13.08.2014 (ubr)
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Seagate »Business Storage NAS 4-Bay« – Hands-on-Test

  • Inhalt dieses Artikels
  • Hands-on-Test: Kompakt, leise und leicht zu bedienen
  • Fazit: Solide und preiswert, aber etwas schwach auf der Brust

Seagate »Business Storage NAS 4-Bay« Seagate »Business Storage NAS 4-Bay« Die »Business Storage«-Modelle von Seagate folgen dem Ansatz, einfach zu bedienende und leistungsfähige Speichersysteme zu konzipieren, die sich sowohl für den Einsatz im geschäftlichen als auch im privaten Umfeld eignen. Die Systeme sind im Vergleich zu anderen Angeboten relativ preiswert und haben den Vorteil des herstellereigenen »Universal-Storage-Modul«-Einschubes, über den im laufenden Betrieb externe Laufwerke angeschlossen werden können.

Die Desktop-Modelle sind mit einem, zwei oder vier Laufwerkseinschüben erhältlich. Darüber hinaus bietet der Hersteller auch Rackmount-Modelle im 19-Zoll-Format mit vier oder acht Laufwerken an. Der Hersteller propagiert mit den Business-NAS-Modellen seine Idee der »Private Cloud«, mit deren Hilfe Nutzer auf ihre Daten sowohl lokal als auch über das Internet zugreifen können. Hierfür stehen Anwendungen für »iOS«- und »Android-Geräte zur Verfügung.

Hands-on-Test: Kompakt, leise und leicht zu bedienen

Seagates Business Storage NAS ist als 4-Bay-Leergehäuse ab 250 Euro erhältlich. Seagates Business Storage NAS ist als 4-Bay-Leergehäuse ab 250 Euro erhältlich. Das System selbst ist recht kompakt, misst 20,8 x 16 x 26 cm und zeigt sich vergleichsweise leicht mit rund 6,5 Kilo mit vier Festplatten. Klein genug also, um auf jedem Schreibtisch oder einem eventuell vorhandenen Netzwerkschrank Platz zu finden. Im Gerät verrichtet ein »CNS3420«-Prozessor mit 700 MHz Taktfrequenz und einem Hauptspeicher von 512 MByte seinen Dienst. Das Betriebssystem ist in einem Flash-Speicher von 256 MByte Größe untergebracht. Firmware-Updates werden von Seagate über das Internet zur Verfügung gestellt und lassen sich automatisch installieren.

An der Rückseite befinden sich zwei 1-Gbit/s-Ethernet-Anschlüsse, eine weitere USB-3.0-Buchse und der Anschluss für das externe Netzteil. An der Rückseite befinden sich zwei 1-Gbit/s-Ethernet-Anschlüsse, eine weitere USB-3.0-Buchse und der Anschluss für das externe Netzteil.An der Gehäusefront finden sich der Hauptschalter, drei LEDs für den Systemstatus,  Laufwerks- und Netzwerkaktivitäten, eine LCD-Anzeige, eine USB-3.0-Buchse und der herstellereigene Universal-Storage-Modul-Einschub für eine weitere 3,5-Zoll-Festplatte. An der Rückseite befinden sich zwei 1-Gbit/s-Ethernet-Anschlüsse, eine weitere USB-3.0-Buchse und der Anschluss für das externe Netzteil. Die 1-Gbit/s-Anschlüsse lassen sich zwar zum Failover im Fehlerfall, aber leider nicht für eine Link-Aggregation zur Verdoppelung der Bandbreite an geeigneten Routern konfigurieren. Der 6 cm große Lüfter läuft jederzeit angenehm leise. Wer dennoch mehr Ruhe möchte, kann Zeiten einrichten, zu denen die Festplatten abgeschaltet werden.

Die Inbetriebnahme und Konfiguration des Business Storage NAS ist vergleichsweise einfach. Nach dem Aufbau, dem Einbau der Festplatten und dem Anschluss an Stromversorgung und Netzwerk übernimmt die Seagate-Software die Suche nach dem System im Netz, wenn dessen IP-Adresse nicht bereits über den Router bekannt sein sollte. Man kann sich also den umständlichen direkten Anschluss des Systems an einen Rechner für die initiale Installation sparen, wie sie bei vielen anderen NAS-Boxen immer noch nötig ist. Die Benutzerschnittstelle ist recht einfach und übersichtlich. Am Rand des Fensters befinden sich Menüs und Untermenüs, eine Übersicht gibt Auskunft über den Systemzustand. Über die Schnittstelle lassen sich die verfügbaren RAID-Level, logischen Laufwerke und Shares einstellen.

