13.10.2017 (kfr) Drucken
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Western Digital: MAMR ermöglicht 40-TByte-Festplatten

  • Inhalt dieses Artikels
  • MAMR zuverlässiger und kosteneffizienter als HAMR
  • MAMR benötigt neue Schreib-/Leseköpfe
  • MAMR für hochkapazitive Festplatten

Einen Ausblick auf einer der kommenden Festplatten-Architekturen, gewährt Western Digital auf seinem Big-Data-Event: Die MAMR-Technologie soll bis 2025 hochkapazitive Speicherkapazitäten und HDDs mit 40 TByte ermöglichen. Die ersten Laufwerke sollen ab 2019 ausgeliefert werden.

Die Produktion der ersten MAMR-HDDs soll 2019 starten (Grafik: WD).Die Produktion der ersten MAMR-HDDs soll 2019 starten (Grafik: WD).Der Speicherplatz der Zukunft ist hochkapazitiv. Western Digital zeigt auf der firmeneigenen Veranstaltung Innovating to Fuel the Next Decade of Big Data, was dies für die Festplatte bedeutet und stellt die weltweit erste MAMR-HDD (Microwave-Assisted Magnetic Recording) vor. Zu sehen gab es auch Weiterentwicklungen in den Bereichen Micro Actuation und Damascene-Recording-Head-Technologie.

WD geht davon aus, dass 2019 die Auslieferung der ersten MAMR-HDDs 2019 beginnen kann. Bis 2025 erwartet der Hersteller Laufwerke mit 40 TByte Kapazität. Jenseits dieses gesteckten Zeitrahmens sollen zudem noch weitere Kapazitätssteigerungen möglich sein.

MAMR zuverlässiger und kosteneffizienter als HAMR

MAMR soll eine Speicherdichte von bis zu 4 Tbit/Quadratzoll erreichen (Grafik: WD).MAMR soll eine Speicherdichte von bis zu 4 Tbit/Quadratzoll erreichen (Grafik: WD).MAMR zählt zu den energiegestützten Technologien, die WD seit Jahren entwickelt, um die Aufzeichnungsdichte zu steigern. Vor kurzem erzielte das Unternehmen einen Durchbruch bei Materialien und Prozessen. Dieser soll sowohl das erforderliche verlässliche und prognostizierbare Leistungsvermögen ermöglichen, als auch die Fertigungssicherheit, um die Flächendichte und Kostenreduzierungen um durchschnittliche ungefähr 15 Prozent pro Jahr zu verbessern.

Die Entwicklungen bei anderen energiegestützten Technologien, insbesondere beim Heat-assisted Magnetic Recording (HAMR) erfordern andere Werkstoffe und Materialien und stellen außerdem Herausforderungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit dar, die bei MAMR keine Rolle spielen sollen. Laut WD zeigt nur MAMR nötige Zuverlässigkeit und das Kostenprofil, die den Anforderungen der Betreiber von Rechenzentren entsprechen.

Das Kernstück bildet der Spin Torque Oscillator mit dem ein Mikrowellenfeld erzeugt wird, das eine Datenspeicherung mit ultra-hoher Dichte erlaubt, ohne Einbußen bei der Zuverlässigkeit hinnehmen zu müssen. Von der innovativen MAMR-Technologie wird erwartet, dass sie mit der Zeit mehr als vier Terabits-per-Square-Inch bieten kann.

MAMR benötigt neue Schreib-/Leseköpfe

MAMR beruht auf einer Reihe von weiteren WD-Technologien und soll die Flächendichte erheblich verbessern. MAMR baut sowohl auf der Helioseal-Technologie für heliumgefüllte Laufwerke als auch auf Technologien wie dem Micro-Actuator- und Recording-Head-Fertigung auf. Mit der Micro-Actuator-Technologie können Laufwerke die magnetischen Schreib-/Leseköpfe so exakt positionieren, dass sie auch mit ultra-hohen Speicherdichten umgehen können.

Die Fertigung von Aufzeichnungsköpfen erfolgt bei WD intern, wobei ein sogenannter Damascene-Prozess für die exakten Toleranzen und komplexen Strukturen sorgt, die erforderlich sind, um bei ultra-hoher Speicherdichte eine zuverlässige und kosteneffektive Speicherung zu gewährleisten. Der Damascene-Prozess ermöglicht auch die Einbettung des Spin Torque Oscillator, der für die Fertigung der MAMR-Köpfe erforderlich ist. Die Kombination dieser Technologien soll sowohl für die Cloud als auch die Rechenzentren von Unternehmen aller Größen erhebliche Verbesserungen der Gesamtbetriebskosten mit sich bringen.

MAMR für hochkapazitive Festplatten

»In dem Maße wie Dynamik, Varianz, Wert und Langlebigkeit von Big Data und Fast Data wachsen, ist eine neue Generation von Speichertechnologien erforderlich«, sagt Mike Cordano, President und CEO von Western Digital. »Nicht nur, um die sich ständig erweiternden Kapazitäten zu administrieren, sondern letztlich auch, um unseren Kunden bei der Analyse und Verwertung der im zunehmend vernetzten Datenuniversum gewonnenen Erkenntnisse beiseite zu stehen. Mit der Entwicklung der MAMR-Technologie können wir die Zukunft des hochkapazitiven Speichers gestalten, indem wir die Aufzeichnungsdichte von HDDs durch die Einführung von hochzuverlässigen Laufwerken mit `ultra-hoher´ Kapazität neu definieren. Wir können auf eine nachweisbare Erfolgs- und Erfahrungsgeschichte verweisen, wenn es darum geht, zukunftsweisende Technologien zu identifizieren und in sie zu investieren, die ganz neue Produktkategorien erzeugen und die Möglichkeiten der Welt der Daten immer weiter ausschöpfen. Vor fünf Jahren haben wir HelioSeal vorgestellt, Laufwerke, die mit Helium gefüllt höhere Kapazität und Leistung bieten. Seitdem haben wir mehr als 20 Millionen dieser Laufwerke ausgeliefert. Marktführerschaft und Innovationen dieser Art stellen wir auch heute wieder unter Beweis und werden diese auch in Zukunft weiter nutzen.«

»Die Vorstellung der MAMR-Technologie durch WD stellt für den Bereich Festplatten einen bedeutsamen Durchbruch dar«, meint John Rydning, Research Vice President, Hard Disk Drives bei IDC. »Die Vermarktung der MAMR-Technologie wird den Weg zu höherer Speicherdichte ebnen, was für die von Rechenzentren in Unternehmen, Videoüberwachungssystemen und NAS-Produkten für Verbraucher genutzten Laufwerke geringere Kosten pro TByte mit sich bringt.«