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09.01.2012 (kfr) Drucken
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IT-Forderung: Hosentaschentauglich & Benutzerfreundlich

Karl Fröhlich
Die elektronische Hightech-Branche trifft sich auf der CES 2012 in Las Vegas. In der Eröffnungsrede von Shawn DuBravac vom Messeveranstalter CEA fallen mir zwei Punkte auf: die Portabilität und die Benutzerfreundlichkeit.

Die Industrie entwickelt zwar Jahr für Jahr neue Innovationen und noch leistungsfähigere Produkte, doch – so die Kritik – auf die Bedienbarkeit legt kaum ein Hersteller großen Wert. Und da hat er recht! Egal welche Produktkategorie man sich anschaut, wirklich einfach zu bedienen, sind nur wenige. Eine Ausnahme ist hier sicherlich Apple. Ich muss gestehen, ich habe das nie so zu würdigen gewusst. Über die Weihnachtsage habe ich aber angefangen die Biografie von Steve Jobs zu lesen und ich muss sagen, seitdem sehe ich dies etwas anders. Im Storage-Bereich wird zwar gerne über eine Zentralisierung und einheitliche Benutzeroberflächen fabuliert, aber einheitlich ist nicht gleichbedeutend mit intuitiv oder benutzerfreundlich. Hier herrscht definitiv Nachholbedarf.

Vor allem auch, weil sich die Anforderungen ändern. Noch ist die IT-Welt Endgeräte orientiert. Die Zukunft geht aber dahin, dass Anwendern ihre Programme und Daten flexibel auf einem Gerät ihrer Wahl zur Verfügung stehen – zu jeder Zeit. DuBravac spricht in seinem Vortrag von einem Trend von tragbar zu hosentaschentauglich (Portable vs. Pocketable). Vor ein paar Jahren war ein Notebook das Maß aller Mobilität, dann kamen Netbooks und vor rund zwei Jahren Tablets hinzu. Mittlerweile empfangen wir E-Mails und Informationen aber auch über Handys und Smartphones. Auch wenn wir nun bereits die fünften iPhone-Generation erwarten, diese Entwicklung steckt vermutlich noch im Anfangsstadium. Und je kleiner die Geräte werden, desto kompakter muss der Speicher ausfallen bzw. unkomplizierter der Zugriff auf einen größeren Online-Speicher. Ich vermeide an dieser Stelle einen bestimmten Hype-Begriff. Aber Apple macht's mit der »iCloud« mal wieder vor. Während alle anderen nur Kapazität zur Verfügung stellen, synchronisiert die iCloud automatisch, zwar nur Apple-Geräte, aber immerhin.

Ein Trend, dem die IT Rechnung tragen muss. 43 Prozent aller in 2011 verkauften Handys sind Smartphones. Der Bitkom zufolge liegt der Umsatzanteil sogar bei zwei Dritteln. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 11,8 Millionen Smartphones verkauft. Dies entspricht einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro (ein Plus von 13 Prozent). Ein nicht zu vernachlässigender Anteil davon will mit dem heimischen Computer-Equipment oder der unternehmensweiten IT kommunizieren.

Das ist alles nicht neu. Aber seine wir doch ehrlich, der Bedarf der Anwender diesbezüglich wächst schneller, als die Bereitschaft der IT sich diesen Anforderungen zu stellen. Oder?

Kommentare:
18.01.2012 - Bombastus

Hallo Karl, ja die Mensch-Maschine-Schnittstelle (um mal einen antiquirten Begriff zu benutzen) war und ist ein Stiefkind der IT - ausgenommen Apple. Es ist davon auszugehen, dass Apples Megaerfolg zum überwiegenden Teil darauf beruht. Was kann es also sein, dass die von Experten ersonnenen Systeme so wenig "menschenfreundlich" sind? Bei wirklichen Expertn- und Großsystemen stört mich das auch garnicht so aber dort wo "Nicht-Spezialisten" also normale Menschen mit IT in Berührung kommen, müssen sich Hersteller, besonders Designer von ihrer Borniertheit lösen. Das Geschäft würde brummen. Selbst wenn sogenannte Expertensysteme "menschenfreundlich" wären würde der Hersteller eines solchen erheblich davon profitieren.


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