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Speicher mit Anschluss zu allem

Eine vereinte Speicherlandschaft soll die Diskussion um die richtige Umgebungskonfiguration beenden. Der IT-Manager könnte statt SAN oder NAS zu nutzen den gesamten Storage über eine Schnittstelle verwalten.

HDS »NAS 3080«
HDS »NAS 3080«
IT-Verantwortliche, die Speichersysteme wählen, mussten sich zunächst für eine Konfigurationsart und dementsprechend für die Schnittstellenoptionen entscheiden. Wer ein Storage-Area-Network (SAN) betreiben wollte, kam um Fibre-Channel nicht herum. Den Direktanschluss des Speichers – also Direct-Attached-Storage (DAS) – erledigte man klassisch über Ethernet oder SCSI, mittlerweile iSCSI. Für Network-Attached-Storage (NAS) benötigte der IT-Leiter ebenso iSCSI- oder Ethernet-Schnittstellen. Mit Unified-Storage soll sich dies ändern und die Verschmelzung der SAN- und NAS-Welt möglich werden, was Erleichterungen in der Verwaltung bringt.

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Unified-Storage bringt Blocks und Files zusammen

Ein Speichersystem, das als Unified-Storage klassifiziert ist, konsolidiert block- und filebasierte Zugriffe und unterstützt FC, iSCSI und Ethernet bzw. NAS-Funktionen. Manche Hersteller, wie Hitachi Data Systems (HDS) mit »P9500«, integrieren zudem »Fibre-Channel over Ethernet« (FCoE). Unified-Storage kann gleichzeitig Files speichern und blockbasierte I/Os abarbeiten. Derzeit sind solche Modelle meist NAS-Appliances mit Block-Modus-Support. NetApp und Reldata offerieren entsprechende Architekturen. IBM bietet dafür »SONAS«, HDS »NAS 3080«, EMC die »Celerra« und Fujitsu das »ETERNUS DX60« an. Um die Verbindung der Netzwerkwelten zu ermöglichen, greifen viele Anbieter auf den »Windows Unified Data Storage Server« von Microsoft zurück.

Ein Vorteil der Technologie sind sinkende Hardware-Investitionen. Statt Speichersysteme hinzuzukaufen, zu wechseln oder zu modifizieren und zwei Verwaltungsebenen zu bedienen, lässt sich nun alles über ein System erledigen. Bereits bestehende Investitionen lassen sich so länger und mit neuen Funktionen nutzen. Auch die gesamte Verwaltung erfolgt über dieses eine Produkt. Auch Schulungskosten sinken.

Allerdings hängt dann die gesamte Funktionsvielfalt der Speicherwelt vom Unified-Storage-System ab. Es könnte darüber hinaus zu Einschränkungen bei der Kontrolle der file- und blockbasierten I/Os kommen, was die Gesamtleistung schwächt. Aus diesem Grund sollten geschäftskritische und hochverfügbare Daten oder Anwendungen nach wie vor auf blockbasiertem Speicher verbleiben.

Die netzwerkumspannenden Speichersysteme kosten derzeit in etwa so viel wie FC-Modelle, der Anwender erhält aber dafür Funktionen wie Snapshots, Replikation und vieles mehr, was er vorher im NAS-Bereich noch nicht nutzen konnte. Die Heterogenität erhöht letztlich das Konsolidierungspotenzial des gesamten Rechenzentrums.

SAN-Speicher am leistungsstärksten

Unified-Storage mag heterogene Welten schaffen, ist aber in der Leistung noch etwas schwach auf der Brust. Deswegen ergibt sich für viele Administratoren nach wie vor die Frage nach gutem SAN- und/oder NAS-Speicher.

Fibre-Channel hatte bisher immer einen entscheidenden Bandbreiten-Vorteil, der in Kombination mit dem geringeren Protokoll-Overhead die Wahl für Hochleistungsspeicher schnell entschied. Es galt immer Leistung = FC, Kapazität = Ethernet. Mit der Einführung von 10-Gbit/s-Ethernet hat das Netzwerk selbst bei Abzug des Protokoll-Overheads einen Leistungsvorsprung gegenüber FC. Zudem nutzt der Speicher über Ethernet dieselbe Infrastruktur, die auch für die Rechnerkopplung verwendet wird. Es müssen also keine teuren Sonderkomponenten mehr angeschafft und das Personal muss nicht mehr auf diesen geschult werden.

Wer auf diesem leistungsfähigen Standardnetzwerk allerdings keine dateiorientierten Protokolle wie NFS oder CIFS verwendet, sondern wie auf einem »richtigen« Speichernetz mit Blocklaufwerken arbeiten möchte, dem stehen das bisher eher unglückliche iSCSI und FCoE zur Auswahl. iSCSI arbeitet mit Standardtreibern, die sich mit fast jedem Betriebssystem ausliefern und mit jedem Ethernet-Adapter nutzen lassen. FCoE verwendet Fibre-Channel-Blöcke, die in Ethernet-Blöcken transportiert und nur von speziellen Adaptern interpretiert werden können. Das macht seine Anwendung heute noch komplex und teuer.

Kleinere Unternehmen, die weder teuren SAN-Speicher noch Unified-Storage in Betracht ziehen, sollten auf NAS-Geräte setzen. Denn bis auf wenige Ausnahmen ist der Direktanschluss des Speichers in einer DAS-Konfiguration überholt und wenig effizient; die SCSI-Schnittstelle technisch nicht mehr relevant. Selbst für kleine und mittlere Firmen hält der Markt inzwischen NAS-, iSCSI- oder FCoE-Speicher bereit, die durchaus zu bezahlen sind und über die meisten der oben beschriebenen neuen Technologien verfügen. Dabei offerieren nicht nur die Marktmächtigen nützliche und preiswerte NAS-Speicher. EUROstor, Iomega, LaCie, Netgear oder N-Tec bieten günstige Systeme mit Funktionen wie beispielsweise Snapshots und Spiegelung an.

Ob FC oder Ethernet zum Einsatz kommt, hängt letztendlich von der vorhandenen Infrastruktur ab. Ist ein SAN vorhanden, stellt sich die Frage, ob sich die Aufrüstung auf die neuesten 8-Gbit-Komponenten noch lohnt oder gleich auf Ethernet mit iSCSI oder FCoE umgeschwenkt werden soll.