Die Anforderungen dieser Branche an Speicherumgebung und Skalierbarkeit seien seiner Meinung nach enorm: »Dies gilt nicht nur für den Primär- und Sekundärspeicherbereich, sondern vermehrt auch für die (revisionssicheren) Archive. Nicht umsonst werden sowohl das Datenwachstum als auch Speicher- und Sicherungsmaßnahmen von IDC und Gartner in der Finanzbranche extrem hoch eingestuft.«

Die Finanzbranche als Vorreiter

»Die Kunden aus dem Finanzbereich von Hitachi Data Systems haben mit Wachstumsraten zwischen 20 und 50 Prozent zu kämpfen – zum Teil sogar darüber hinaus«, berichtet Matthias Rabeneck, Marketing Director bei der deutschen HDS-Niederlassung. »Gleichzeitig sehen sich Unternehmen aus diesem Bereich auch einem sehr hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die IT muss also die Geschäftsprozesse optimal unterstützen.«

Dazu kommt, dass »Finanzdienstleister immer strengere gesetzliche Auflagen erfüllen müssen«, berichtet Britta Kliewe, Marketing Manager Financial Services Industry bei HP. »So erfordert zum Beispiel Basel II die Reduzierung der betrieblichen Risiken. Hier spielt die IT-Stabilität und -Verfügbarkeit eine immens wichtige Rolle. Weitere Anforderungen ergeben sich beim Online-Banking und im Börsenhandel – Transaktionen in Echtzeit sind hier ein Muss.«

Mario Vosschmidt, Consultant bei LSI Logic, kann sogar noch Unterschiede bei den Anforderungen von Banken und Finanzdienstleistern ausmachen: »Es wird unterschieden zwischen fehlertoleranten Systemen, die den Ausfall eines Subsystems ohne jeden Stillstand überleben und solchen, die eine definierte Wiederherstellungszeit (Disaster-Recovery) gewährleisten. Der Schutz der Daten im Sinne von Autorisierung und Authentifizierung wird regelmäßig durch die Applikationsschicht bereitgestellt. Es sind jedoch im Markt Bestrebungen zu beobachten, auch den Datenpfad ‚hinter’ den Servern mit entsprechender Sicherheit, z.B. Verschlüsselung auszustatten.«

Kundenanforderungen haben sich deutlich geändert

Ähnliches erkennt auch Volker Widder, Integrated Storage Focus Team, Storage Solution Expert bei IBM Deutschland: »Bei allen Finanzdienstleistern haben sich die Kundenanforderungen gegenüber früher deutlich geändert. Erwartet wird, dass alle Bankservices im Privatkundengeschäft permanent 7x24 Stunden zur Verfügung stehen müssen. Der Kunde bestimmt den Zugangsweg (wie z.B. Selbstbedienung, Internet-Banking oder Callcenter) sowie den Zugangszeitpunkt. Dies hat unmittelbar zur Folge, dass die IT-Infrastruktur hochverfügbar auszulegen ist, um den gestiegenen Kundenanforderungen gerecht zu werden.«

»Finanzdienstleistung ist ohne Hochverfügbarkeit undenkbar«, urteilt auch Herbert Bild, Product Marketing Manager bei NetApp. »Die internationale Verflechtung der Unternehmen und Kapitalströme ist so hoch, dass der Ausfall eines noch so kleinen Teils sehr schnell große Folgen haben kann. Das Börsengeschäft ist sicherlich ein Extrembeispiel, aber auch Geldautomaten und Kreditkartenbuchungen sollten rund um die Uhr funktionieren.«

Bei Banken ist mittlerweile »eine einfache Pfad-Redundanz in den meisten Fällen nicht ausreichend«, berichtet Alexander Best, Sales Engineer bei der Münchner DataCore Software-Niederlassung. »Vielmehr wird die redundante Ablage der Daten mit transparentem Failover-Zugriff in mindestens zwei Brandzonen gefordert. Zum Teil sind zusätzlich noch dritte Spiegel außerhalb des Katastrophenradius für einen gesicherten Wiederanlauf nach dem Katastrophenfall notwendig.« Zwar ist das Speicherwachstum dieser Kunden teilweise erheblich, wobei das aber laut Best nicht das eigentliche Problem darstellt: »Die Hauptproblematik ist die kurzfristige Provisionierung einzelner Speicherbereiche und Backup & Recovery.« Selbstredend hat Datacore dafür eine Lösung.

