Anzeige

Momentus-XT-Hybrid-Platte im Alltagsgebrauch – Resümee

Ein Jahr ist rum und nun wird es Zeit, die Einsatztauglichkeit der Hybrid-SSD von Seagate mal zusammenfassend zu betrachten. Bei all dem Theater, den es beim Einbau und Wiederinbetriebnahme des Rechners gab, muss man im Nachhinein sagen: Gefühlte Geschwindigkeit ist doch was anderes als Benchmarks oder Datenblatt-Blabla.

Anzeige

Rückblick: So fing alles an

Wir erinnern uns: In meinen Laptop »Lifebook 8420« von Fujitsu Siemens mit einem 2,6-GHz-»Core2Duo« -Prozessor von Intel und vier GByte RAM wurde eine »Momentus XT« von Seagate verbaut. Diese Halbleiter-/Hybrid-Festplatte mit so genanntem »Adaptive Memory« vereint die Leistung einer Halbleiterfestplatte mit größerer Speicherkapazität. Meine Erwartungshaltung war die, dass sich mittels dieser Platte wohl kaum Unterschiede bei der Wortverarbeitung wohl aber beim Spielen oder bei der Nutzung von Medieninhalten bemerken lassen. Als eingefleischter Adventure-Spiel-Fan hatte ich das Ruckeln bei manchen neuen Games schon satt und freute mich darauf, dass dies durch die Hybrid vielleicht ein Ende finden könnte.

Aller Anfang ist schwer aber nutzbringend

Der Einbau der Platte gestaltete sich einfach, nicht so sehr das Wiederanlaufen des Tagesgeschäftes am Rechner. Denn hier gab es ein paar kleinere Hürden, die in Teil II und Teil III nachzulesen sind. Von Startschwierigkeiten über Blue-Screen oder BIOS-Problemen sowie »hartem« Ausschalten kann man dort lesen. Allerdings waren durchaus Leistungssteigerungen zwischen 27 und 50 Prozent zu verzeichnen. Zumindest mit der Stoppuhr beim Starten verschiedener Programme. Das erleichtert einem sicherlich den Arbeitsalltag, ist aber quasi nicht kriegsentscheidend. Ob ich nun 27 oder nur 15 Sekunden Zeit habe, mir meinen Tee zu brühen, fällt nicht wirklich ins Gewicht. Wichtiger war mir eben wirklich das Resultat beim Spielen.

Hardcore-Gamer Hände weg

Die Vorteile, die die XT bei den üblichen Tagesverrichtungen eines Redakteurs bringt, verpuffen leider im Spiele-Umfeld. Ich habe im letzten Jahr nicht so viel Neues gekauft, aber zwei, drei Spiele sind doch dazu gekommen. Dazu gehörten »The Tales of Monkey Island«, »Sam&Max Allzeit bereit« und »Anno 1404«; keine CPU-lastigen Shooter mit aufwendiger und bewegter Grafik oder gar »Jump’n Run«-Spiele, sondern gemächliche Strategie- und »Grab’n Use«-Games. Und hier kam dann die Ernüchterung, denn trotz der so gepriesenen Hybrid-Platte ruckelte gerade das Anno 1404 vor sich hin, etwas, das es schon immer getan hatte. Gerade beim Laden des Spieles hatte ich mir eine deutliche Verbesserung vorgestellt, aber leider wurde daraus nichts. Auch das automatische Zwischenspeichern des jeweiligen Spielstatus scheint ewig zu dauern, genauso ewig wie vorher. Bei den Haudrauf-Chaoten Sam& Max sowie beim Tollpatsch-Piraten von Monkey Island lief das Spiel so flüssig wie vorher. Aber auch hier dauern die Zwischenspeichervorgänge eine halbe Ewigkeit. Vielleicht würde das in einem echten Spiele-System, zum Beispiel einem »XPS«-Rechner von Dell, etwas anders aussehen, ich muss aber nach diesem ersten und andauernden Eindruck Hardcore-Gamern vom Einsatz der Platte abraten. Wer wirklich mehr will, muss dann eben wirklich mehr für eine leistungsstarke SSD bezahlen.

Vorteile kaum bemerkbar

Rückblickend über das Jahr muss ich sagen, dass sich die in den ersten Teilen des Alltagstests festgestellten und dokumentierten Verbesserungen bzw. Vorteile im Alltag doch verwischen. Die Platte läuft stabil, das kann man sagen, gerade deswegen, weil ich den Rechner gern auch mal nachts laufen lasse und gar nicht erst ausschalte. Ein leiseres oder Abwärme-geringeres Operieren kann ich auch nur bedingt bestätigen. Meines Erachtens läuft der Lüfter so oft wie vorher und der Vorgänger der Hybridplatte war vorher auch kaum zu hören. Dafür hört man jetzt bei jedem Hochfahren des Laptops ein knirschendes »Krrk«-Geräusch, was mich nicht gerade mit Zuversicht erfüllt, aber bislang gab es hier keine Ausfälle. Zusammenfassend kann man sagen, dass ich so effizient und schnell wie zuvor arbeite und keinen bemerkbaren Vorteil durch den Einsatz der XT feststellen kann. Das ist hier wie beim Wetterbericht mit der realen und gefühlten Temperatur. Mag sein, dass Datenblatt und Platte optimierte Performance aufweisen, gefühlt geht das im Alltag unter und somit ist der Nutzwert zum Preis nicht wirklich groß.