24.04.2008 (ubr) Drucken

Kompakte iSCSI-RAID-Systeme im Vergleich

RAID-Systeme erobern mit der iSCSI-Technologie nun auch den NAS- und SAN-Bereich in kleinen IT-Umgebungen. Dabei bieten sie nicht nur kleineren und mittleren Firmen vielfältige Funktionen, sondern sind ebenso durchaus eine valide Lösung für SOHO-Nutzer.

von Ulrike Rieß

Bei iSCSI-RAID-Systemen mit vier oder fünf Festplatten ist sich der Markt noch nicht einig, in welche Richtung es gehen soll bzw. für welche Klientel konzipiert wird. Zum einen möchten Hersteller eine preisgünstige Kombination aus Leistung, Speicher und Funktionsvielfalt bieten, zum anderen sich so weit abheben, dass ihr Produkt nicht gleich neben der heimischen Stereo-Anlage endet. Diese Gratwanderung ist nicht nur schwierig, sondern wird sicher nicht allein über den Preis ausgefochten. speicherguide.de begutachtet drei Systeme, die das Zeug haben, kleinere Firmen oder auch SOHOs in punkto Speicher glücklich zu machen.

Ausgewählte iSCSI-RAID-Systeme im Vergleich

Im Vergleich stehen sich die Modelle »ES-2100P NAS/iSCSI RAID« von EUROstor, »ICECube iSCSI« von N-Tec sowie »Provigo 300 IP-RAID« von transtec gegenüber. In diesem Segment weisen alle Systeme schlanke Abmessungen auf, entweder als Tower oder als 1U flaches 19-Zoll-Rack-Gerät. Im Falle des Transtec-Produkts kann der Speichersuchende sogar zwischen Rackmount oder Tower wählen. Ein auffallendes Design besitzt der würfelförmige Icecube. Alle Modelle nehmen 3,5-Zoll-SATA-II-Festplatten auf: Icecube und ES-2100 je fünf, der Provigo vier. Die Laufwerke lassen sich jeweils im laufenden Betrieb wechseln. Die Größe der Platten ist frei wählbar. Dadurch skalieren selbst die kleinen Speicherboxen in der Brutto-Kapazität auf bis zu vier oder fünf TByte.

Die Systeme sollen auch kleinen Unternehmen zuverlässigen Speicher und Ausfallsicherheit garantieren. In diesem Preisbereich müssen allerdings Abstriche gemacht werden. Netzteile und Controller sind hier nur einfach verbaut. In der Regel unterstützen die Modelle Windows- und Linux-Umgebungen, bei anderen Betriebssystemen sollte sich der IT-Manager genauer erkundigen. Der Icecube arbeitet plattformunabhängig. Eine Verwaltungs-Software gehört jeweils zum Lieferumfang. Trotz der eigenen Funktions-Tools lässt sich aber auch Backup-Software anderer Hersteller einsetzen. RAID-Sicherheit bieten alle Geräte, allerdings in unterschiedlichen Leveln.

Eurostor »ES-2100P NAS/iSCSI RAID«

 Zum Vergrößern anklicken!  Eurostor »ES-2100P NAS/iSCSI RAID«
Das Eurostor-System ES-2100P ist zusätzlich zu seinen zwei Ethernet-Ports mit verschiedenen Schnittstellen ausgestattet (siehe ausführliche Produkt-Review). Es verfügt über drei USB-Ports und einen eSATA-Erweiterungsport, über den sich dieses Modell als einziges im Vergleich kapazitär vergrößern lässt. An RAID-Schutz ermöglicht das Gerät Konfigurationen von 0, 1, 5, 6 oder 10. Zudem ist es als JBOD einsetzbar.

ES-2100 bietet umfangreiche Funktionen. Durch die beiden Ethernet-Ports ist beispielsweise Trunking möglich. RAID-Erweiterung, Verteilen von Quotas, Synchronisation auf ein anderes System oder das Einstellen von Zugriffsberechtigungen sind nur einige der Leistungsmerkmale. Der Preis für ein Einstiegsmodell liegt bei 990 Euro (netto). Damit erhält der Storage-Interessierte 1,25 TByte Brutto-Speicherkapazität und volle Funktionsvielfalt. Die Garantiezeit beläuft sich nur auf zwei Jahre.

