11.07.2014 (Doc Storage)
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Können Monolithen Software-defined Storage?

Leserfrage: Software-defined soll die Welt retten, oder zumindest das Rechenzentrum. Dafür gibt es unter anderem Software-defined Storage, der flexibler, besser zu verwalten und effizienter nutzbar sein soll. Wo aber passen dann Systeme wie die kürzlich vorgestellte »VMAX³« in dieses Konzept? Passen sie überhaupt oder werden sie passend gemacht – wenn ja, wie?

Antwort Doc Storage:

Diese Frage lässt sich generisch beantworten: Nein, die Monolithen der jetzigen Generation, egal ob »Symmetrix«, IBM »DS8870«, HDS »VSP« oder andere, passen nicht in die »Software-defined«-Welt. Die Hersteller versuchen natürlich mit möglichst offenen Programmierschnittstellen, den Möglichkeiten der externen Steuerung und der Integration in virtuelle Umgebungen möglichst viel ihrer jahrzehntelangen und millionenteuren Investitionen und Entwicklungskosten in diese Welt herüberzuretten. Bis auf IBM betreiben alle Hersteller ihre Systeme inzwischen auf x86-Plattformen, so dass hier das Mäntelchen der Standard-Hardware übergezogen wird.

Und jetzt kommt das »Aber«: Die Monolithen laufen auf proprietären Plattformen mit ebenso proprietärer Hardware, das jeweilige Betriebssystem kann also eben nicht mal eben so auf DVD kopiert und in eine Standard-Hardware eingespielt werden. Das hat allerdings gute Gründe. Die monolithischen Systeme haben sich im Laufe ihrer Entwicklung zu den höchstverfügbaren Umgebungen der EDV entwickelt, durchgehend mit fünf oder sogar sechs Neunen. Sie verfügen über mehrfach redundante Komponenten und sind in sich fehlertolerant, stabiler also als die meisten Rechnersysteme.

Diese Verfügbarkeit kann allerdings nur dadurch hergestellt werden, indem das jeweilige Betriebssystem exakt auf die verwendeten Komponenten abgestimmt sind und diese entsprechend in ihrer Funktionalität unterstützen. Eine solche Hochverfügbarkeit, von Fehlertoleranz wollen wir dort gar nicht wagen zu sprechen, lässt sich naturgemäß mit Standard-Hardware nur sehr bedingt herstellen. Hinzu kommt, dass die Kunden, die das Geld für einen Monolithen ausgeben können und müssen, sich eben annähernd hundertprozentig auf die jahrelange störungsfreie Funktion und vor allem auf einen schnell reagierenden und eine entsprechende Problemlösung herbeiführenden Support verlassen müssen. Die Verwendung einer bestimmten Software auf einer Hardware eines Drittherstellers ruft hierbei Geister herbei, die in einem Rechenzentrum niemand gebrauchen kann, beispielsweise Diskussionen über die Fehlerursache zwischen zwei unabhängigen Herstellern.

In Zukunft werden wir allerdings sehen, dass alle Hersteller auf die x86-Plattform umschwenken werden, wenn sie das nicht schon vollzogen haben. Zudem werden immer mehr Anbieter, die Betriebssysteme ihrer Arrays auch separat als Software anbieten. Ob dies allerdings der richtige Weg ist, bleibt aus den oben genannten Gründen fragwürdig.

Gruß
Doc Storage

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