Häufig genutzte SSD-Bereiche unter Linux
Leserfrage: Eine Frage zum Einsatz einer SSD unter Linux. Würden Sie Bereiche, welche starken Veränderungen ausgesetzt sind, auf »klassische« Speichermedien auslagern, um die SSD von Schreibvorgängen zu entlasten und dadurch die Lebensdauer der SSD zu vergrößern? Oder ist das bei der aktuellen Generation von SSD nicht mehr notwendig? Ein typischer Bereich mit vielen Schreibvorgängen wäre ja beispielsweise der Swap-Space. Dieser würde einerseits in besonderem Maße von der höheren Performance profitieren, ist aber andererseits der klassische Fall von hohen Schreibzugriffen.
Antwort Doc Storage:
Sie haben ganz recht, bei der modernsten Generation von SSDs ist diese Art der »Sonderbehandlung« bestimmter Speicherbereiche nicht mehr notwendig. Zum einen sind die heutigen MLC-Medien wesentlich haltbarer als die ersten Generationen von SLC-SSDs vor einigen Jahren. Die durchschnittliche Betriebsdauer konnte von anfangs lediglich 150.000 bis 200.000 Stunden auf bis zu 750.000 Stunden gesteigert werden.Damit liegen SSDs heute in einem Bereich, in dem sich auch herkömmliche SAS- und frühere FC-Platten befinden. Zum anderen bringen die Laufwerke heute entsprechende Algorithmen mit, die nach dem LRU-Prinzip (Least Recent Used) die am wenigsten genutzten Zellen als nächste beschreiben und damit die Gesamtnutzung flach verteilen.
Viele Hersteller rüsten ihre SSDs auch mit Zusatzkapazitäten aus, die immer dann zum Tragen kommen, wenn einzelne Zellen ermüden und ausgeschaltet werden müssen. Auch dieses Detail erhöht nochmals die Gesamtlebensdauer deutlich. Ganz nebenbei würden Sie durch die Verlagerung gerade der Swap-Bereiche unter Linux auf SAS- oder gar SATA-Platten Ihr System mit angezogener Handbremse fahren.
Gruß
Doc Storage