Hands-on-Test: Vkernel »vOPS Server 6.0«
Parallel zum großen modularen »vFoglight« gibt es bei Quest (Dell) mit »vOPS 6« auch ein vollintegriertes Management-Tool mit Multi-Hypervisor-Support. Das Tool zielt auf mittelgroße Umgebungen und verspricht neben dem Monitoring und Kapazitätsanalyse auch aktive Verwaltungsfunktionen.
Von Max LesselDie Software kommt als virtuelle Appliance basierend auf Suse Linux und unterstützt Hypervisoren von VMware, Microsoft und RedHat. Dabei klinkt sich die Software nicht direkt in den jeweiligen Virtualisierungs-Host, sondern verlangt den jeweiligen Management Server: »vCenter Server«, »SCOM« oder »Redhat Virtualisazion Manager«. Für den Hands-on-Test integriert speicherguide.de das Tool in eine »vSphere 5.1«-Umgebung (weitere Tests folgen).
Die Vops-Web-Oberfläche wirkt aufgeräumt und gut strukturiert. Ein Dashboard gibt einen kurzen Überblick über die Umgebung und aktuelle Fehler oder Probleme. Das »Inefficency & Waste«-Panel verweist auf unpassend konfigurierte VMs und schlägt angemessene Ressourceneinstellungen vor. Dabei berückstichtigt Vops neben den durchschnittlichen Messwerten einer VM aber auch gemessene Spitzenwerte und bezieht diese in die Resizing-Vorschläge mit ein. Das kann »vCops« von Vmware beispielsweise nicht. Ebenso offeriert Vops, die vorgeschlagenen Konfigurationsänderungen gleich durchzuführen. Im Test funktioniert das problemlos, auch wenn die meisten VMs dafür neu starten müssen.
Die weiteren Ansichten liefern Details zur Performance, Kapazität und Effizienz der Konfiguration. Alle Views zeigen Echtzeitanalysen aber auch Vorhersagen für die nahe Zukunft. Neben plakativen Status-Displays bietet Vops auch Detailansichten mit Leistungs-Graphen über einen längeren Analyse-Zeitraum. Das Root-Cause-Panel stellt bei Alarmen und Problemen die Zusammenhänge dar und hilft dem Verwalter, die Quelle des jeweiligen Fehlers zu finden.
Der so genannte Change-Analyser listet Änderungen an der Infrastruktur. Das ist besonders in Umgebungen mit mehreren Administratoren recht praktisch.
Ein simples Chargeback-Modul errechnet die Kosten und das Einsparpotenzial. Allerdings halten sich die Konfigurationsmöglichkeiten der Chargeback-Funktion in Grenzen.
Vops sendet Alarme per Mail aus, beschränkt sich dabei aber auf statistische Schwellwerte als Auslöser. Ein Smart-Alerting wie es Vcops offeriert, hat Vops zumindest in der getesteten Standard-Edition, nicht.
Wer Interesse an dem Tool hat, kann eine 30-Tage-Trial-Version herunter laden. Zudem offeriert Vkernel mit dem »Server Explorer« ein simples kostenfreies Tool, das zumindest einen groben Überblick über den Zustand der Umgebung darstellt.
Fazit
Vkernel Vops von Quest (Dell) liefert einen guten Überblick über kleine und mittelgroße virtualisierte Umgebungen. Im direkten Vergleich zu Vcops von Vmware fehlen dem Tool die Smart Alerts und ein detailliert zu konfigurierendes Chargeback-Management. Dafür kann Vops selbst eingreifen und berücksichtigt Peaks bei der Performance-Analyse. Vops fällt dabei deutlich günstiger aus als Vcops.
Quest Software/Dell GmbH
Unterschweinsteige 10
60549 Frankfurt
Web: www.vkernel.com
Direkter Link zum Produkt: Vops
Preis: 550 US-Dollar pro Host-CPU-Sockel (Vops Standard)
800 US-Dollar pro Host-CPU-Sockel (Enterprise-Version)
Plus
+ Multi-Hypervisor-Support
+ übersichtliches Web-GUI
+ Steuerung der VM-Infrastrutur aus Vops heraus
- wenig Konfigurationsmöglichkeiten im Chargeback-Modul
- statische Schwellwerte für Alarme