Im Test zeigte sich darüber hinaus, dass das Seagate Business Storage NAS kein Hot-Spare-Laufwerk kennt, also beispielsweise keine 2+1+1-RAID-5-Konfiguration möglich ist. Die Initialisierungsdauer von fast einem Tag für vier 4-TByte-Platten zu einer RAID 5-Gruppe schreiben wir dem relativ langsamen Prozessor zu. Da der »normale« Anwender diesen Vorgang allerdings nur einmal durchläuft, ist dies kaum negativ zu bewerten. Als Freigabeprotokolle stehen CIFS, FTP, NFS, AFS und WebDAV zur Auswahl. Einzelne Verzeichnisse lassen sich verschlüsseln oder als Media-Service kennzeichnen, die dann automatisch als Ziel für entsprechende Dateien dienen.

Mit »Discovery«, der von Seagate in diesem Paket gebündelten Software, können komplette oder teilweise Sicherungen von Windows-Rechnern eingerichtet und überwacht werden. Apple-Rechner können das Business-NAS nativ über »Time Machine« nutzen.

Unter RAID 5 bewegt das NAS in unserer Testumgebung 84 MByte/s lesend und 44 MByte/s schreibend. Selbst unter RAID 0, also unter Verzicht auf Checksummen und jegliche Datensicherheit, konnten wir lediglich 115 MByte/s lesend und 102 MByte/s schreibend erreichen.

Fazit: Solide und preiswert, aber etwas schwach auf der Brust

Über den Universal-Storage-Modul-Einschub lässt sich eine externe HDD anschließen.Über den Universal-Storage-Modul-Einschub lässt sich eine externe HDD anschließen.Das Seagate Business NAS in seiner Desktop-Version zielt eindeutig auf den Heimnutzer-Markt. Es ist mit 84 MByte/s unter RAID 5 zwar schnell genug zum Speichern und Abrufen der heimischen Dateien, eignet sich allerdings weniger für Anwender, die beispielsweise große Fotos oder gar Videos bearbeiten wollen. Hier muss dem niedrigen Preis und damit dem relativ langsamen Gespann aus 700-MHz-CPU und kleinem 512-MByte-Hauptspeicher Rechnung getragen werden. Es ist leise und fällt somit auch auf dem heimischen Schreibtisch nicht weiter auf. Es ist kompakt, relativ leicht und ohne großen Aufwand zu installieren und zu konfigurieren.

Mit dem Straßenpreis von gut 250 Euro ohne Laufwerke kann der Nutzer allerdings kein so funktionsreiches System erwarten wie bei anderen, spezialisierten und vor allem deutlich teureren Angeboten. Dies zeigt sich nicht nur in der Software-Ausstattung, sondern beispielsweise auch bei fehlenden Hardware-Funktionen wie der Link-Aggregation der beiden 1-Gbit/s-Ethernet-Anschlüsse.

Das Gerät selbst ist hervorragend verarbeitet und macht trotz seines geringen Gewichtes einen robusten Eindruck, der sich nicht nur außen, sondern unter anderem auch bei den Laufwerkseinschüben zeigt. Die Möglichkeit, über den Universal-Storage-Modul-Einschub eine externe Platte einzusetzen und direkt am Gerät zu kopieren, sucht man bei anderen Herstellern vergebens. Insgesamt stellt das System also ein passendes Heim-Angebot für einen guten Preis dar.

Kurzinfo

Hersteller: Seagate Technology GmbH
Messerschmittstr. 4
D-80992 München
Tel. 0 89/14 30 50 00
Fax 0 89/14 30 51 00
E-Mail: DiscSupport@Seagate.com

Web: www.seagate.de
Direkter Link zum Produkt: Business Storage NAS 4-Bay
Preis: ca. 250 Euro
Garantie: 3 Jahre

Technische Details

Festplattenanzahl: 4
Unterstütztes Festplattenformat: SATA-II (hotswap)
Max. Gesamtspeicherkapazität: 16 TByte (4 x 4 TByte)
Prozessor: CNS3420 Dual-Core, 700 MHz
Arbeitsspeicher: 512 MByte
Flash: 256 MByte
Schnittstellen: 2x Gbit-Ethernet, 2x USB 3.0, 1x Seagate Universal-Storage-Modul
RAID-Level: 0, 1, 5, 10
Unterstützte Netzwerkprotokolle: CIFS, FTP, NFS, AFS und WebDAV

Plus
+ niedriger Preis
+ gute Verarbeitung
+ leichte Inbetriebnahme
+ Seagate Universal-Storage-Modul

Minus
- niedrige Leistung
- keine Link-Aggregation für Gbit-Ethernet-Schnittstellen
- kein Hot-Spare-Laufwerk