09.12.2017 (kfr) Drucken
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Rückblick und Impressionen von der Cloud Expo 2017

  • Inhalt dieses Artikels
  • Rückblick und Impressionen von der Cloud Expo 2017
  • Storage muss im Fokus bleiben
  • Cloud Expo Europe & Co. ist keine Leitmesse
  • Kaum ein Aussteller gibt ein öffentliches Statement ab
  • Winmagic: DSGVO das richtige Thema für die Cloud Security Expo
  • Fotos der Cloud Expo 2017

Cloud Expo Europe 2017Cloud Expo Europe 2017Und schon ist sie auch wieder vorbei, die Cloud Expo Europe 2017. Gott sei Dank, möchte man nach gefühlt 2.000 Werbe- und Bettel-Mails (»man möge doch bitte kommen«) sagen. Sie waren bestimmt auch im Verteiler. Dies war schon letztes Jahr ein Aufreger. Wie uns scheint, hat der Veranstalter heuer noch ein paar Mails mehr rausgeschickt. Allerdings, wer nicht für seine Sache trommelt, wird nicht wahrgenommen. Wir haben da zur Flash Forward auch ein paar Erfahrungen gesammelt.

250 Vorträge umfasste die Agenda der Cloud Expo Europe250 Vorträge umfasste die Agenda der Cloud Expo Europe2016 sollen es über 5.000 Besucher gewesen sein, dieses Jahr wollte Veranstalter Closer Still Media am 28./29. November noch deutlich mehr Teilnehmer ausweisen. Wir können uns nur schwer vorstellen, dass dieses Ziel erreicht wurde. Der erste Konferenztag war, sagen wir, gut besucht. Trotzdem hatten wir den Eindruck, dass an vielen Ständen wenig los war, egal ob am Vormittag oder am Nachmittag. Wir haben am Dienstag einige skeptische Stimmen gehört. Der Mittwoch lässt sich auf keinen Fall mehr schönreden. Da war gefühlt um mindestens die Hälfte weniger los als am Dienstag.

Allerdings, und dies haben wir auch diskutiert, wenn jemand nicht genügend Besucher hat, ist er in großen Teilen auch selbst schuld. Egal wie horrend die Standgebühren sind, man darf sich nicht ausschließlich auf den Veranstalter verlassen. Die Aussteller müssen schon auch selber mitmachen. Wir sind beispielsweise mit einem vollen Terminplan nach Frankfurt gefahren. Logisch. Anderenfalls treffe ich eventuell nicht die passenden Leute oder die Ansprechpartner haben keine Zeit für mich. Kurz, es ist dann ein reines Glückspiel.

Nun reden wir uns einfach, wir sitzen nur herum, plaudern, schlürfen einen Cappuccino nach dem anderen und müssen nichts verkaufen. Wir müssen uns zwar auch irgendwie finanzieren, aber im ersten Schritt genügt es, wenn die Reise- und Übernachtungskosten wieder reinkommen.

Aus unserer persönlichen Sicht war die Cloud Expo in Ordnung, weil wir selbst etwas daraus gemacht haben. Ob wir 2018 nochmal zu zweit für zwei Tage anreisen? Vermutlich nicht. Der Erfolg einer Konferenz hängt sicher nicht nur an den großen Herstellern, die Mischung macht's. Die ist aber nicht mehr gegeben. Das ist gegenüber den Anwesenden nicht despektierlich gemeint, auch kleinere Anbieter haben interessante und gute Produkte.

Storage muss im Fokus bleiben

Hier schließt sich freilich auch die Frage an, ist Storage überhaupt noch wichtig? Diese Diskussion hatten wir gleich bei unserem ersten Termin. Meine Meinung ist ganz klar: »Ja, selbstverständlich. Wichtiger denn je!« Nehmt einfach die Speichersysteme aus den Rechenzentren heraus, dann wird es da drin ganz schön leer. Die Daten sind die neue Währung, richtig. Das heißt aber nicht, dass der Speicherplatz der Daten plötzlich nicht mehr wichtig wäre. Daten waren schon immer wichtig. Nur sind sie jetzt noch wichtiger und es werden immer mehr. Sehr viel mehr. Das heißt, sie benötigen das beste Zuhause, dass man ihnen geben kann.

