04.02.2008 (kfr) Drucken

Hochverfügbarkeit: keine Lösungen von der Stange

Um Anwendungen vor Ausfällen abzusichern empfehlen sich Hochverfügbarkeits-Cluster mit der Fähigkeit zur Überwachung von Servern und Applikationen. Bei einem Cluster ohne gemeinsam genutzte Ressourcen stellt dieser Ansatz sicher, dass Anwendungen und Server betriebsbereit bleiben.

von Thilo Christ, TC Communications

 Zum Vergrößern anklicken!  Skalierbare Verfügbarkeitskurve
Quelle: Steeleye Technology
Immer mehr Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, ihre wichtigen Daten und Anwendungen mit Hochverfügbarkeitssystemen zu schützen. Daher ist das Cluster-Design ein wichtiger Aspekt. Letztlich hängt es vom RTO (»Recovery Time Objective«,
angestrebte Wiederherstellungszeit) und Budget ab, für welche Cluster-Topologie man sich entscheidet. Allerdings sollte man nicht übersehen, welche Rolle die Datenreplizierung beim Entwickeln einer robusten und kostengünstigen Lösung zum Schutz von Daten und Anwendungen spielt.

Konfigurationen mit gemeinsam genutztem Speicher, sei es mit direkt angebundenem SCSI, Fibre-Channel-SANs, NAS-Geräten oder iSCSI, stellen zwar immer noch den Standard für Cluster-Topologien dar. Die gemeinsame Verwendung von Hochverfügbarkeits-Clustering und Datenreplizierung zum Einrichten von Clustern ohne gemeinsam genutzte Ressourcen stellt sich in bestimmten Umgebungen immer häufiger als die bessere Lösung für den Schutz von Daten und Anwendungen heraus.

Die in der Grafik gezeigte skalierbare Verfügbarkeitskurve zeigt die Beziehung zwischen Grad der Datensicherung und Kosten und Komplexität der Implementierung. Je höher die Kurve in der Grafik wird, desto sicherer sind die Daten. Jedoch nehmen mit dem Schutz auch die Kosten und die Komplexität der Implementierung zu. Um das für ein Unternehmen individuelle Waagspiel der Komponenten zu finden, muss man die Optionen genau kennen und auf die Bedürfnisse anpassen.

Am unteren Ende der Verfügbarkeitskurve hat sich Disk-to-Disk-Backup als gängiger Mechanismus zur Datensicherung etabliert, unterstützt durch sinkende Preise und wachsende Kapazitäten der Festplatten. Mit Hilfe von Datenreplizierungs-Software für eine anfängliche vollständige Spiegelung der Daten und eine anschließende Sicherung von Änderungen auf dem Spiegelserver kann eine Echtzeitkopie der Daten bereitgehalten werden, was für eine optimale Wiederherstellung der aktuellsten Daten sorgt. Für Kunden, die Ausschau halten nach einer besseren Datensicherung mit kürzeren Wiederherstellungszeiten, ist dies eine ideale Lösung. In Verbindung mit einer bereits vorhandenen Bandarchiv-Lösung kann man eine Disk-to-Disk-to-Tape-Lösung einrichten, die auf optimale Weise einen Echtzeit-Datenschutz vor Ort mit externer langfristiger Archivierung verknüpft.

Falls der Schutz von Anwendungen vor geplanten oder ungeplanten Ausfällen erforderlich ist, sollte das Hinzufügen von Hochverfügbarkeits-Clustern mit der Fähigkeit zur Überwachung von Servern und Anwendungen in Betracht gezogen werden, um gegebenenfalls für eine automatische Wiederherstellung zwischen den Servern in einem Cluster zu sorgen. Hochverfügbarkeits-Cluster können in unterschiedlichen Konfigurationen zum Einsatz kommen.

Bei einem Cluster ohne gemeinsam genutzte Ressourcen stellt Hochverfügbarkeits-Clustering sicher, dass Anwendungen und Server betriebsbereit bleiben. Zudem gibt es ein automatisches Failover von einem Server zum anderen, falls Probleme festgestellt werden. Die Datenreplizierungs-Software sorgt für die Spiegelung der Daten, die von der Anwendung in der Zwischenzeit benötigt werden, so dass diese unabhängig vom Server immer zur Verfügung stehen. Datenreplizierung kann entweder über ein LAN oder ein WAN erfolgen, je nachdem, wo sich die Server innerhalb des Clusters befinden.

Wenn man ein wirksames Disaster-Recovery entwickeln will, erhält man den optimalen Schutz mit einem Stretch-Cluster zwischen zwei geografisch getrennten Standorten. Auch hier werden Datenreplizierung und Failover miteinander kombiniert, dieses Mal über ein WAN, so dass auch im Fall eines katastrophalen Ereignisses am Primärstandort ein Server außerhalb des Datenzentrums verfügbar bleibt. Entscheidende Faktoren bei diesen Konzepten sind u.a. das Vorhandensein einer ausreichenden Bandbreite zwischen den beiden Standorten sowie einer Methode zur Umlenkung aller Client-Systeme, so dass diese ihre Zielanwendungen auch finden.

Hochverfügbarkeit und Datenreplizierung werden auch weiterhin die wichtigsten Lösungen sein, um unternehmenskritische Daten und Anwendungen zu schützen. Es ist die Aufgabe des Resellers, den Cluster-Aufbau genau an den erforderlichen Schutz anzupassen.


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