17.07.2020 (kfr)
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Terramaster F4-210 – preiswertes 4-Bay-NAS im Test

  • Inhalt dieses Artikels
  • F4-210(1GB): unkomplizierte Inbetriebnahme und Konfiguration
  • F4-210 im Langzeittest
  • Fazit F4-210: Besser als erwartet

Das TerraMaster F4-210 bietet Platz für bis zu vier Festplatten und richtet sich als NAS-Alternative an Heim- und SOHO-Anwender. Hauptargument des chinesischen Herstellers ist der Preis. Das Leergehäuse wird in zwei Varianten mit 1 bzw. 2 GByte Systemspeicher ab rund 200 und 260 Euro angeboten.

Für den Takt ist ARM V8-Prozessor Realtek RTD1296 (Quad-Core 1,4 GHz) zuständig. Zur Ausstattung gehören ein 1-Gbit-Netzwerkanschluss sowie zwei USB-3.0-Ports. Das NAS unterstützt die RAID-Level 0, 1, 5 und 6 sowie die Modi JBOD und Single-Drive. Zu den Funktionen gehören Benutzer, Benutzergruppen und Berechtigungs-Einstellungen für freigegebene Ordner. Die Lese-/Schreibberechtigungen für jeden Benutzer lassen sich nach Bedarf festlegen, dazu gehört auch eine Verschlüsselung. Als Betriebssystem kommt das hauseigene TOS (TerraMaster Operating System) in der Version 4.1.24 zum Einsatz.

Terramaster F4-210(1GB): Das 4-Bay-NAS ist als Leergehäuse bereits ab 200 Euro erhältlich (Bild: speicherguide.de).Terramaster F4-210(1GB): Das 4-Bay-NAS ist als Leergehäuse bereits ab 200 Euro erhältlich.


F4-210(1GB): unkomplizierte Inbetriebnahme und Konfiguration

Uns stand ein F4-210(1GB) zu Verfügung: Die Inbetriebnahme ist unkompliziert und gelingt auf Anhieb. Wir bestücken das NAS mit vier identischen WD Red-HDDs mit je 2 TByte. Dazu verschrauben wir die Platten jeweils auf einem der Kunststoff-Shuttles. Der passende Schraubendreher wird mitgeliefert, wie auch eine großzügige Anzahl an Schräubchen. Dem Gehäuse und vor allem den Einschüben merkt man den günstigen Preis des Systems an. Da hatten wir schon deutlich hochwertigere Geräte im Test.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich denkbar einfach: Wir rufen die vorgegebene URL auf, wählen unseren Gerätetyp aus und folgen den Anweisungen. Dazu gehört unter anderem die Installation der Software TNAS PC. Mit dieser initialisieren wir das NAS, inklusive des TOS-Betriebssystems und des Administrator-Settings. Über das Browser-gestützte TOS-Tool richten wir das F210 ein und legen Benutzer an.

Zudem lassen sich Sicherheitseinstellungen vornehmen und verschiedene Anwendungen installieren. Hierzu gehören unter anderem Synchronisierungen mit Cloud-Speichern Dropbox, Elephant Drive, Google Drive und OneDrive. Zudem lassen sich Snapshots erstellen und Wordpress-Webseiten aufsetzen.

F4-210 im Langzeittest

Was wirklich sofort funktioniert, ist der Remote-Zugriff von außerhalb, über TNAS Online bzw. die iOS-App TNAS mobile. Das ist nach wie vor nicht selbstverständlich.

Das F4-210 ist für die Nutzung mit zwei bis fünf Usern konzipiert. Mit unserem üblichen Schreibtest messen wir eine Datenrate zwischen rund 18 und 50 MByte/s, je nach Dateigröße und Umfang der geschriebenen Ordner. Das ist nicht sonderlich viel: Zum Vergleich, der Elly-Server, den wir parallel getestet haben kommt auf doppelt so hohe Werte.

Allerdings sind die verwendeten WD-Red-Platten schon etwas älter. Daher sehen wir die Benchmarks eher als besseren Richtwert. Zudem ist der eingesetzte Realtek-Prozessor mit 1,4 GHz auch kein Geschwindigkeitswunder. Im Office-Alltag mit dem F4-210 sind kaum Beeinträchtigungen zu spüren.

Positiv: Wird das NAS nicht genutzt, wechselt das System in den Energiesparmodus. Die Zeit lässt sich in verschiedenen Schritten einstellen. Die Aufwachzeit bemisst sich allerdings in Minuten.

