Speicherkosten in den Griff bekommen
Angesichts wachsender Datenmengen und des immer höheren Storage- Bedarfs sind Technologien zur Effizienzsteigerung im Speicherumfeld unentbehrlich. Ziel ist es, Energie, Platz, Verwaltungsaufwand und damit Zeit bzw. Geld zu sparen. Nur mit den richtigen Technologien lassen sich Storage-Infrastrukturen aufbauen, die sich auch auszahlen.
Von Alexander Wallner, Netapp
Im Durchschnitt erreichen Unternehmen eine Storage-Auslastung von rund 40 Prozent. Das bedeutet, von jedem Euro, der für Storage ausgegeben wird, werden tatsächlich nur 40 Cent wirklich für die Datenspeicherung verwendet. Der Rest bleibt schlichtweg ungenutzt und wird verschwendet. Doch auch die restlichen 60 Prozent an ungenutzten Speicherkapazitäten benötigen und verbrauchen Strom, Kühlungsenergie, Platz, Serviceleistungen und Zeit für Verwaltung und Management. Angesichts der stetig wachsenden Datenmengen und eines steigenden Bedarfs an Datenspeichern von 50 bis 70 Prozent jährlich, lohnt es sich also, bei Investitionen in den Storage nachzurechnen und auf Technologien zu setzen, welche die Effizienz steigern und Kosten senken.
Was generell zu beachten ist
Um nicht den Vorwurf zu ernten, dass der verfügbare Speicherplatz nicht ausreiche, tendieren viele IT-Verantwortliche dazu, zu viel Storage einzukaufen. Doch neben den Kosten für die Anschaffung beansprucht der überflüssige Speicher auch Platz, Energie, Management- und Verwaltungsaufwand. Hinzu kommt, dass Storage-Systeme mit der Zeit veralten können.
Unternehmen sollten daher die Kosten für den gesamten Lebenszyklus des Storage in ihre Überlegungen einbeziehen und ausrechnen, wie teuer die meist ungenutzten Reservespeicher wirklich sind. Einsparpotenzial besteht auch bei der Archivierung. Oft liegen Daten mehrfach an verschiedenen Stellen auf den Archivierungsspeichern und nehmen damit zusätzlichen Speicherplatz ein, der durch eine Beseitigung der Dubletten eingespart werden könnte. Es sollte daher ein Plan entwickelt werden, um redundante Daten aufzuspüren bzw. zu beseitigen und keine neuen Dubletten entstehen zu lassen. Das macht den Storage deutlich schlanker und spart Zeit, Speicherplatz sowie Geld.
Darüber hinaus sollten Storage-Kapazitäten gut geplant werden, damit Neuanschaffungen an den richtigen Stellen getätigt werden. Hierfür muss jedoch zunächst ein Überblick über die tatsächliche Auslastung der eigenen Speichersysteme gewonnen werden und dieser fehlt oft. IT-Verantwortliche sollten sich daher im ersten Schritt ein Bild darüber verschaffen, wie effizient der eigene Storage genutzt wird und auf dieser Basis Prozesse, Technologien und Lösungen implementieren, die die Speicherauslastung an den richtigen Stellen optimieren.
Manche Storage-Hersteller, wie zum Beispiel NetApp, bieten Firmen dedizierte Tools an, mit denen berechnet werden kann, welche Storage-Einsparungen durch den Einsatz bestimmter Technologien möglich sind. Über Netapps Storage-Effizienz-Rechner etwa können Unternehmen ihre Daten- und Speicheranforderungen online eingeben und erhalten dann eine Auswertung der Einsparpotenziale.
Die richtigen Technologien
Auch wenn die Anschaffung neuer Speicherhardware auf den ersten Blick teuer erscheint, kann sich der Kauf lohnen. Dann nämlich, wenn Hersteller Technologien integrieren, die Kunden helfen, den Storage effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Sinnvoll sind hier Deduplizierung, Thin-Provisioning, Snapshot-Backups, Cloning und Kompression.
