25.11.2010 (ubr) Drucken
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Fallbericht: Replikation für den Mittelstand

Die E-Mail-Replikation über weite Strecken wird von Freenet genutzt, um Konsolidierungsbestrebungen umzusetzen und um einen Schwenk im Falle eines Systemausfalls schnell realisieren zu können.

Von Ulrike Rieß

Bild: EMC, »CLARiiON CX4 240« für Replikation im Mittelstand
EMC »CLARiiON CX4 240«
Für den Geschäftserfolg der freenet Datenkommunikation ist die Verlässlichkeit der hauseigenen E-Mail-Plattform essenziell. Marketing, Vertrieb, Auftragsabwicklung, Einkauf, Logistik und Callcenter – fast alle wichtigen Geschäftsprozesse sind darauf angewiesen. Freenet ist einer der größten netzunabhängigen Portal- und Telekommunikationsprovider Deutschlands. Auch Marken wie mobilcom und debitel gehören zu dem Mittelstandsunternehmen. Insgesamt betreut die Gruppe fast 18 Millionen Mobilfunkkunden, mehr als sieben Millionen Portal-User und knapp 900.000 Schmalbandkunden.

Konsolidierungsformel: Aus drei mach zwei

Bei Freenet laufen pro Monat mehr als 150.000 interne Mails über verteilte Microsoft »Exchange«-Cluster. Bis Mitte 2009 bestanden diese Cluster aus fünf Rechenzentren – inzwischen sind es aber nur noch vier. Denn Erfurt, Hamburg und Kiel wurden zu einem gespiegelten Zweier-Cluster konsolidiert.

»Hauptziel der Konsolidierung war es, Aufwand und Kosten für Management und Backups zu senken und die Verfügbarkeit der geschäftskritischen E-Mail-Plattform zu erhöhen«, erklärt Timo Burmeister, Abteilungsleiter Enterprise Systems & Databases bei Freenet.

Site-Failover in Minutenschnelle

Umgesetzt wurde dieses Ziel mit der Disaster-Recovery-Lösung »RecoverPoint« und dem »Replication Manager« von EMC, der speziell für Exchange-Umgebungen optimiert ist. »Das System arbeitet mit applikationskonsistenten Snapshots und ermöglicht uns ein Site-Failover im Minutenbereich«, sagt der Abteilungsleiter. Bisher konnten Mailboxen nur mit größeren Zeitfenstern von Stunden oder Tagen standortübergreifend repliziert werden. »Bei einem Server-Ausfall waren dementsprechend tausende Mails betroffen – heute dagegen lässt sich die maximale Verlustquote an den Fingern einer Hand abzählen«, meint Burmeister. Die etwa 2.500 Mitarbeiter, deren Postfächer bereits mit den neuen Verfahren gesichert werden, merken nichts mehr von einem eventuellen Server-Ausfall. Ihre Produktivität bleibt unberührt, alle Mail-Prozesse laufen stabil.

Mail-Replikation im Team

Die Charakterisierung der Snapshots als applikationskonsistent bezieht sich auf die enge Integration zwischen dem Replication-Manager und dem »Microsoft Exchange Server 2007«. Denn starre »Point-in-Time«-Kopien ohne Interaktion mit der jeweiligen Mailanwendung sind für E-Mail-Replikationen nicht sehr gut geeignet. Aus schematisch kopierten Datenblöcken lassen sich Mails eben nur schematisch rekonstruieren. Fehlt ein einziger Datenblock, ist die gesamte Mail verloren.

Aus diesem Grund kommuniziert der Replication-Manager mit dem »Volume Shadow Copy Service« (VSS) von Microsoft. VSS stellt verschiedene Mechanismen für so genannte Schattenkopien bereit. Im Zusammenspiel mit der EMC-Software sieht der Replikationsablauf etwa folgendermaßen aus: Der Replication-Manager sendet eine Anfrage an VSS. Daraufhin lässt VSS die Schreiboperationen von Exchange im richtigen Moment pausieren und gibt ein entsprechendes Signal zurück. Jetzt wird ein konsistenter Snapshot erstellt und zum jeweils anderen Cluster-Standort repliziert.

Ausblick: Konsolidierung geht weiter

Am zweiten Cluster-Standort sind jeweils sechs Intel-basierte Standard-Server mit Exchange Server 2007 installiert. Als Speicherplattform dienen zwei baugleiche »CLARiiON CX4 240« von EMC mit zehn TByte Nettokapazität. Dieser Wert lässt sich auf bis zu 231 TByte skalieren, was ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die weiterführenden Konsolidierungspläne des Unternehmens war. »Wir haben es geschafft, unsere Maildaten nahezu synchron über mehr als 600 Kilometer zu replizieren. Über die Gesamtstrecke hinweg halten sich Signalverzögerungen im Sekundenbereich. Aus der Integration zwischen dem Replication-Manager und dem VSS resultiert hohe Verfügbarkeit bei minimalem Aufwand. Jetzt werden wir darangehen, die verbliebenen Exchange-Standorte in unsere Lösung zu integrieren.« Die Konsolidierungsformel wird also erweitert und lautet nun: Aus fünf mach zwei. Künftig werden dann gut 4.000 Exchange-Postfächer annähernd synchron über diese Entfernung repliziert.


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