Online-Betrüger nutzen Steve Jobs Tod aus

Es kam, wie es kommen musste: Eine entsprechende Welle gibt es derzeit rund um den Tod des Apple-CEO Steve Jobs. Während nicht nur die Apple-Fraktion, sondern die gesamte IT-Szene auf der Welt noch tiefe Trauer trägt, nutzen skrupellose Scammer bereits den Tod von Steve Jobs zu ihrem Vorteil. Das Datensicherheitsunternehmen Emsisoft warnt vor Facebook-Meldungen, in denen davon die Rede ist, dass im Gedenken an Steve Jobs 50 iPads über die Facebook-Plattform verschenkt werden…
Die Scammer machen sich ein bedeutendes Facebook-Features zunutze: Interessante Postings werden auf der Facebook-Plattform schnell geteilt, tauchen so auf immer mehr Pinnwänden auf und erreichen in kürzester Zeit viele Millionen Menschen. Werbeagenturen nutzen längst witzig gemachte Videospots, um auf diese Weise die digitale Gemeinde zu erreichen: Die Postings verbreiten sich ganz von allein.
Dieses virale Prinzip nutzen auch die Scammer. Über der entsprechenden Meldung steht »R.I.P. Steve Jobs«. Im englischsprachig verfassten Text ist die Rede davon, dass eine nicht näher genannte Firma 50 iPads verschenken möchte – im Gedenken an Steve Jobs: »In memory of Steve, a company is giving out 50 iPads tonight. R.I.P. Steve Jobs«. Ein gekürzter bit.ly-Link schließt die Scam-Meldung ab. Fast tausend Anwender haben hier bereits auf »Gefällt mir« geklickt.
Wer glaubt, dass es wirklich eine Firma gibt, die iPads anlässlich des traurigen Anlasses verschenkt, und auf den Link klickt, landet auf einer bunten Gewinn-Seite. Sie macht Druck und fordert den Anwender auf, binnen weniger Sekunden auf einen der angebotenen Buttons zu klicken, um den gewonnenen Preis in Anspruch zu nehmen, bevor er verfällt.
Egal, worauf geklickt wird, die Anwender landen immer auf Online-Casino-Seiten, bei Produktwerbungen oder bei Web-Umfragen. Von einem iPad ist keine Rede mehr. »Wir beobachten solche Facebook-Scams schon länger. In der Vergangenheit waren die angegebenen Web-Seiten immer wieder verseucht mit Trojanern und anderer Malware«, sagt Emsisoft-Geschäftsführer Christian Mairoll. »In den jetzigen Fällen verdienen die Scammer über Affiliate-Links, indem sie Traffic auf die entsprechenden Seiten lenken. Und eins ist sicher: Der Tod von Steve Jobs bringt viele trauernde Anwender dazu, auf die Links zu klicken.«
Ebenfalls in Trauer
Engelbert Hörmannsdorfer