Planung, Implementierung und Betrieb von Fibre-Channel-basierten
Speicherumgebungen – dieser Untertitel prangt auf dem Praxishandbuch
Speicherlösungen. Dabei ist den Autoren ein Werk gelungen, das sich auch
für Storage-Projekte in kleinen und mittleren Unternehmen eignet. Dabei
bekommt der Speicherverantwortliche nicht nur Lesestoff geboten,
sondern auch sehr detaillierte Checkliste, die ihm in einer
Projektarbeit viel Aufwand abnehmen können.Viel Know-how für Speicherprofis: Praxishandbuch Speicherlösungen
Fachbücher haben es heutzutage nicht leicht. Vor allem, wenn sie sich zu einem technischen Thema von Screenshot zu Screenshot hangeln und dazwischen nur mit fünf bis zehn Zeilen Text auskommen. Damit lassen sich zwar recht schnell umfassende Werke zusammenstellen, doch ob das in Zeiten von »Camtasia« noch sinnvoll ist – darüber lässt sich trefflich streiten.
Daher sind Ausnahmen dieser Art von Fachliteratur umso erfreulicher. Das »Praxishandbuch Speicherlösungen« vom Autorenteam Roland Döllinger, Reinhard Legler und Duc Thanh Bui aus dem dpunkt-Verlag hinterlässt vor diesem Hintergrund einen sehr guten Eindruck. Im Mittelpunkt steht hier ein Projekt aus dem Speicherumfeld, das logisch in die Phasen Planung, Build und Betrieb aufgeteilt wird. Dabei legen die Autoren die Messlatte recht hoch: das Buch soll als Leitfaden für Projekte im Speicherumfeld dienen und zudem noch das nötige Basiswissen vermitteln, um für Entscheidungen in diesem Umfeld die nötige Unterstützung bieten.
Der große Vorteil in diesem Werk ist sein praxisbezogener Charakter. Administratoren, aber auch IT-Projektleiter oder Consultants können von den Erfahrungsschatz der Autoren unmittelbar profitieren. Vor allem wenn es darum geht, ein eigenes Speicherprojekt im Fibre-Channel-Umfeld zu starten, sind viele Leitfäden zu finden, die vor allem den Teilbereich Bedarfsanalyse sowie den darauf aufbauenden Ausschreibungsprozess betreffen.
Im zweiten Teil – die Autoren betiteln ihn als Build – geht es um den Aufbau der Gesamtlösung. Interessanterweise werden Themen wie die Datenmigration und die Dokumentation der Lösung nicht ausgelassen – ja es wird sogar besonderes Augenmerk auf diese oftmals eher stiefmütterlich behandelten Aspekte gelegt. Im Kapitel Abnahmen kommen dann auch noch rechtliche Umgebungsparameter mit ins Spiel.
Optimierung im laufenden Betrieb
Der Kreis des Speicherprojekts schließt sich mit dem Betrieb – hier sind die Unterpunkt Normalbetrieb und Störungsbetrieb separat aufgeschlüsselt. Zudem wird mit dem Aspekt der Optimierung noch ein wichtiger Punkt adressiert – heutzutage könnte man in einem nicht optimalen Design einfach zusätzliche Kapazität einfügen, doch irgendwann kommt der Punkt, an dem diese „Flickschusterei“ nicht länger funktioniert. Dann wird es problematisch, die Weichen umzustellen. Daher ist man besserberaten, bereits rechtzeitig die Optimierung zu starten.
Für die tägliche Praxis haben die Autoren im Anhang auch noch wertvolle Informationen gesammelt. Von typischen Messwerte, die Aussagen zur Performance des Systems treffen, bis hin zu Checklisten und einem ausführlichen Glossar – viel Zusatzinfos runden das Werk ab.
Bewertung:
Allein schon die ausführlichen Checklisten sind das Geld und den Zeitaufwand für das Durchexerzieren des Buches wert. Daher empfiehlt sich das Werk nicht nur für Admins oder Speicher-Verantwortliche, die ein neues Projekt starten, sondern für alle die in diesem Umfeld tätig sind. Wenn ein Wunsch für eine weitere Auflage frei wäre: Ein Speicherprojekt auf iSCSI-Basis im Verbund mit Virtualisierungs-Plattformen wie VMware »vSphere 4« oder Microsoft Hyper-V würde gut passen.
Weitere Infos
Praxishandbuch Speicherlösungen; Roland Döllinger, Reinhard Legler, Duc Thanh Bui; dpunkt-Verlag; ISBN: 978-3-89864-588-1, Hardcover, Preis: 49,90 Euro
Kommentare:
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Mittelstand bedeutet doch nicht gleichzeitig billig und einfach, dumm oder dämlich. Es gibt genügend kleine Firmen, die ohne FC ziemlich unglücklich wären...
Ich bemängele eher, dass dieses Buch schon eine Zeit auf dem Markt ist und hätte mir gewünscht, wenn dass der Autor seine positive Kritik an detailierten Textbeispielen belegt oder eine Checkliste im Auszug veröffentlicht hätte.