25.03.2010 (kfr) Drucken
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Home-IT: Ohne zentralem Speicher geht bald nichts mehr

Karl Fröhlich
Gut vier Jahre ist die Einführung der ersten Mini-RAID-Systeme für den Massenmarkt her: kompakte Geräte in der Größe von Schuhkartons, vier Platten und sehr viel Kunststoff. Die erste Generation war allerdings zu kompliziert, zu langsam und zu laut. Kein Wunder, dass sich die eigentlich anvisierte Zielgruppe in Zurückhaltung übte. Dachten die Hersteller doch mit den Mini-RAID/NAS-Systemen vor allem den privaten Endanwender ansprechen zu können. Eher überraschend kauften vor allem kleine Unternehmen, Freiberufler und Arbeitsgruppen.
Mittlerweile kommt aber Bewegung in den Markt. Die neuesten Mini-NAS-Systeme basieren auf Intels »Atom«-Prozessoren und sind nicht mehr ganz so langsam wie früher. Mit Transferraten von zehn bis 20 MByte/s wurde kein Anwender glücklich. Heute übliche 50 bis 80 MByte/s sind noch nicht berauschend – vor allem, wenn mehrere Anwender auf das NAS zugreifen – aber ein bedeutender Fortschritt. Knackpunkt bleibt, dass nicht nur die RAID-Funktion per Software erledigt wird, sondern auch die Netzwerkfunktion. Daher sollte nicht nur das Preis-Kapazitäts-Verhältnis ein Kaufkriterium sein. Erst mit einer schnellen CPU und einem großzügigen Cache wird man an seinem zentralen Datenhort Freude haben. Fortgeschrittene Nutzer könnten mit einem Euronas- oder Open-E-Dongle einen älteren PC zu einem NAS-Server umbauen. Preiswerter ist dies nicht, aber das Endergebnis in der Regel bedeutend schneller.
Noch sind Mini-RAID/NAS-Systeme ein Nischenmarkt. Aber SoHo-Umgebungen und die private Anwendung kranken an Übeln, die aus Rechenzentren bekannt sind: ungenutzter und dezentraler Speicher, der sich zu Hause über mehrere externe Festplatten verteilt. Zudem benötigen TByte-Kapazitäten allmählich eine Art Management. Ganz zu schweigen von unseren lieben guten Freunden: Backup & Recovery. Noch ist für viele Home-Storage etwas Obskures aus einer fernen Zukunft. Aber denkste, die Zukunft hat bereits begonnen!
Ihr
Karl Fröhlich, Chefredakteur speicherguide.de

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Kommentare (1)
01.12.2011 - Godwin

Dank Aldi bewahrheitet sich heute Deine These, Karl. ;)