Bei Banken droht staatliches Ungemach

Wenn Banken nicht mit hochverfügbaren Systemen arbeiten, droht überdies staatliches Ungemach. »Im schlimmsten Fall kann beispielsweise im Wertpapierhandel einem Finanzdienstleister durch einen Ausfall seiner IT die Handelserlaubnis entzogen werden«, weiß Marcus Schneider, Director Product Marketing Storage Business EMEA bei Fujitsu Siemens Computers (FSC). »Das Gesetz der Hochverfügbarkeit gilt auch und gerade dann, wenn die Nachfrage nach Speicher oder Prozessorleistung besonders hoch ist. In letzter Konsequenz gehört auch die Aufbewahrung von mehreren Bandkopien in getrennten Brandschutzzonen zum Thema Hochverfügbarkeit.« Schneider verweist in diesem Zusammenhang auf Virtual-Tape-Appliances wie »CentricStor«, die dabei helfen, entsprechende Konzepte zu realisieren »und Hochverfügbarkeit auch für die Tape-Infrastruktur schaffen«.

Wie streng die Auflagen für Banken sind, weiß Mika Kotro, Product Marketing Manager bei EMC Deutschland, zu berichten: »Bei Banken gilt die Anforderung (aus Kontrag), dass man mindestens zwei Rechenzentren haben sollte, die mindestens drei Kilometer voneinander entfernt sind.« Logisch, dass EMC als Vorreiter und Marktführer für speicherbasierte Hochverfügbarkeit nicht nur dafür eine Lösung hat, sondern sogar noch eine, die darüber hinaus geht. »Die ersten Lösungen mit SRDF (Symmetrix Remote Data Facility) wurden bereits 1995 von Kunden eingesetzt«, erläutert Kotro. »Sie ist der De-facto-Standard, der stetig weiterentwickelt wird und somit auch ein 3-Rechenzentren-Konzept bietet.«

Der Hochverfügbarkeitsbedarf anderer Branchen nimmt zu

Im Grunde kann man verallgemeinern, dass jedes Unternehmen – unabhängig von Größe, Branche und Gesellschaftsform –, welches primär von seinen (elektronischen) Informationen im Tagesgeschäft abhängig ist, besondere Anforderungen an Hochverfügbarkeit stellt. »Beispielsweise in den Bereichen Forschung & Entwicklung oder auch herstellende Industrie können bei Ausfällen oder unfreundlichem Informationsabfluss erhebliche Schäden entstehen, die nicht mehr aufgeholt bzw. kompensiert werden können«, argumentiert Sun-Manager Giebel. »Gleiches gilt für den Gesundheitsbereich, da auch hier die EDV immer mehr Einzug z.B. in den Operationssaal hält.«

HDS-Kunden wie der europaweit führende Keramikhersteller Villeroy & Boch rechnen die Hochverfügbarkeit in bare Münze um. »Jeder Prozentpunkt hinter dem Komma hat entscheidende Auswirkungen auf unsere Wirtschaftlichkeit. Wenn die Verfügbarkeit unserer Infrastruktur nur von 99,9 Prozent auf 99,8 Prozent sinken würde, dann wären auch größere Einsparungen im Einkauf in null Komma nichts aufgezehrt«, berichtet Bernd Schneider, Leiter IT-Betrieb bei Villeroy & Boch. Der CIO von Villeroy & Boch, Thomas Ochs, stellt seinen »internen Kunden« – den vier Geschäftsbereichen von Villeroy & Boch – vier leistungsbezogene Service-Levels der Daten- und Anwendungsverfügbarkeit bereit. »Das abgestufte Modell ermöglicht uns, die unterschiedlichen Bedürfnisse an Datensicherheit, Verfügbarkeit der Geschäftsprozesse und optimierter Downtime kostengerecht abzudecken«, sagt Ochs.