N-Tec »ICECube iSCSI«

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Icecube bietet außer seiner auffälligen Würfelform auch zwei Ethernet-Ports (siehe ausführliche Produkt-Review). Er garantiert die RAID-Level 0, 1, 0+1, 3, 5 oder 6 und lässt sich als JBOD einsetzen. Plattformunabhängiges Operieren erlaubt den Einsatz jeglicher Backup-Software anderer Anbieter. Damit hängt die jeweilige Funktionsvielfalt von den verwendeten Tools ab. Durch einen Griff ist der Kubus zudem leicht von einem Standort an einen anderen zu bringen.

Der günstige Nettopreis von 995 Euro für das Modell mit fünf 250-GByte-Platten relativiert sich ein wenig, wenn zudem Software erworben werden muss. Allerdings besitzen die meisten Unternehmen bereits Backup- oder vielleicht auch Virtualisierungs-Software, mit der sich der Icecube bedienen lässt. Die Garantiedauer beträgt auch hier nur zwei Jahre.

Transtec »Provigo 300 IP-RAID«

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Mit seinen zwei Ethernet-Ports ermöglicht Provigo 300 Failover-Funktion und Load-Balancing (siehe ausführliche Produkt-Review). Darüber hinaus verfügt das Modell über verschiedene PCI/PCI-Express-Steckplätze, in die sich beispielsweise Netzwerkkarten oder Controller einfügen. Darüber hinaus besitzt es vier USB-Anschlüsse. Funktionen wie Snapshot oder Multi-Path werden Windows-optimiert unterstützt. Auch dieses Gerät lässt die RAID-Level 0, 1, 5, 6 oder eine Konfiguration als JBOD zu. Automatische und unterbrechungsfreie Kapazitätserweiterung und Migration der Volumes gehören beispielsweise zum Funktionsumfang.

Der Einstiegspreis für Provigo ist mit 1.990 Euro netto (ohne Festplatten) recht hoch. Mit vier 250-GByte-Drives liegt er bei 2.750 Euro. Der Hersteller gewährt eine dreijährige Garantie.

Fazit – klein, flexibel, Eintrittskarte ins SAN

Die Systeme lassen sich trotz ihrer nur vier oder fünf Platten skalieren und flexibel einsetzen. Zunächst ist ein Einsatz in einer Direktverbindung (DAS) möglich. Sind mehr Funktionen und verteilter Zugriff notwendig, ist durch das iSCSI-Feature auch eine SAN-Konfiguration umsetzbar. Größere Unternehmen können beispielsweise Filialen über diese Produkte in ihr SAN einbinden. Aber auch kleinere Büros müssen nun nicht mehr vor einem Speichernetzwerk zurückschrecken.

Wer im iSCSI-Bereich ganz klein und doch funktionell einsteigen will, ist mit diesen Geräten gut bedient. In kleinen Umgebungen sind aber sicher auch mehr als nur Ethernet-Anschlüsse gefragt. Darüber hinaus müssen die Administration, das Funktionsangebot und der Preis stimmen. Das Eurostor-Modell ist unser Favorit, da es einen günstigen Preis, viele Grundfunktionen und USB-Schnittstellen bietet. Darüber hinaus ist es als einziges im Vergleich über einen eSATA-Port zusätzlich erweiterbar. Wermutstropfen ist allerdings die nur zweijährige Garantie.

Der Icecube bietet zwar den gleichen günstigen Preis, hier muss der Administrator aber eventuell mit Software aufrüsten, je nachdem, was er an Funktionen in seiner Umgebung einsetzen möchte. Ansonsten ist das Gerät solide und im Bedarfsfall auch mobil. Transtec kann auf technischer Seite gut mithalten, allerdings nicht beim Preis. Lobenswert ist aber die dreijährige Garantie.


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