25.11.2010 (ubr) Drucken
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Das weite Feld des Mittelstands

Ulrike Rieß

Die Speicherbranche entdeckt den Mittelstand für sich. Noch nie war der Druck bei den Speicherherstellern größer, gerade in diesem Bereich hohe Umsatzzahlen und große Marktdurchdringung zu erreichen. Jeder möchte hier mitverdienen. Dies erweist sich aber als nicht ganz einfach, denn gerade der Mittelstand ist ein weites Feld.
Eigentlich ist der Bereich der mittelständischen Unternehmen klar definiert. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn klassifiziert hier Firmen mit 10 bis 500 Mitarbeitern und Umsätzen von einer bis 50 Millionen Euro im Jahr. Alles darunter sind Kleinstbetriebe; darüber befinden sich große Kapitalgesellschaften oder Konzerne. Leider ist die Aufteilung des Speichermarktes nicht ganz so einfach, denn Firmen mit 15 Kollegen benötigen wahrscheinlich andere Speichersysteme als Unternehmen mit 250 Leuten. Also sucht sich jeder Storage-Anbieter seine Nischen und Vertikalen.
Um den unterschiedlichen Anforderungen innerhalb des mittleren Sektors gerecht zu werden wirft nun jeder Speicheranbieter seine eigene Mittelstandsdefinition und Technologien in den Ring und zaubert das entsprechende Mittelstandsprodukt aus dem Hut. Manch einer konzentriert sich auf spezielle vertikale Märkte wie beispielsweise Iternity mit »iCAS« für das Gesundheitswesen, ein anderer setzt auf eine bestimmte Technologie wie HP mit der iSCSI-Lösung »LeftHand« oder vertreibt Windows-optimierte Systeme wie N-Tec mit  Windows-basierten Speichermodellen für unterschiedliche Einsatzszenarien. Darüber hinaus gibt es viele – ebenfalls mittelständische – Anbieter wie Buffalo, Iomega, Netgear, Promise oder Transtec, die sich regelmäßig ein kleines Stück dieses Kuchens herausschneiden.
Der gehobene Mittelstand wird eher von den großen Vertretern der Branche bedient: EMC, HDS, HP, IBM und Netapp buhlen um die Firmen, die mit 400 bis 500 Mitarbeitern durchaus Lösungen wie »EVA«, »Symmetrix«, »VSP« oder »DS8000« gebrauchen können.
Auch wenn die technischen Anforderungen im Mittelstand unterschiedlich sein mögen, ein paar Randparameter wollen alle Unternehmen erfüllt wissen: Skalierbarkeit, Replikation, Deduplizierung und möglichst einfache Verwaltung und Überwachung kommen eigentlich nie aus der Mode. Auch im Mittelstand geht der Trend zur Zweitkomponente, sprich zur Ausfallsicherheit durch redundante Bauteile: Netzteile, Lüfter und Controller. Durch die weiterhin wachsenden Datenbestände und die damit verbundenen Datensicherungs- und Vorhaltungsbestimmungen brauchen diese Unternehmen nicht zuletzt eins ganz besonders: hohe Funktionalität zu bezahlbarem Preis. Und nur wer das vorweist, kann mit den Mittelständlern Geschäfte machen.
Ihre Ulrike Rieß, Redakteurin speicherguide.de