04.03.2016 (eh)
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Interview mit K&L Electronics: Wartungsverlängerung rockt

Oftmals wird IT-Hardware in einem sehr kurzfristigen Turnus ausgetauscht. Das muss nicht sein, meint Michael Loidl, Geschäftsführer von K&L Electronics, im Interview mit speicherguide.de. Mit ein paar kleinen Maßnahmen, wie einer herstellerunabhängigen Garantieverlängerung oder strategischer Nachbeschaffung, können Unternehmen den Lebenszyklus von IT-Hardware entscheidend verlängern – mit Vorteilen für die Umwelt, aber auch die Kostenstruktur des Unternehmens.

  Herr Loidl, viele Firmen tauschen IT-Hardware wie Server und Storage im Turnus von drei oder vier Jahren aus. Muss das sein?

Michael Loidl, Geschäftsführer, K&L electronicsMichael Loidl, Geschäftsführer, K&L electronicsLoidl: Aus unserer Sicht besteht dazu häufig kein Anlass. Viele Server und Storage-Einheiten sind auch nach drei Jahren noch voll funktionsfähig und ausreichend leistungsstark. Die Hersteller bringen zwar jedes Jahr neue Geräte auf den Markt, die Entwicklungssprünge sind jedoch nicht immer so groß, dass jede Entwicklungsstufe wirklich einen entscheidenden Fortschritt mit sich bringt.

  Woher kommt dann dieser Austauschzyklus?

Loidl: In der Regel laufen nach drei Jahren die Herstellergarantien und der technische Support durch den Hersteller aus. Viele namhafte Hersteller bieten auch keine Garantieverlängerung mehr an, so dass die Unternehmen quasi gezwungen sind, ihre Geräte auszutauschen, wenn sie weiterhin sicher sein wollen, dass sie Unterstützung bekommen, wenn Probleme auftreten. Der Austausch erfolgt aber auch, weil Unternehmen gerne mit identischen Geräten arbeiten, die aber schon nach einem Jahr nicht mehr im Standardsortiment vorhanden sind.

  Durch diesen schnellen Austausch entstehen Kosten und jede Menge Elektroschrott…

Loidl: Das Thema hat in der Tat eine ökologische und ökonomische Dimension. Durch den häufigen Wechsel der IT-Hardware entstehen Tonnen von Elektroschrott, der wertvolle Rohstoffe bindet und zu vielerlei ökologischen Problemen führt. Die Bilder kennen wir alle aus dem Fernsehen. Und natürlich bedeutet der IT-Wechsel immer auch einen enormen Kostenfaktor für ein Unternehmen – sowohl für die Beschaffung der Geräte als auch die Einrichtung.

  Eine Antwort darauf ist Third-Party-Maintenance (TPM), also Wartung und Wartungsverlängerung durch Drittunternehmen. Welche Lösungen bieten Sie hier an?

Loidl: Zusammen mit einem weltweit tätigen Dienstleister bieten wir Erweiterungen zu den konventionellen Garantieleistungen der Hersteller an, auch für gebrauchte Geräte. Diese Post-Warranty gibt es auf verschiedenen Service-Levels, von der reinen Hardwaregarantie bis zum 24/7-Service weltweit mit garantierten Reaktions- und Wiederherstellungszeiten.

  Werden dabei nur bestimmte Storage-Hersteller supportet?

Loidl: Es werden alle gängigen Storage-Produkte der großen IT-Hersteller unterstützt, wie beispielsweise HP, FSC, IBM, HDS oder Netapp.

  Und für die Ergänzung der IT-Hardware?

Loidl: Wir können so gut wie jedes Gerät nachbeschaffen, oftmals auch noch als Neugerät. Damit ist die Homogenität der IT-Hardware gewährleistet.

  Wie ist das möglich?

Loidl: Wiederaufbereitete und neuwertige IT beziehen wir aus qualitativ hochwertigen Herstellerprogrammen, wie zum Beispiel »HP Renew«, »Lenovo extended lifecycle«, »Fujitsu Technology Solutions Wiedervermarktung« oder »Cisco Refresh«. Viele weitere Quellen internationaler Wiedervermarkter von Storage-Lösungen ermöglichen zusätzliche Verfügbarkeiten. Mit diesem Service können Unternehmen daher noch nach Jahren ihren IT-Gerätepool erweitern – und das mit vollen Garantieleistungen auf bestehende und zusätzlich angeschaffte Geräte. Mit diesen Maßnahmen kann der IT-Lifecycle über Jahre verlängert werden – umwelt- und ressourcenschonend, aber auch mit Vorteilen für die Bilanz.

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