Backup und Restore mit Xenserver?
Leserfrage: Als Systemhaus installieren wir bei Kunden öfters Citrix »XenServer«. Meist auf deren Wunsch, weil es einfach günstig ist. Aber wenn es um Backup und Restore von VMs geht, dann sind die Möglichkeiten einfach klar begrenzt. Es ist weit weg von den Features, die Vmware und Microsoft bieten. Es gibt auch kaum Anbieter von Zusatzprodukten. Was raten Sie, wenn der Kunde trotzdem bei Xenserver bleiben will?
Antwort Doc Storage:
Der Eindruck, es gäbe für das Backup von Xenserver-Umgebungen keine Backup-Methoden, ist schlicht falsch. Das Nicht-Vorhandensein von Zusatzprodukten heißt ja nicht, dass man in solchen Umfeldern keine Sicherung durchführen könnte. Die einfachsten Methoden, weil in das Produkt integriert, sind Snapshots virtueller Maschinen. Diese können entweder manuell mit Befehlen über das entsprechende API oder auch gescripted, also automatisiert erfolgen. Auf diese Weise erzeugte Abbilder benötigen relativ wenig Speicherplatz, allerdings ist hierzu eine tiefere Kenntnis der Xenserver-Funktionalitäten vonnöten. Auch eine Wiederherstellung einzelner Dateien, wie man diese vom traditionellen Backup her kennt, ist auf diese Weise kaum oder nur auf sehr aufwändige Weise möglich. Eine weitere integrierte Methode, allerdings unter Zuhilfenahme der Funktionalitäten des jeweiligen Speichersystems, ist die Replikation der Xenserver-Umgebung im selben oder auf ein entferntes Array. Diese Vorgehensweise nötigt dem IT-Manager allerdings größte Vorsicht ab, da während der Replikation beispielsweise Dateien auf beiden Volumen, Quelle und Ziel, gleichzeitig gelöscht werden. Es empfiehlt sich also, diese Methode nur außerhalb der produktiven Arbeitszeit anzuwenden, Kopien der logischen Laufwerke zu synchronisieren und das Verhältnis von Quellen und Zielen danach bis zum nächsten Durchlauf aufzuheben. Vorteil dieser Vorgehensweise ist die Erzeugung ohne weitere Hilfsmittel nutzbarer logischer Laufwerke und die damit einhergehende leichte Rekonstruktion bis auf die Ebene einzelner Dateien. Nachteil ist, dass das Ziellaufwerk genauso viel Speicherplatz benötigt wie die Quelle. Außerdem muss mit externen Mitteln für die Konsistenz der Daten in den Dateisystemen gesorgt werden, da sonst unbrauchbare Repliken oder gar Datenverlust auftreten können. Der sicherste Ansatz ist die Nutzung von Backup-Software auf den einzelnen virtuellen Maschinen, gänzlich unabhängig vom Xenserver. Für alle freigegebenen Tochterbetriebssysteme existieren entweder native Backup-Programme oder Agenten für zentrale Backup-Server, die die Daten wie von einem physikalischen Rechner auf Netzwerklaufwerke oder andere Medien kopieren. Zwar sind diese Software bzw. diese Agenten nicht für den Betrieb auf virtuellen Maschinen optimiert, jedoch erzeugen sie die brauchbarsten Sicherungen mit dem geringsten Anpassungsaufwand.
Gruß
Doc Storage