Generell besteht das Prinzip der Deduplizierung darin, identische Datenblöcke, Datenbruchstücke oder Dateien anhand ausgefeilter Algorithmen zu finden, Duplikate zu löschen und so Speicherplatz zu gewinnen. Weniger Storage-Kapazität bedeutet geringere Ausgaben und weniger Management.
Beim Backup sind Einsparungen von 5:1 bis 20:1 realistisch. Werden mehr als 20 Backup-Kopien auf Disk vorgehalten und liegt die Backup-Änderungsrate unter zwei Prozent, steigt der Effizienzgewinn. Im jeweils umgekehrten Fall sinkt er. Bei Primär- und Archivdaten sind Einsparungen zwischen 1,25:1 und 1,75:1 möglich. Dies entspricht einem Einsparungspotenzial zwischen 20 Prozent und 60 Prozent beim Speicherplatz. Auch hier bietet Netapp ein spezielles Tool, den Deduplizierungs-Rechner, dieses berechnet das Einsparungspotenzial mit Netapps Deduplizierung beim Primär-, Archiv- oder Backup-Storage.
Weitere Rationalisierungen sind mit Thin-Provisioning zu erreichen. In der Regel werden innerhalb des vorhandenen Speicher-Pools einzelnen Anwendungen feste Storage-Ressourcen zugewiesen. Die Applikationen nutzen den ihnen allokierten Speicher meist jedoch nur ineffektiv. Mit Hilfe von Thin-Provisioning lässt sich der Storage flexibel auf die Anwendungen verteilen und der Auslastungsgrad deutlich erhöhen. Netapp ist einer der ersten Storage-Anbieter für Thin-Provisioning von LUNs und Volumes.
Damit können LUNs jeder Größe definiert werden, ohne bereits bei deren Erstellung die physischen Kapazitäten festlegen zu müssen. Physische Festplattenkapazität wird nur verbraucht, wenn Daten geschrieben werden. Da die physische Festplattenkapazität vor dem Schreiben von Daten jedoch nicht angetastet wird, kann der freie Speicherplatz auf einer LUN so für andere LUNs verwendet werden. Speichereinsparungen von über 30 Prozent und Auslastungsraten von bis zu 70 Prozent sind daher allein mit Thin-Provisioning keine Seltenheit.
Dank platzsparender Snapshot-Backups werden Storage-Auslastung und Kosten zusätzlich optimiert. Kunden können mit der Netapp-Snapshot-Technologie zeitbezogene Kopien ihrer File-Systeme für die Datensicherung erstellen – von einzelnen Dateien bis hin zu einer kompletten Disaster-Recovery-Lösung. Die Snapshots werden in weniger als einer Sekunde erstellt, unabhängig von der Volume-Größe oder dem Aktivitätsniveau auf dem System. Die Methode arbeitet dabei mit logischen Verweisen auf Datenblöcke, aus denen sich der Datenstand zu einem bestimmten Zeitpunkt rekonstruieren lässt und spart damit Speicherplatz. Darüber hinaus wirken sich auch Cloning-Technologien wie Netapps »FlexClone« positiv auf die Einsparungspotenziale beim Storage aus. Sie replizieren Daten in Sekundenschnelle und erstellen transparente, virtuelle Kopien, die zum Zeitpunkt der Entstehung null Speicherplatz erfordern.
Des Weiteren führt Datenkompression zu deutlichen Einsparungen beim Speicherplatzbedarf und senkt damit die allgemeinen Storage-Kosten. Die Kompression modifiziert Daten auf Bit-Level und speichert sie anschließend platzsparender, um weniger Bits zu nutzen. Die Netapp-Datenkompression komprimiert acht aufeinanderfolgende 4-KByte-große Blöcke. Eine 32-KByte-Einheit oder Kompressionsgruppe besteht aus untergeordneten LUNs oder File-Datenblöcken. Nützlicher Nebeneffekt: Durch die Speicherung von Daten in den so genannten Kompressionsgruppen kann die Storage-Performance stärker erhöht werden als es bei der Kompression oder Dekompression von ganzen Files oder LUNs der Fall wäre.
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