Hochverfügbarkeitsbedarf auch in anderen Branchen Pflicht

Auch im Hause HP weiß man, dass die Finanzbranche schon lange nicht mehr alleine diese hohen Anforderungen stellt. »Überall dort, wo die Geschäftstätigkeit in hohem Maße durch IT-gestützte Prozesse geprägt ist, kann ein Ausfall fatale Folgen haben«, erläutert Guido Klenner, Business Manager Online Storage, HP StorageWorks Division Germany. »Da ist es gleich, ob bei einem Online-Reisebüro das Reservierungssystem oder in der Fertigungsindustrie das SAP-System für die Produktionssteuerung ausfällt.«

LSI-Logic-Manager Vosschmidt betont sogar, dass die Luftfahrtindustrie »schon seit Jahrzehnten vollständig fehlertolerante Systeme einsetzt«. Nach Ansicht von NetApp-Marketier Bild gelte »generell Hochverfügbarkeit für sicherheitskritische Applikationen, wie etwa im Verkehrswesen, in der Chemieindustrie oder in der Energieversorgung, aber auch für komplexe Non-Stop-Produktionsprozesse«.

Nach Meinung von Michael Loebmann, Senior Consultant Consulting Services Datacenter Solutions beim IT-Dienstleister Computacenter hat neben der Finanzbranche »vor allem die Telekommunikations- und Automobilindustrie ähnlich hohe Anforderungen an die Gesamtverfügbarkeit eines Services, da der Ausfall der Systeme beträchtliche Kosten nach sich zieht«. Die »Außenwirkung einer Downtime« kann jedoch bei diesen Branchen nach Ansicht von Loebmann durchaus unterschiedliche Bedeutung haben: »Stehen bei einem Automobilhersteller im Extremfall die Bänder für eine Stunde still, so ist der wirtschaftliche Schaden durchaus enorm – der Kunde erfährt davon in der Regel jedoch nichts, sein bestelltes Fahrzeug erhält er dennoch. Im Gegensatz dazu spürt der Kunde im Telekommunikationsmarkt einen Ausfall sofort, wenn er eine SMS oder MMS versenden will bzw. einen anderen Mehrwertdienst wie den Download von Video- oder Musiktiteln von einem Portal in Anspruch nimmt. Nicht selten wechselt der Kunde dann in diesem volatilen Marktsegment schnell den Anbieter; dieser muss dann neben den monetären auch den Imageschaden tragen.«

Im Hause Datacore sieht Alexander Best vergleichbare Anforderungen im Medizinsektor: »Beispielsweise PACS-Systeme für digitale Röntgenarchive in Krankenhäusern müssen eine enorme Verfügbarkeit haben, denn eine anstehende Notoperation duldet keinen IT-Stillstand.« Auch FSC-Marketier Schneider sieht zunehmend das Gesundheitswesen als Hochverfügbarkeitstreiber: »Im Notfall sollte man schnell auf ein archiviertes Röntgenbild zugreifen können.« Allgemein betont Schneider allerdings, dass in dem Maße, in dem unsere Wirtschaft zu einer »Realtime«-Wirtschaft wird, auch die Abhängigkeit von IT-Systemen steigt und die Notwendigkeit wächst, diese Systeme unter allen Umständen in Betrieb zu halten: Den Daten und damit der Storage-Infrastruktur kommt daher eine besondere Bedeutung zu: Abgestürzte Applikationen lassen sich wieder starten oder im schlimmsten Fall auch wieder installieren. Daten und Informationen dagegen sind oft einzigartig, ihr Verlust kann daher die Existenz einer Firma in Frage stellen. Es geht also nicht nur um Hochverfügbarkeit, sondern auch um die Fähigkeit, im Notfall die Informationen überhaupt wieder verfügbar machen zu können.«

Hochverfügbarkeit ist nicht so schwer

 Zum Vergrößern anklicken!  Server-Clustering
Wer sich für ein Hochverfügbarkeitssystem interessiert, für den gibt es interessante Alternativen. Denn es muss nicht immer ein brandneues System sein. Existierende Storage- und IT-Systeme lassen sich auch durchaus aufrüsten. »Dies ist in der Regel mit der entsprechenden Hochverfügbarkeits-Software problemlos möglich«, betont Frank Bunn, Senior Solution Marketing Manager EMEA bei Symantec. »Selbst wenn die Speichersysteme von Hause aus nicht hochverfügbar sind, können sie mit Hilfe von serverbasierten Volume-Managern kostengünstig gespiegelt werden. Bei Applikationen verhält es sich ähnlich. Die Cluster-Lösung von Symantec bietet für viele Anwendungen Agenten, um sie clusterfähig zu machen. Falls solche Agenten nicht existieren, können sie kundenspezifisch entwickelt werden, wenn die Applikation definierte Start-, Ende- und Überwachungsmöglichkeiten bietet.«

