22.08.2016 (kfr) Drucken
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Toshiba »OCZ RD400« – M.2-SSD im Hands-on-Test

  • Inhalt dieses Artikels
  • RD400 mit 512 GByte im Hands-on-Test
  • Fazit: M.2 ist sauschnell

Toshiba »OCZ RD400« mit M.2-Interface und NVMe-Protokoll.Toshiba »OCZ RD400« mit M.2-Interface und NVMe-Protokoll.Mit der OCZ RD400 betritt auch Toshiba die M.2- und NVMe-Szene. Bisher war nur Samsung nennenswert in Erscheinung getreten. Ein weiterer Marktbegleiter macht sicher Sinn. Das Besondere an dem Produkt: Toshiba liefert direkt einen PCIe-x4-Adapter mit. Damit lässt sich die Flash-Karte auch in Desktop-Rechner einbauen, die noch nicht über eine M.2-Schnittstelle verfügen. Toshibas RD400 ist in Kapazitäten ab 128 bis 1.024 GByte erhältlich.

Herkömmliche SATA-SSDs verwenden das AHCI-Protokoll (Advanced Host Controller Interface). Demgegenüber kann NVMe mehrere Befehle gleichzeitig verarbeiten und soll eine fünfmal schnellere Performance erreichen.

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RD400 mit 512 GByte im Hands-on-Test

Die OCZ RD400 mit der mobilen Workstation P50 von Lenovo.Die OCZ RD400 mit der mobilen Workstation P50 von Lenovo.Für unseren Hands-on-Test hat uns Toshiba eine RD400 mit 512 GByte und PCIe-Adapter geschickt. Zudem unterstützt uns der Münchener Laptop-Spezialist Studi-Notebooks dankenswerterweise mit einem Lenovo-Notebook des Typs ThinkPad P50*. Den PCIe-Adapter konnten wir noch nicht ausprobieren. Ein Update dieses Beitrags folgt aber in Kürze.

Für den Einbau in den Mobilrechner wird noch eine Halterung benötigt, die als optionales Zubehör nicht ganz acht Euro kostet. Nachdem wir auf der Notebook-Unterseite den Deckel abgeschraubt und vorsichtig abgenommen haben, lässt der M.2-Tray sehr einfach einbauen. Die RD400 wird sofort erkannt und steht nach dem Einrichten eines Volumes und anschließender Formatierung als Speichermedium bereit.

Um es direkt zu sagen, bisher hatten wir keinen schnelleren Speicher im Test als die M.2-SSD. Der erste Praxiskontakt ist wirklich ein Wow-Effekt. Mit »CrystalDiskBenchmark 5.1.2« messen wir sequentiell lesend 2.494 und schreibend 1.572 MByte/s. Zum Vergleich die OCZ TR150 schafft beispielsweise 552,1 bzw. 526,9 MByte/s. Und dies waren auch schon gute Werte.

Bei der Geschwindigkeit stößt unser bisheriger Kopiertest an seine Grenzen, da handgestoppt. Die Kopie einer zirka 3,8 GByte großen HD-Video (35min-Aufnahme mit einer »GoPro Hero 2«) von einer internen SSD (»840 EVO«) schafft der M.2-Speicher mit rund 770 MByte/s in knapp 5 Sekunden. Beim Kopieren eines rund einem GByte großen Ordners mit unterschiedlich großen Dateien schafft die SSD eine Übertragungsrate von zirka 310 MByte/s.

Mit HD Tune messen wir eine durchschnittliche Transferrate von rund einem GByte/s. Das Minimum liegt bei 842 MByte/s.

Fazit: M.2 ist sauschnell

Die OCZ RD400 ist der aktuell schnellste Speicher in unseren Tests. Mit durchschnittlichen Transferraten von über 300 MByte/s von bis zu einem GByte/s, ist der Datenspeicher absolut kein Flaschenhals mehr.

Vergleichen konnten wir die RD400 mit der im Test-Notebook verbauten 256-GByte-M.2 von Samsung (mit Lenovo-Branding). Mit dem CrystalDiskMark schneidet die OCZ besser ab, laut HD Tune ist die Lenovo-M.2 etwas schneller. In der gefühlten Praxis ist M.2 einfach sauschnell.

Unser Testmuster mit PCIe-x4-Adapterkarte kostet mit 512 GByte rund 300 Euro. Ohne Adapter beginnen die Preise im Internet bei zirka 270 Euro. Für die gebotene Leistung ist ein Preis/GByte-Verhältnis von 0,53 bis 0,59 Euro mehr als akzeptabel. Im Vergleich mit der OCZ TR150 mit 480 GByte (ca. 0,24 Euro/GByte) oder der Samsung 850 Pro mit 512 GByte (ca. 0,43 Euro/GByte) hält sich der Aufpreis für M.2 in Grenzen.

Der Preis ist nicht das Problem, sondern, ob sich der vorhandene Rechner mit M.2 aufrüsten lässt. Ansonsten raten wir allen, die Wert auf Geschwindigkeit legen, beim Rechnerneukauf auf eine M.2-Unterstützung zu achten. Die OCZ RD400 ist jedenfalls ein guter Kauf.

Frage in die Runde: Plant Ihr den Kauf einer M.2-SSD oder habt eventuell schon zugeschlagen? Wenn ja, welche Kapazität bzw. Modell habt Ihr im Blick?

Kurzinfo

Hersteller:Toshiba America Electronic Components Inc.
9740 Irvine Blvd.

Irvine, CA 92618
Tel: +1 (408) 733-84 00
Web: OCZ Solid State Drive
Direkter Link zum Produkt: RD400
Preis: ab ca. 669 Euro (1.024 GByte)
ab ca. 300 Euro (512 GByte)
ab ca. 200 Euro (256 GByte)
ab ca. 121 Euro (128 GByte)
Garantie: 5 Jahre

Technische Details
Bauform:
M.2
Schnittstelle: 
PCIe 3.0 x4
Kapazität: 128, 256, 512, 1.024 GByte
Max. Geschwindigkeit Lesen/Schreiben: 2.200-2.600/620-1.600 MByte/s (512 GB)
IOPS 4K lesen/schreiben:
170k-210k/110k-140k IOPS
Speichertyp: MLC
Protokoll: NVMe
Controller: Toshiba TC58NCP070GSB
Cache: 512 MByte
MTBF: 1,5 Mio. Stunden
Besonderheiten:
PCIe-x4-Adapterkarte

Plus
+ sehr schnelle Performance
+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ überdurchschnittliche Garantie

Minus
-

* Test-Notebook: Lenovo Thinkpad P50
- 39,6 cm (15,6") UHD-4K matt
- Intel Xeon E3-1505M v5 Quadcore (2,80 bis 3,70 GHz)
- 256 GByte PCIe 3.0x4 SSD
- 8 GByte DDR4 ECC RAM
- Nvidia Quadro M2000M mit 4 GByte
- Windows 7/10 Pro (64 Bit)


Kommentare (2)

28.10.2016 - kfr

Nachdem ich M.2 erleben durfte, will ich das auch. Mein Notebook ist aber noch kein Jahr alt, da muss ich noch warten. Ich würde aber minimum 512 GByte nehmen. Alles andere ist zu wenig. Im Desktop habe ich eine 1-TByte-SSD, damit kann man gut arbeiten.

28.10.2016 - RSchuster

Hi, wenn ich mein nächstes Notebook bekomme (hoffentlich Anfang 2017) plane ich eine mind. 256GB eher 512GB M.2 SSD. Für meinen PC (ja ich habe noch soetwas) steht eine 1TB Erweiterung an.