22.03.2012 (eh) Drucken
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US-Spionagezentrum plant ein Yottabyte an Speicher

  • US-Spionagezentrum plant ein Yottabyte an Speicher
  • AT&T-Kommunikationsknoten sind bereits angezapft
  • Nach Exabyte kommt Zettabyte, und dann erst Yottabyte
Das Spionagenetzwerk der NSA (Bild: Wired)
Das Spionagenetzwerk der NSA (Bild: Wired)
Was die US-Bundesbehörde NSA (National Security Agency) im US-Bundesstaat Utah vorhat, lässt sich mit Big Data eigentlich nicht mehr umschreiben. Es dürfte unter Big Big Fat Data einzuordnen sein. Denn die NSA will einem Bericht des US-Magazins »Wired« zufolge ein gigantisches Spionagezentrum errichten. Dafür werden Kosten von rund 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) veranschlagt. Big Brother nimmt also richtig Geld in die Hand.

Das Spionagezentrum soll voraussichtlich im Laufe des Jahre 2013 den Betrieb aufnehmen. Es geht den Amerikanern um nichts geringeres, als das gesamte Web sowie alle Telefonanrufe und E-Mails der gesamten Welt zu durchleuchten. Die Rechenpower soll so immens sein, dass dann auch nicht öffentliche und verschlüsselte Daten auf ihre Inhalte geprüft werden können. Bis 2018 soll das Utah-Rechenzentrum mit einem entsprechenden neuen Supercomputer ausgestattet werden.

AT&T-Kommunikationsknoten sind bereits angezapft

Telekommunikationsanbieter werden dem Bericht zufolge einfach angezapft – ob ihnen das recht ist oder nicht. Die AT&T-Kommunikationsknoten in den USA gehören jedenfalls laut Wired bereits dazu. Weitere Informationen sammeln Spionagesatelliten, die den Funkverkehr einfach abhören.

Bei dem Abhören des weltweiten Datenverkehrs fallen immensen Datenmengen an. Dem Wired-Bericht zufolge stellen sich die Verantwortlichen angeblich auf ein Yottabyte (eine 1 mit 24 Nullen) an Speicherplatz ein – schließlich geht es um die Datenkommunikation der gesamten Welt, die gespeichert und überwacht werden will. Egal, ob es sich dabei um Google-Suchanfragen, Skype-Chats, eBay-Auktionen oder sonstige Dokumente oder Telefonate handelt.

Nach Exabyte kommt Zettabyte, und dann erst Yottabyte

Bei den Dimensionen des NAS-Spionagezentrums verblasst daneben direkt die Absicht des US-Geheimdienstes CIA, ein 10-Exabyte-Storage-System von Cleversafe zu installieren. Damit soll »nur« der Internet-Datenverkehr gescannt werden. 1 Exabyte – das ist eine 1 mit 18 Nullen. Moment – Yottabyte ist eine 1 mit 24 Nullen? Da fehlt doch was? Richtig, es gibt nach Exabyte noch Zettabyte, eine 1 mit 21 Nullen. Daran lässt sich der Dimensionssprung erkennen, den die NSA vorhat.

Übrigens: Aktuell gibt es nach Yottabyte keine Definition mehr. Die Wortschöpfer konnten sich seinerzeit nicht vorstellen, dass so viele Daten mal kreiert werden. Aber jedes Smartphone und die ersten modernen Autos mutieren mittlerweile zu gigantischen Datenschleudern, die sich scannen lassen, und lückenlose Bewegungs- und Kommunikationsprofile ihrer Besitzer erlauben. Solche Möglichkeiten ziehen Geheimdienstler nun mal an wie die Motten das Licht.

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24.07.2013 - griemert

Nach Schätzung von Binney speichert die NSA mittlerweile zwischen 40 und 50 Billionen Telefonate und E-Mails aus der ganzen Welt, vor allem Verbindungsdaten, aber auch Inhalte. Das von der NSA zur Zeit gebaute Datenzentrum in Bluffdale im US-Bundesstaat Utah könne aufgrund seiner Kapazitäten "mindestens 100 Jahre der globalen Kommunikation speichern", sagte Binney dem stern.
www.mmnews.de/index.php/etc/14010-ex-nsa-spion-packt-aus

23.03.2012 - ben-schwarz

So, ich fang jetzt wieder an, Briefe und Postkarten zu schreiben.
Und sagt mir keiner was gegen die Postkarten. Die hat früher auch schon des Postbote lesen können, und keiner hat sich drüber aufgeregt.

Ach ja, und Verschlüsselung. Das rückt jetzt bei mir auf der Prioritätsliste verdammt weit nach oben.


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