»Vorhandene Speichersysteme können um eine Hochverfügbarkeitskomponente erweitert werden«, bestätigt auch EMC-Marketier Kotro. »Mit dem Einsatz von modernen Speichersystemen für existierende Anwendungen können diese leicht hochverfügbar gemacht werden, da die Technologie für die Anwendungen transparent ist.«

Aber letztendlich hängt es »stark von der Applikation ab«, schränkt FSC-Sprecher Schneider etwas ein. »Einige Cluster-Lösungen verlangen von der Applikation spezielle Anpassungen, die nicht immer verfügbar sind.« Allerdings habe Fujitsu Siemens Computers mit »ASCC entry« ein Hochverfügbarkeitskonzept entwickelt, das mit jeder Applikation – auch nachträglich – zusammen arbeiten soll. »Hier wird ein Ersatzrechner vorgehalten, der im Falle eines Absturzes mit dem System-Image des abgestürzten Servers betankt wird«, erläutert Schneider. »Dadurch kann der Service kurzfristig wieder verfügbar gemacht werden. Darüber hinaus fallen nur geringe Zusatzkosten an, da nur ein Ersatzsystem benötigt wird.«

Mit und ohne doppelten Boden

Bei Datacore sieht man überhaupt keine Probleme, nachträglich auf Hochverfügbarkeit aufzurüsten. »Unsere Lösung bietet die Möglichkeit, eine bestehende SAN-Architektur quasi ‚instant’ um eine redundante Ausbaustufe zu ergänzen«, betont Sales-Engineer Best. »Dabei ist es praktisch egal, von welchem Anbieter das existierende SAN stammt.«

Ganz so einfach will es NetApp-Manager Bild aber nicht sehen: »In diesem Fall ist ein doppelter Boden notwendig; ohne Redundanz geht es nicht. Geeignete Maßnahmen wären Replizierung in Kombination mit Cluster-Failover oder gleich eine komplette Zweitausstattung.«

Computacenter-Consultant Loebmann plädiert an dieser Stelle dafür, nicht allzu stark auf die Technik zu schielen: »Die Lösung liegt in einer Priorisierung von IT-Services, die sich konsequent nach den Geschäftsanforderungen richtet. Eine rein technische Vorgehensweise würde den betrieblichen Notwendigkeiten innerhalb des Unternehmens nicht gerecht. Nur wenn klar ist, welche IT-Services wie lange ausfallen dürfen und welche Leistungen mit welcher Priorität verfügbar sein müssen, können Disaster-Recovery-Maßnahmen gezielt und damit ökonomisch sinnvoll eingesetzt werden.« Seiner Meinung nach ist deshalb Voraussetzung für eine Disaster-Recovery-Strategie eine umfassende Bestandsaufnahme und Bewertung der Geschäftsprozesse und ihrer Abhängigkeit von der IT-Infrastruktur: »Auf dieser Grundlage lassen sich die Risiken identifizieren, gegen die sich das Unternehmen absichern muss.«

Steigerungsmöglichkeiten der Verfügbarkeit

Bei den Möglichkeiten, Hochverfügbarkeit zu steigern, verweist LSI-Logic-Consultant Vosschmidt natürlich auf die Systeme aus seinem Haus: »Die LSI-Basisarchitektur kann durch entsprechende Fehlertoleranz bzw. Recovery-Mechanismen nachgerüstet werden. Dazu zählen insbesondere lokale und entfernte Datenreplikation sowie eine Anzahl von zeitlichen Wiederaufsatzpunkten, also eine räumliche und zeitliche Herstellung von Sicherheitskopien.«

 Zum Vergrößern anklicken!  Storage-Replikation
Auch HP-Manager Klenner verweist auf das problemlose Aufrüsten bei den HP-Systemen: »Unternehmen, die industriestandardbasierte Speicherlösungen wie zum Beispiel die ‚HP StorageWorks EVA/XP’-Lösungen einsetzen, können diese nachträglich um ein zweites System ergänzen – bei Bedarf auch an einem anderen Standort. Dort können sie mit Hilfe von Software wie zum Beispiel ‚HP StorageWorks Continuous Access’ Daten in Echtzeit spiegeln und so ein Höchstmaß an Datensicherheit schaffen.« Letztendlich sei es keine technische Herausforderung, sondern eine »Herausforderung bezüglich des Investitionsbudgets und des ROI«, meint Klenner.