Wieso entsteht der Eindruck, dass Storage plötzlich seinen Stellenwert verliert? Die Marketing-Budgets werden kleiner. Das ist der einzige Grund. Zudem entwickeln sich die vor allem die großen Hersteller weiter und bieten nicht mehr nur Speichersilos, sondern weitereichende Lösungen. Alle weisen sie uns den Weg durch das Digitalisierungs-Labyrinth, Cloud-Gebilde und helfen beim Datenmanagement. Ein sicherer, performanter und erschwinglicher Storage ist jeweils die Grundlage, nur wird das gar nicht mehr so kommuniziert. Das liegt auch daran, dass die Hersteller heute versuchen, Entscheider ansprechen, die sich eher weniger für Details interessieren, als die Technikfraktion.

Darin unterscheidet sich übrigens auch ein Merkmal deutscher IT-Abteilungen. Den Amis genügt es beispielsweise, wenn ein Problem gelöst wird. Wir möchten schon gerne auch das Wie, Wo und Warum wissen. Deswegen benötigen – angeblich – neue Technologien auch immer etwas länger zu uns, als in anderen Ländern.

Cloud Expo Europe & Co. ist keine Leitmesse

Vielleicht ist es zu viel verlangt, der Cloud Expo in Frankfurt mit ihren Begleitkonferenzen, die Rolle einer Leitmesse anzudichten. Wahrscheinlich ist die Konferenz zu vielschichtig und um ganz ehrlich zu sein, wie soll ein englischer Veranstalter eine deutsche Leitmesse organisieren? Den Bedarf sehen wir aber schon. Die CeBIT erfüllt diesen Auftrag schon lange nicht mehr, die Systems wurde schon vor fast zehn Jahren abgeschafft. War die SNW (Storage Networking World) seinerzeit eine Leitmesse? Aus heutiger Sicht, irgendwie schon. Ich meine mich zu erinnern, dass zum Beispiel HDS auf der SNW 2006(?) seine TagmaStore-Systeme vorgestellt hat. Damals waren das echte Boliden, heute muss sich daran keiner mehr erinnern. Aber die SNW hat man damals nicht einfach so verpasst. Die SNIA hat sich irgendwann immer mehr rausgezogen, der Rest ist eh Geschichte…

Wir zweifeln daran, dass das Thema Storage entscheidend zurückkehrt – zumindest auf diese Veranstaltung. Daher wird die Cloud Expo für uns zunehmend uninteressanter oder sagen wir, der Aufwand rechnet sich immer weniger. Es besteht jedoch Hoffnung für die Thematik. Den besonders Aufmerksamen ist vielleicht die letzte Seite unseres Einkaufsführers Storage 2017 aufgefallen. Noch gibt es keine Details, wir sind aber mit den Initiatoren im Gespräch.

Kaum ein Aussteller gibt ein öffentliches Statement ab

Wir haben bei allen unseren Gesprächspartner auf der Messe einen Kommentar angefragt. Um es ehrlich zu sagen, es kam wenig zurück bzw. keiner möchte seine Kritik veröffentlicht sehen. Was sollen wir sagen, so wird’s vermutlich auch nicht wirklich besser.

»Für die Awareness war es gut, aber Leads konnten wir kaum einsammeln«, sagt beispielsweise der Vertriebsleiter eines kleineren Storage-B-Brands. Eine anderer bezeichnet die Veranstaltung zunehmend als »Klassentreffen der Frankfurter IT-Szene«. Die Kritik lautet letztendlich meist, zu wenige Endkunden, zu hohe Kosten.


Winmagic: DSGVO das richtige Thema für die Cloud Security Expo

Es sind allerdings nicht alle unzufrieden. Für WinMagic beispielsweise hat die Cloud Security Expo gepasst. COO Mark Hickman äußert sich speicherguide.de gegenüber folgendermaßen: »Mit Frankfurt als Messestadt ist die Cloud Security Expo im Herzen Europas vertreten und schafft damit einen internationalen Hub für Cloud-Spezialisten aus aller Welt. Wir als Winmagic waren sehr stolz, unseren Teil zum Ideenaustausch und zur Aufklärung über das Thema Sicherheit in der Cloud beizutragen. Besonders unter Berücksichtigung der anstehenden DSGVO bot die Messe einen hervorragenden Rahmen, um Unternehmen einen Weg in die Umsetzung aufzuzeigen.«

Fotos der Cloud Expo 2017

Fotos der Cloud Expo Europe 2017 (Bilder 23)
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Claudia Hesse und Karl Fröhlich beim verdienten Feierabendbier