28.02.2014 (Doc Storage)
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SSDs wurden im RZ regelrecht verschmort

Leserfrage: Ein Administrationskollege erzählte mir neulich, dass er seine Applikationen im Rechenzentrum beschleunigen wollte, und natürlich deshalb in seinen Arrays etliche Festplatten gegen SSDs austauschte. Es ging auch alles wunderbar schneller – aber nach zwei bis drei Wochen seien ihm die SSDs regelrecht verschmort.

Auskunft der SSD-Hersteller: Für seine Lastanforderungen seien die SSDs nicht konzipiert. Er bräuchte noch spezielle Controller, die die Last besser auf die verschiedenen SSDs verteilen würden. Bevor man sich so was selbst zusammenkonfiguriert – wäre da nicht ein All-Flash-Array besser?

Antwort Doc Storage:

Kurze Antwort: Wenn einem seine Daten lieb und teuer sind, dann auf jeden Fall. Die SSD-Hersteller haben hier mit ihrer Auskunft durchaus recht.

Zwar sorgen die in den Medien verbauten Controller für eine ebenmäßige Nutzung aller Speicherzellen und damit eine gleichmäßige Verteilung der Last im Laufwerk. Allerdings »wissen« die meisten Entry- und Midrange-Arrays nichts von der Beschaffenheit der Laufwerke, die an sie angeschlossen sind, und verteilen die Last relativ ungeplant über die Laufwerke. Somit kann es passieren, dass einige SSDs bereits nach wenigen Wochen die garantierte Zahl von Überschreibungen in ihren Zellen überschritten haben und damit unbrauchbar werden.

Standard-SSDs mit MLCs aus dem Consumer-Bereich sind damit völlig ungeeignet für den schnellen Ersatz gewöhnlicher Festplatten. Sie sollten sich bei einem solchen Vorhaben auf jeden Fall für eMLC- oder noch besser SLC-Medien entscheiden. Diese sind zwar deutlich teurer als die aus dem Elektronikmarkt bekannten Modelle, halten jedoch ein Vielfaches an Schreibzyklen aus und werden somit auch noch nach Monaten oder gar Jahren nicht unbrauchbar.

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (2)
28.02.2014 - kfr

Lieber Herr Fuhrmann,
vielen Dank für Ihre Ausführungen.
Wir freuen uns wirklich über jeden, der einen Kommentar hinterlässt, diese dürfen auch gerne Hersteller-gefärbt sein, wir bitten jedoch darum, dass Kommentarfeld nicht für Eigenwerbung zu benutzen.
Für Termine und Veranstaltungen gibt es eine eigene Rubrik. Dort kann man seine Termine kostenlos eintragen.
Ansonsten bieten wir diverse Werbeformen zu attraktiven Konditionen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Fröhliche Grüße
Karl Fröhlich
speicherguide.de

28.02.2014 - christian

Lieber User, lieber Doc Storage,

gleich wieder vorausgeschickt: ich arbeite für Pure Storage!

Wenn man Festplatten einfach nur durch SSDs ersetzt, sprechen wir nicht von einem All-Flash-Array sondern von einem All-SSD-Array, weil das Storage-(Betriebs-)System nicht für Flash gemacht wurde. Das führt dazu daß jede Menge Schreib-I/Os auf die SSDs einprasseln. Magnetplatten können damit umgehen, MLCs nicht - aber auch bei eMLCs und SLCs ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Reservezellen aufgebraucht sind.

Die Lösung bieten All-Flash-Arrays wie die von Pure Storage. Das für Flash designte Betriebssystem kümmert sich darum, daß möglichst wenige Schreibvorgänge direkt auf den SSDs landen. Dies geschieht durch Daten-Reduktion vor dem Schreibvorgang und durch ein Scheduling der Schreibvorgänge. Somit werden die I/Os um Faktor 100 reduziert, wodurch auch MLCs jahrelang halten.

Auf der CeBIT haben wir drei dieser Systeme ausgestellt, gerne erzählen wir Ihnen dort mehr Details: Pure Storage, Halle 2, Stand A36.

Viele Grüße,
Christian Fuhrmann


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