02.06.2015 (eh)
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Interview mit SEP: zu viele Recoverys mit alten Backups

Virtualisierung, Cloud, Software-defined Storage und Datenexplosion verändern die Rechenzentren. Hinzu kommt, dass der Großteil der Daten neuerdings unstrukturiert vorliegen wird – und somit nicht verwertbar ist. Zeitrahmen und Budget für Datensicherung und Backup laufen völlig aus dem Ruder. Wie die Zeitfenster für Backup-Prozesse weiter zu verkürzen und festgelegte Recovery-Ziele bestmöglich einzuhalten sind, darüber sprach speicherguide.de mit Christian Ruoff, Business Development Manager vom Backup-Softwarehaus SEP.

  Sind angesichts des rasanten Datenwachstums die bekannten Backup-Strategien vergangener Tage passe? Oder genügt es, bekannte Backup-Strategien lediglich anzupassen?

Christian Ruoff, Business Development Manager, SEPChristian Ruoff, Business Development Manager, SEPRuoff: Die Methoden zur Datensicherung und -Wiederherstellung werden immer ausgereifter. Beim Backup werden beispielsweise nur noch veränderte Datenblöcke verarbeitet und gesichert, wie bei CBT (Change Block Tracking), Deduplizierung und der blockweisen Replikation.

  Woran sollten Administratoren in den Unternehmen arbeiten, um ihr Backup für den weiterhin tobenden Daten-Tsunami fit zu halten?

Ruoff: 1) Administratoren haben enormes Einsparpotential beim Backup-Speicher, wenn sie die gesicherten Daten deduplizieren. Bei der Deduplizierung ist darauf zu achten, dass diese nicht nur innerhalb eines Sicherungsauftrages dedupliziert, sondern das Deduplizierungspotential über alle Sicherungsaufträge hinweg nutzt. Hier ein Beispiel: Wenn man mit der »SEP sesam Si3«-Deduplizierung zehn Server komplett sichert, wird das Betriebssystem nur einmal auf dem Sicherungsmedium abgelegt. Mit dieser Methode hat der Daten-Tsunami ein Ende.
2) Administratoren sollten die Daten in ihrem Unternehmen/Organisation unbedingt genau unter die Lupe nehmen und analysieren, welche Daten und Systeme wie schnell wiederhergestellt werden müssen. Unserer Erfahrung nach finden 90 Prozent der System- und Datenwiederherstellungen mit maximal zwei Wochen alten Backups statt. Die Systemverantwortlichen sollten sich also überlegen, ob weniger unternehmensrelevante Daten auf günstigere Sicherungsmedien automatisch migriert werden können.

  Woran erkennen Sie, dass sich in den Unternehmen die Datensicherung in einem Wandel befindet?

Ruoff: An der großen Nachfrage nach der »SEP sesam Si3«-Deduplizierung und -Replizierung, um den Speicherbedarf zu reduzieren. Darüber hinaus wollen die IT-Leiter sicherstellen, dass Anwendungen und Datenbanken auch in ihren virtualisierten Umgebungen konsistent wiederhergestellt werden können.

  Haben Sie ein besonderes Best-Practise-Beispiel aus dem Backup-Bereich, das Sie beeindruckt hat?

Ruoff: Einer unserer Kunden nutzt Instant-Recovery, um E-Mails aus einer alten, nicht mehr im produktiven Einsatz befindlichen Groupware-Version wiederherstellen zu können. Wenn der Administrator Restore-Anfragen für bereits archivierte E-Mails erhält, startet er aus dem benötigten Backup einfach die komplette archivierte VM, und stellt aus dieser die benötigten Daten wieder her. Immer wieder lernen auch wir von den Best-Practise-Szenarien, die unsere Kunden mit unserer Hybrid-Backup-Lösung umsetzen.

  Die Cloud wird – vor allem von Cloud-Anbietern – als neue Auslagerungsalternative für Backup-Daten, Archivierung und Replikation propagiert. Wie sehen Sie diesen Ansatz? Ist das die Zukunft? Auch für große Enterprise-Organisationen mit richtig großen Datenbeständen?

Ruoff: Wir beobachten, dass unsere Kunden aus dem deutschen Mittelstand den gesichtslosen Cloud-Anbietern ihre Daten nicht anvertrauen. Unsere Kunden nutzen aber immer mehr Cloud-Services von Anbietern, denen Sie persönlich vertrauen. Ein jederzeit verfügbarer, zuverlässiger Service, höchste Sicherheitsstandards und hohe Performanz stehen dabei im Vordergrund. SEP sesam wird bei diesen Kunden für das Replizieren von wichtigen On-Premise-Servern in die Cloud genutzt, um Cold-Standby-Systeme zum unmittelbaren produktiven Einsatz im Desaster-Fall zur Verfügung stellen zu können. Das händische Auslagern von Daten in Form von Bändern wird immer mehr durch die automatische Replikation der Daten in einen Cloud-Standort ersetzt.

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