05.01.2016 (eh) Drucken
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Datarecovery rettete 2015 überwiegend USB-Festplatten

  • Inhalt dieses Artikels
  • Datarecovery rettete 2015 überwiegend USB-Festplatten
  • Datenrettung seltener: Magnetbänder und SSD
  • Freilaufender Hund verursacht Datencrash am NAS-Server
  • Datenrettung bei fliegenden Smartphones
  • Seltener, aber auch das retten Datenretter: verschollene Sexvideos

Bei welchen Speichermedien kamen im vergangenen Jahr die meisten Datencrashs vor? Und welche außergewöhnlichen Anfragen und Aufträge brachten die Datenretter zum Schmunzeln? Das auf Datenwiederherstellungen spezialisierte Unternehmen Datarecovery Datenrettung gibt einen Einblick, was sich 2015 so alles zutrug.

2,5-Zoll-USB-Festplatten waren 2015 besonders oft von Datenverlusten betroffen (Quelle/Grafik: Datarecovery Datenrettung)2,5-Zoll-USB-Festplatten waren 2015 besonders oft von Datenverlusten betroffen (Quelle/Grafik: Datarecovery Datenrettung)An der Spitze der Datenrekonstruktionen standen 2015 USB-Festplatten (2,5 Zoll). »Annähernd jeder fünfte Datenverlust, den wir im letzten Jahr verzeichneten, betraf diesen Gerätetyp«, betont Jan Bindig, CEO von Datarecovery Datenrettung. »Externe HDDs sind sehr anfällig für physikalische Schäden infolge von Stürzen oder Stößen.«

3,5-Zoll-SATA-Festplatten waren am zweithäufigsten von einem Datencrash betroffen. Dabei versagten vor allem die internen Hard-Disk-Drives (HDD), die über einen 1-TByte großes Speichervolumen verfügen. Auf dem dritten Platz liegen NAS-Server. Insbesondere die mit vier Platten und RAID-5-Arrays fielen aus.

Datenrettung seltener: Magnetbänder und SSD

Auch schwimmende Smartphones beschäftigten 2015 die Datenretter von Datarecovery oft (Rang 4). Der heiße Sommer hatte seinen Anteil. Handy-Daten mussten vorrangig in den Sommermonaten nach Wasserschäden rekonstruiert werden.

Auf den Plätzen 5 und 6 folgen Datenverluste von RAID- bzw. Storage-Systemen und virtuellen Servern. Bei Letzteren bereiteten hauptsächlich VMware-, Microsoft-Hyper-V- und Citrix-Xen-Server den Nutzern Probleme. Den achten Rang belegen SSDs. »Die zunehmend in mobilen Geräten, zum Beispiel in Tablets, verbauten Solid-State-Drives verkraften Stöße sowie Temperaturschwankungen besser und sind deshalb schadensresistenter«, erläutert Bindig.

Weniger häufig wurden kaputte USB-Sticks/Speicherkarten und Magnetbänder (primär LTO) bei Datarecovery abgegeben (Rang 8 und 9). Noch seltener trat ein Crash bei sonstigen Datenträgern wie optischen Medien (beispielsweise CDs und DVDs) oder Diktiergeräten auf (Platz 10).

Freilaufender Hund verursacht Datencrash am NAS-Server

Alle Jahre wieder hat die Datenrettungsfirma auch mit dem ein oder anderen ungewöhnlichen Datenverlust zu tun. 2015 bildete da keine Ausnahme. Beispielsweise lag ein Selbstständiger leider falsch mit seiner Einschätzung, dass der Büroumzug per Fahrrad sicherer sei als mit dem LKW. Er bevorzugte es nämlich, seinen NAS-Server, auf dem zentrale Unternehmensdaten abgelegt waren, auf dem Gepäckträger zu transportieren.

Ausgerechnet auf dieser Fahrt kreuzte ein Hund seinen Weg. Eine abrupte Bremsung rettete zwar den Hund, führte aber dazu, dass sowohl der Mann als auch der Datenträger vom Rad stürzten. Zwei der insgesamt vier Festplatten wurden dadurch ramponiert.

Auch ein Fehler menschlicher Natur legte einen RAID-Verbund lahm. Ein Systemadministrator glaubte, anstatt des Produktivservers das Backup-System vor sich zu haben, und wechselte die verkehrte Festplatte aus. Zudem entfernte er noch eine zweite aus dem Speichermedium. »Entnimmt man aus einem RAID55 zwei Platten gleichzeitig, ist das komplette Array inkonsistent und muss rekonstruiert werden«, erläutert Bindig. Datarecovery konnte die verlorenen Daten retten.

Datenrettung bei fliegenden Smartphones

In einem anderen Fall landete ein Smartphone im Schornstein eines Hauses. Das Mobiltelefon hatte nicht etwa der Weihnachtsmann als Geschenk dagelassen. Es war einem Mann aus der Jackentasche gefallen, während er das Dach reparierte. Das Gerät trug schwere Beschädigungen davon.

Aus bedeutend größerer Höhe stürzte 2015 ein weiteres Handy ab. Eine junge Frau wollte selbst beim Fallschirmspringen nicht auf ihr Smartphone verzichten, vergaß allerdings, es sicher zu verstauen. Nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, bemerkte sie den Fauxpas und startete eine großangelegte Suchaktion – mit Erfolg. Das Telefon wurde gefunden. Obwohl es erwartungsgemäß stark in Mitleidenschaft gezogen war, konnten die darauf befindlichen Fotos wiederhergestellt werden.

Seltener, aber auch das retten Datenretter: verschollene Sexvideos

Prominente freuen sich darüber, ein nicht in der Öffentlichkeit stehendes Ehepaar zeigte sich jedoch wenig begeistert davon: Dessen private Sexaufnahmen wurden versehentlich vom NAS-Server gelöscht.

Auch wenn die intimen Videos bereits mehr als ein Jahrzehnt alt waren, hatten sie einen besonderen Wert für das Pärchen. Die beiden schauten die Filme regelmäßig an, um sich an die Zeiten zu erinnern, in denen sie körperlich noch fitter waren. Aber auch hier gelang die Datenrettung.

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