Problemloses Aufrüsten ist auch das Credo bei HDS. »Die Flexibilität, Daten online im laufenden Betrieb zwischen Stufen verschieden hoher Verfügbarkeit zu migrieren«, erläutert HDS-Sprecher Rabeneck, »stellt Hitachi Data Systems mit Produkten wie der ‚TagmaStore Universal Storage Platform’ (USP) sowie Softwarelösungen wie dem ‚HiCommand Tiered Storage Manager’ zur Verfügung.« Freilich betont auch Rabeneck, dass Hochverfügbarkeit eine Funktion sei, »die nur für bestimmte Geschäftsprozesse und Anwendungen im Unternehmen Sinn macht«. Damit sich Kunden und potenzielle Anwender darüber informieren können, bietet HDS auch die Möglichkeit zur Weiterbildung, an welchen Stellschrauben innerhalb der Speicherlandschaft noch gedreht werden kann, »um ein Performance-Tuning optimal umzusetzen«, sagt Rabeneck.

Hochverfügbarkeit im heterogenen Umfeld

Bei einer Aufrüstlösung unterscheidet Sun sogar zwischen einem heterogenen und homogenen Umfeld. »Entweder wird ein neues Speicherkonzept unter Verwendung bestehender Systemumgebungen entworfen (z.B. D2D2T) oder es können auch Konsolidierungsmaßnahmen bzw. Einführung von Speichervirtualisierung dazu dienen, eine bestehende – auch heterogene – Landschaft hochverfügbar zu machen«, erläutert Sun-Experte Giebel. »Denkbar wäre dabei der Einsatz von so genannten Virtualisierungslayern wischen Anwendungs- und Speicherumgebung, welche herstellerunabhängig erforderliche Kapazitäten zur Verfügung stellt und – im Backend – hochverfügbar und sicher vorhält. Aber auch systembasierte Virtualisierung (Virtual Disk, Virtual Tape) ist möglich, je nach Anforderung und Budgetlage des Kunden. In homogenen Umfeldern, wenn z.B. sowohl auf der primären als auch sekundären Speicherschicht gleiche Fabrikate verwendet werden, ist eine Umsetzung mit Bordmitteln (mitgelieferte Software) der Speichersysteme möglich. Schlagworte hier sind z.B. SnapShot und Mirroring-Technologien.«

Auch wenn es sich freilich manchmal ganz einfach anhört – der Storage-Experte Widder von IBM weist explizit auf den Umstand hin, dass »Hochverfügbarkeit mehr ist als redundante Hardware und Softwarefunktionalität zur Datenspiegelung«. Hochverfügbarkeitslösungen, so Widder, würden auf die Kundenanforderungen zugeschnitten: »Sie bedingen eine klare Definition der Geschäftsanforderungen bezüglich Recovery-Time-Objectives und Recovery-Point-Objectives.«

Verständlicherweise sieht man auch im Hause Symantec den Hardware-Aspekt nicht so eng. »Hochverfügbarkeit bei Speichersystemen ist nicht unbedingt eine Frage der Hardware. Mittels der geeigneten Speichermanagement-Software können heute auch normale Speichersysteme ‚zur Hochverfügbarkeit veredelt’ werden«, argumentiert Symantec-Sprecher Bunn. »Für den operativen Betrieb spielen neben der Ausfallsicherheit natürlich auch Performance und automatische Kapazitätserweiterungen ohne Einfluss auf die Anwendungen eine wichtige Rolle.«

Fazit

Hochverfügbarkeit ist machbar, fast schon allerorten. Sie ist nachträglich aufrüstbar und auch für kleinere Unternehmen erschwinglich. Allerdings sollte beachtet werden, dass Hochverfügbarkeit mit Produkten alleine eher selten bewerkstelligt werden kann. Hilfreich ist durchaus ein Service- oder Consulting-Beistand, der Expertisen auch außerhalb der eigenen Produktpalette sowie firmenweites Knowhow besitzt, wie Speicherstrategien – beispielsweise Information-Lifecycle-Management (ILM) oder Data-Protection – umgesetzt werden. Es dürfte wohl ratsam sein, ganzheitlich an die Thematik heranzugehen.


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