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Was tun, wenn die SSD abraucht

Leserfrage: Bei Festplatten wissen wir, wie wir uns gegen einen Ausfall schützen. Im Zweifel nutzt man RAID 6 sowie hotspare-Platten. Die Wiederherstellung eines TByte kostet den Anwender etwa einen Tag. Wie ist dies aber mit SSDs? Gibt es hier auch RAID-Algorithmen? Was kann man bei einem Ausfall tun. Könnten Daten, die nicht rechtzeitig von einem Bad Sector weggeschrieben werden, verloren gehen. Kann ich den Zeitaufwand für ein Recovery berechnen? Wie wappnet man sich als Firma gegen SSD-Ausfall, wenn man beispielsweise in jeden Server oder jedes Speichersystem wenigstens eine Ebene – drei bis zwölf Medien – mit den Flashspeichern bestückt?

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Antwort Doc Storage:

Da SSDs als Einheit ausfallen und damit die auf ihnen gespeicherten Daten vom einen auf den anderen Moment verloren gehen können, schützen die meisten Hersteller diese Laufwerksklasse in ihren Arrays ebenfalls mit RAID-Algorithmen. Am sinnvollsten stellt man diese Datenträger in RAID-5-Gruppen. Da der Faktor Rebuild-Zeit hier im Gegensatz zur SATA-Platte kaum ins Gewicht fällt, macht RAID-6 kaum Sinn, und RAID-1 fällt als Option wegen der zu hohen Kosten weg. Natürlich sollte man dem System wie von Ihnen angeführt zur schnellen Reaktion auf eventuelle Fehler einige Hot-Spare-Laufwerke gönnen, denn Ausfälle treten oft nur dann auf, wenn der Admin optimal weit entfernt ist. Zum Schutz der Daten auf den einzelnen SSDs bringen diese seit einiger Zeit diverse Maßnahmen mit. Fehlerkorrektursysteme mit bis zu 128 bit korrigieren fehlerhaft ausgelesene Daten auf dem Weg zur Schnittstelle automatisch, und zusätzliche Kapazitäten stellen »frische« Zellen zur Verfügung, wenn die eine oder andere im Langzeitbetrieb ermüden und Daten nicht mehr zuverlässig speichern sollte. Somit ist der Verlust einzelner Zellinhalte (annähernd) unmöglich.

Natürlich können Sie den Zeitaufwand für eine Wiederherstellung der Daten auf einer neuen SSD berechnen. Sobald Ihnen bekannt ist, wie hoch die Schreibleistung des Laufwerkes ist und wie weit der beschädigte Datenträger gefüllt war, können Sie in etwa leicht errechnen, wie lange die Wiederherstellung dauern sollte. Natürlich spielen hier noch Seiteneinflüsse wie Cache-Geschwindigkeit und RAID-Implementierung des jeweiligen Speichersystems eine wesentliche Rolle. Allerdings bekommen Sie dann schon einmal einen »Daumenwert«. Bei der Berechnung der Wiederherstellungszeit in einem Array von 7 plus 1 geht es nicht darum, wie die Leseleistung der noch funktionstüchtigen Medien. Den Bottleneck stellt vielmehr die wiederherszustellende SSD und deren Schreibleistung dar. Das Rechenbeispiel hierfür: Das Laufwerk schreibt 200 MByte pro Sekunde, es sind 128 GByte zu transportieren, also dauert das ganze 5x 128 = 640 Sekunden, also knapp elf Minuten. Dazwischen hängt aber wie gesagt das Array bzw. der Controller, und der kann diese Rohwerte durchaus beeinflussen. Aus ellf Minuten können dann auch gern mal eine halbe Stunde werden. Zusätzlicher Einfluss können zudem Zugriffe auf die RAID-Gruppe während des Recoverys sein.

Gruß

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