11.10.2013 (Doc Storage)
4.3 von 5, (3 Bewertungen)

Ist ein Cloud-RAID sinnvoll?

Leserfrage: Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat für das Speichern von Daten in der Cloud die »Cloud-RAID« vorgestellt. Die Empfehlung lautet, Unternehmensdaten nicht nur einem Cloud-Storage-Anbieter anzuvertrauen, sondern mehreren. Deshalb sollen die Daten auf Anwenderseite zunächst in mehrere Blöcke aufgeteilt und verschlüsselt werden, um sie dann verstreut bei mehreren unabhängigen Speicher-Anbieter im Netz abzulegen. Macht dies wirklich Sinn? In puncto SLAs und Brandbreite ist dies doch ein Desaster, oder?

Anzeige

Antwort Doc Storage:

Natürlich macht es immer Sinn, seine Daten nicht nur einem, sondern mehreren externen Anbietern anzuvertrauen. Zumindest, wenn dies schon sein muss und die interne Alternative nicht in Frage kommt. Aber erstens verschlüsseln Sie immer mit eigenen Methoden und behalten Sie somit die Hoheit über Ihre Schlüssel. Und zweitens splitten Sie ihre Daten nicht in kleinere Abschnitte, um sie dann teilweise an Dritte abzugeben, sondern speichern Sie immer vollständige Kopien Ihrer Daten in den externen Kapazitäten.

Was nützt es Ihnen, wenn ein Anbieter ausfällt, und Sie nur noch an einen Teil der Daten wieder herankommen? Klar kann man sich mit einem entsprechenden Algorithmus und Checksummen behelfen. Allerdings ist die Methode der n-fach-Kopie wesentlich einfacher zu handhaben und Sie haben Ihre Daten deutlich schneller im Zugriff - nämlich sofort.

So teuer kann die externe Kapazität gar nicht werden, wie es das Warten auf das Wiederherstellen der Daten wird. Und außerdem ist es auch noch unnötig komplex.

Gruß
Doc Storage

Stellen Sie Ihre Frage
Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Stellen Sie Ihre Frage an: DocStorage@speicherguide.de
Kommentare (1)
13.11.2013 - bayoda

Mit richtigen Algorithmen - ist wie schon gesagt die Methode der partiellen n-fachen Speicherung ein durchaus interessanter Punkt.

Jedoch braucht das im Gegensatz zu Ihrer Annahme nicht immer eine volle Kopie sein - was - bei den heutigen schmalbrüstigen Breitband Internet ein Disaster ist.

Wir haben so ein Produkt technisch in der Testphase inklusive Verschlüsselung und Deduplizierung.

Richtige Strategien vorausgesetzt ist die Wiederherstellung von mehreren unabhängigen Speicherdienst providern sogar schneller als das Ziehen einer einzelnen Kopie ...

mfg

M.Widmann


Mehr von Doc. tec. Storage 20.04.2018 Handhabbares Backup für PCs/Notebooks

Ein regelmäßiges Backup ist immer noch nicht bei allen Anwendern Gang und Gäbe. Oftmals handelt es sich Unwissenheit, aber auch um Faulheit. Was wäre für einen normalen User eine vernünftige und handhabbare Backup-Strategie?


06.04.2018 Datenschutz in kostenlosen Cloud-Speichern – echt jetzt?

Google hat einschlägige Daten aus dem Drive-Speicher seiner Nutzer gelöscht. Das heißt, der Anbieter greift auf die Daten seiner Nutzer zu und analysiert diese. Unser Doc sagt: »Der Datenschutz ist in sozialen Medien und kostenlosen Cloud-Speichern nicht gegeben.«


23.03.2018 IT ist nicht für DSGVO/GDPR verantwortlich – ein Rant

In den Unternehmen bricht allmählich Panik aus, die DSGVO/GDPR kommt. Unser Chefredakteur hatte in seinem Blog die Frage aufgeworfen, wieso es immer einen Tritt in den Allerwertesten benötige, bis (auch) wichtige Projekte in Angriff genommen werden. Jetzt ergreift der Doc das Wort…


09.03.2018 Lassen sich HDDs aus Videorekordern auslesen?

Lassen sich HDDs aus Festplatten-Videorekordern am PC auslesen und sichern? Ein Leser befürchtet, dass sein Panasonic-Rekorder allmählich in die Jahre kommt und möchte einem drohenden Filmverlust zu vorkommen. Der Doc sieht hier nur eine Möglichkeit…


02.03.2018 Festplatte mit schlechtem Zustandsstatus noch zu gebrauchen?

Ein Leser hat in seiner Firma eine alte Server-Festplatte mit über 60.000 Betriebsstunden gefunden und uns einen Status-Screenshot geschickt. Die Frage an Doc Storage lautet: »Ist diese Festplatte Ihrer Meinung nach noch zu gebrauchen, trotz dem Status `schlechter Zustand´?«


16.02.2018 HDD-Fehlerraten schlecht in RAID-5-Arrays?

Festplatten besitzen gewisse Fehlerraten, im Schnitt alle 10^14 Bit, das sind zirka zwölf TByte. In Arrays mit mehr als zwölf TByte können daher Lesefehler auftreten, die sich nicht wiederherstellen lassen. Ist RAID 5 daher nicht mehr zeitgerecht?

powered by
TIM DCP Datacore Software
N-TEC GmbH Unitrends
Fujitsu Technology Solutions GmbH