Das Terramaster F4-210 kommt mit einem 1-Gbit-LAN-Port und zwei USB-3.0-Anschlüssen (Bild: speicherguide.de).Das Terramaster F4-210 kommt mit einem 1-Gbit-LAN-Port und zwei USB-3.0-Anschlüssen.


Fazit F4-210: Besser als erwartet

Insgesamt können wir sagen, das F4-210-NAS macht uns durchaus Freude und funktioniert besser als erwartet. Das TOS-Betriebssystem läuft mittlerweile stabil, wir können nichts daran aussetzen. Im Internet finden sich viele kritische Kommentare, die aber fast alle schon etwas älter sind. Auch der gebotenen Funktionsumfang muss sich nicht verstecken.

Bemängeln möchten wir, dass auch Terramaster die Anwender mit den möglichen Einstellungen und Apps alleine lässt. Die Aktivierung der internen Firewall ist für weniger versierte IT-Spezialisten kaum möglich. Hilfestellungen und Beispiele sind nicht gegeben, und dies, obwohl vor allem Einsteiger zur Zielgruppe des günstigen Netzwerkspeichers gehören.

Wer ein einfaches NAS-System mit Private-Cloud-Funktion sucht und nicht allzu viel Geld anlegen möchte, für den ist das F4-210(1GByte) eine Alternative. Der Internetpreis liegt bei rund 200 Euro. Wir würden aber dazu raten, möglichst noch 60 Euro mehr zu investieren und das Modell mit 2 GByte Arbeitsspeicher zu erwerben.

Der Preis ist generell das vordergründige Kaufargument von Terramaster. 4-Bay-NAS-Systeme ohne Festplatten von Herstellern wie Buffalo, Qnap und Synology kosten fast das doppelte oder mehr. Wobei es auch von diesen Anbietern günstigere Modelle mit Realtek- oder ALA-CPUs gibt.

Anmerkung der Redaktion

Als Vertreter der These keine Kompromisse beim Datenspeichern, sind wir fast ein wenig im Zwiespalt. Von der Gehäusequalität wäre das F4-210 nicht unsere erste Wahl. Die Shuttles erwecken nicht den Eindruck, als würden sie ein häufiges rein und raus lange durchalten. Einmal aufgebaut, rührt man das Ding aber eigentlich nicht mehr an. Im direkten Hardware-Vergleich sind die einschlägigen Markengeräte deutlich wertiger. Trotzdem möchten wir das Terramaster-System nicht abwerten, es verrichtet seinen Dienst: es speichert und gibt uns Cloud-Zugriff.

Wir wollen das NAS zunächst weiter als Backup-Speicher nutzen. Bei einem System, dass sich nicht im Produktiveinsatz, kann man ruhig etwas günstiger einsteigen. In wie weit sich die langsame Performance als hinderlich erweist, muss sich zeigen.

Kurzinfo

Hersteller: TerraMaster Technology Co., Ltd.
Shenzhen, China
E-Mail: sales@terra-master.com
Web: www.terra-master.com/de/
Direkter Link zum Produkt: F4-210(1GB)
Preis (brutto): ca. 200 Euro (1 GByte RAM), 260 Euro (2 GByte RAM)
Garantie: 2 Jahre

Technische Details

Laufwerkseinschübe: 4
Prozessor: Realtek RTD1296 (Quad Core 1,4GHz)
Prozessorarchitektur: ARM V8 64 Bit
Arbeitsspeicher: 1 GByte
Schnittstellen: 2x USB 3.0, 1x Gbit-LAN
max. Bruttokapazität: 64 TByte (16TB x 4)
RAID-Level: 0, 1, 5, 6, 10, JBOD, Single
Dateisystem: EXT4, BTRFS, EXT3, NTFS; FAT32, HFS+
Dateiprotokolle: SAMBA, AFP, NFS, FTP, WebDAV
Protokolle: CIFS/SAMBA, NFS, FTP, TFTP, HTTPS, SSH, iSCSI, SNMP, SMTP
Verbindungs-Verschlüsselung: TLS 1.2, ECDHE_RSA with X25519, AES_256_GCM
Daten-Verschlüsselung: AES 256
Besonderheiten: RAID-Migration, SSD-Cache. Hot-Spare, S.M.A.R.T., Snapshot, Cloud-Funktion


Kommentare (1)

20.07.2020 - Jobe

Hallo
koennt ihr bitte den Performance Test etwas genauer beschreiben? ich bin etwas "geschockt" über die nicht mehr zeitgemässe Schreibleistung, an den Platten kann es mMn nicht liegen, die sind schnell genug um 1Gb/s zu sättigen.
Speziell beim Backup macht es schon einen Unterschied wenn zB Image Backups ala Veeam gefahren werden.