29.10.2012 (ubr) Drucken

Aetherstore bietet ungewöhnliche NAS-Alternative

»Nutze, was du hast!« So oder so ähnlich könnte man das Geschäftsmotto der Newcomer-Firma AetherStore umschreiben. Diese präsentiert einen ganz unkonventionellen Ansatz, verteilte Speicherressourcen zu mobilisieren: Man nutzt einfach die Rechner, die sich im eigenen Netzwerk befinden und deren Kapazität und Bandbreite, um verteilte Informationen vorzuhalten und zu sichern. Hinzu kommt, dass nur wenig administrativer Aufwand betrieben werden muss.

Entwickelt wurde diese Lösung von den zwei schottischen St-Andrews-Doktoranden Dr. Robert MacInnis und Dr. Angus Macdonald, die mit Allan Boyd aus Neuengland das Unternehmen gründeten. Das Produkt soll gerade kleinen Firmen dienen, die entweder nicht die Finanzen haben sich ein Speichernetzwerk einzurichten oder die sich schlichtweg den Aufwand für Filer oder SAN ersparen möchten.

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Netzwerkspeicher mit Bordmitteln

Das Konzept hinter Aetherstore, das sich mittels einer Software realisieren lassen soll, ist denkbar einfach. Innerhalb eines Netzwerkes, in dem Rechner – PCs oder Laptops – mittels peer-to-peer verbunden sind, verfügt oft jeder Computer über freie Ressourcen. Hier ein paar GByte Kapazität, dort Bandbreite. Diese Ressourcen werden mit der Aetherstore-Software zu einer Art virtueller Festplatte bzw. virtuellem Speicherpool zusammengefasst. Dieser stellt sich den Nutzern einfach als weitere Festplatte dar. Somit steht den Mitarbeitern auf einen Schlag mehr Speicherkapazität zur Verfügung als sie auf dem eigenen Rechner haben. Werden Daten nun gespeichert, erfolgt eine Deduplizierung und Verschlüsselung der Informationen. Die Datei wird in Fragmenten im Netzwerk verteilt, insgesamt in vier Kopien für Redundanz. Darüber hinaus kommt ein Cloud-Storage-Service zum Einsatz, um Versionierung und Langzeit-Backups zu gewährleisten. Da es keinen zentralen Controller gibt, ist auch kein Komplettausfall auf dieser Ebene zu erwarten. Fällt eine Node, also ein einzelner Rechner aus, so lassen sich die Daten aus den anderen Computern rekonstruieren. Die Schreibgeschwindigkeit entspricht der des lokalen Rechners, die Netzwerkspeicherfunktionalität erreicht der Verbund durch die Aetherstore-Software und Langzeitsicherheit garantiert der Cloud-Service. Skaliert wird der Netzwerkspeicher durch einfaches Hinzufügen weiterer Computer.

Ganz ohne administrativen Aufwand geht es natürlich nicht. So ätherisch ist selbst dieses Produkt nicht. Da es sich um Software handelt, muss sie aufgesetzt und konfiguriert werden, Updates wird es sicher auch geben sowie Handlungsbedarf bei Wiederherstellungen. Allerdings ist das eine andere Nummer als das Konfigurieren und Warten einer kompletten Netzwerkspeicherlösung. Derzeit unterstützt die Software Windows-basierte Umgebungen, kann aber auch in Linux- oder Mac-Umgebungen zum Fliegen gebracht werden. Das Produkt steht kurz vor der Beta-Test-Phase und die Jungunternehmer hoffen darauf, bald in Serie gehen zu können.

Bekanntes Konzept neu verpackt

Eigentlich ist das Aetherstore-Konzept nicht neu. Bereits in den 1980er Jahren gab es Ansätze dazu. Gerade im Forschungs- und Entwicklungsumfeld tobten sich Jungtechniker hier aus und sicherten ihre Daten verteilt im gesamten Netzwerk. Diese Methode kann ebenso für den Hausgebrauch verwendet werden, vorausgesetzt man hat mehr als drei Rechner. Auch ich als speicherguide.de-Redakteurin habe dieses Konzept mittels Synchronisation umgesetzt. Dabei gleichen Badge-Befehle die Inhalte aller Verzeichnisse miteinander ab und kopieren die jeweils aktuelle Version. Kostet nix und ist redundant. Man benötigt weder RAID, noch Hardware noch Cloud. Insofern ist die Idee der Aetherstore-Macher schon genial, ob und wie viel Geld in diesem Geschäft steckt, wird sich erst zeigen müssen.


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