29.03.2011 (ubr) Drucken
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SGI »ArcFiniti A156«

SGI »ArcFiniti A156«
SGI »ArcFiniti A156«
Das »ArcFiniti A156« von SGI ist eine vorkonfigurierte Disk-Lösung für Archivierungsaufgaben, die NFS und CIFS unterstützt und so genanntes »Virtualized Tiering« gewährleistet. Das Gerät ist in zwei Speicherklassen geteilt: als Primärspeicher stehen 20 TByte zur Verfügung; im Archiv-Tier stecken 136 TByte nutzbare Kapazität im Gehäuse. Der Primärspeicher besteht aus 24 1-TByte-SAS-Festplatten, das Archiv-Tier ist mit 112 2-TByte-SATA-Laufwerken ausgerüstet. Die nutzbare Kapazität ergibt sich aus der vorinstallierten RAID-5-Konfiguration mit acht Hotspare-Platten. Für den Anschluss verfügt das System über drei 1-Gbit/s-Ports und zwei 10-Gbit/s-Interfaces. Der Primärspeicher soll die Daten aufnehmen, die noch immer in stetem Zugriff stehen. Das Archiv-Tier verwahrt die Daten, die für längere Zeiträume gesichert und doch bei Bedarf zügig zur Verfügung gestellt werden müssen. Das System lässt sich jeweils um Platten-Gehäuse mit 112 Medien erweitern.

Für Datensicherheit sorgt unter anderem ein Integrity-Check. Dabei werden die Informationen, die längere Zeit im System liegen kontinuierlich überprüft. Damit soll sichergestellt werden, dass die digitalen Informationen auch noch nach mehreren Monaten lesbar sind, ohne dass zusätzlicher Administrationsaufwand entsteht. Der Hersteller nennt dieses Tool »Disk Aerobics«. Die Überprüfung erfolgt pro Laufwerk in einem Prozess. Dafür wird die Festplatte, falls sie im Ruhemodus liegt, hochgefahren und zunächst auf physikalische Parameter untersucht. Danach erfolgt der Datentest. Stellt das System schadhafte oder drohende Inkonsistenzen fest, so kopiert es diese Inhalte auf eine andere – gesunde – Disk. Danach fährt die jeweilige Festplatte wieder herunter. Der gesamte Vorgang wird dokumentiert.

Das eigentliche Tiering geschieht automatisch und auf File-Ebene. Dabei kann der Nutzer entsprechende Regeln setzen, nach denen die Daten vom  Primärspeicher in das Archiv verschoben werden. Für den eigentlichen Anwender sind die abgelegten Informationen nach wie vor im Online-Zugriff, selbst wenn sie bereits im Archiv residieren.

Um den Energieverbrauch so gering und optimal wie möglich zu gestalten, stattet der Hersteller Arcfinity mit der so genannten »Power Managed RAID«-Software aus. Hierbei werden die Festplatten herunter gefahren, auf die kein Zugriff erfolgt. Der IT-Manager legt fest, wie viel Prozent seiner Laufwerke mindestens mit Energie versorgt werden sollen. Dabei bleibt der RAID-Schutz erhalten.

Fazit

Mit der Arcfinity-Serie, die insgesamt fünf Modelle umfasst, steigt SGI direkt in den Wettbewerb mit Data Domains »Archiver« ein. Dabei entschied sich SGI bewusst auf Deduplizierungsfunktion, da diese im Archivumfeld laut eigener Aussage nicht wirklich sinnvoll ist und entsprechend wenig genutzt würde. Viel mehr legt der Hersteller großes Augenmerk auf die Energiebilanz des Systems, da es ja auch als direkte Konkurrenz zu Bandbibliotheken zu sehen ist. Wer auf Band oder eine VTL nicht verzichten möchte, muss dies direkt beim Anbieter erfragen. Ein Anschluss dafür ist serienmäßig nicht vorgesehen. Welche Umgebung im zu sichernden Frontend agiert, ist dem gerät gleichgültig. Es arbeitet mit allen gängigen Betriebssystemen, Backup-Agenten und virtuellen Maschinen zusammen, solang sie NFS sprechen. Das CIFS-Protokoll wird erst im dritten Quartal 2011 unterstützt, ebenso die WORM-Funktion, die für Archivlösungen wohl unverzichtbar sein dürfte. Ein preislicher Vergleich lässt sich derzeit nicht ziehen, da der Redaktion keine Informationen zum Archiver von Data Domain vorliegen. Der Einstiegspreis für Arcfiniti liegt laut Liste bei rund 192.000 US-Dollar, Straßenpreise dürften sicherlich zirka 25 bis 30 Prozent darunter liegen.

Kurzinfo

Hersteller: Silicon Graphics GmbH

Werner-von-Siemens-Ring 1

D-85630 Grasbrunn

Tel. +49 89/46 10 80

Fax +49 89/46 10 82 22

Web: www.sgi.com

Link zum Produkt: Arcfinity 

Preis:  ab 191.842 US-Dollar (Listpreis)

Garantie: 3 Jahre

 

Technische Details

Nutzbare Speicherkapazität Primärspeicher: 20 TByte

Nutzbare Archivkapazität: 136 TByte

Anzahl Festplatten: 24x 1 TByte (Primärspeicher) 112x 2-TByte (Archiv)

Festplatten: SAS (Primärspeicher), SATA (Archiv)

Erweiterungsmodule: Erweiterung um je 112 Festplatten (ein Modul)

RAID-Level: 5 (plus 8 Hotspare-Laufwerke)

Schnittstellen: 3x 1-Gibt/s-Ethernet, 2x 10-Gbit/s-Ethernet

Unterstützte Protokolle: NFS

Plus

+ skalierbar

+ Energieüberwachung

+ automatisches Tiering

Minus

- CIFS erst im dritten Quartal verfügbar

- WORM-Funktion erst später verfügbar


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