24.11.2016 (eh) Drucken
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Hardware-Upgrade-Kreislauf eliminieren

Flash-Storage gehört die Zukunft. Heute geht es nicht nur darum, Daten zu speichern, zu verwalten und sie ständig mit maximaler Performance im Zugriff zu haben, sondern auch um ein einfaches Management, das flexible Business-Entscheidungen zulässt.

Wieso »Evergreen Storage« ein überlegenes Beschaffungs- und Upgrade-Modell ist und damit das Thema Storage mehr und mehr eine maßgebliche Rolle beim Geschäftserfolg spielt, darüber sprachen wir mit Güner Aksoy, Regional Sales Director Central Europe bei Pure Storage.

  Der Flash-Markt boomt, und Pure Storage als Anbieter von All-Flash-Arrays boomt ebenfalls. Was passiert gerade draußen in den Datacentern der Unternehmen?

Güner Aksoy, Regional Sales Director Central Europe, Pure StorageGüner Aksoy, Pure StorageAksoy: Es ist eigentlich ganz einfach: Unternehmen erkennen, dass nur Flash-Speicher schnell genug ist, um mit dem Datenwachstum der kommenden Jahre Schritt zu halten. Vor allem bei Datenbankanwendungen oder bei VDI könnten die Kunden durch All-Flash-Arrays Wartezeiten und Latenzen vermeiden. Das spart bares Geld und sorgt auch noch für zufriedene Mitarbeiter.

  Das hört sich in der Tat einfach an. Aber wie überzeugen Sie die IT-Entscheider, in eine All-Flash-Lösung einzusteigen?

Aksoy: Meist beginnt es mit einem Einstiegssystem, das noch nicht einmal viel Kapazität hat. Der Kunde legt ein oder zwei Workloads drauf, typischerweise mindestens eine VDI-Workload. Jetzt ergeben sich auf einmal zwei Effekte: Der VDI-Workload läuft so extrem performant, dass – und das passiert wirklich hin und wieder – die IT-Manager an den Clients beim Administrator anrufen, was denn los sei, warum alles so schnell läuft. Und der zweite Effekt: Auf den bisherig installierten Festplatten-Arrays werden so viele Ressourcen frei, dass die Anwender überlegen, welche Workloads sie noch auf das All-Flash-Array verschieben können. Und vor allem: Eine eventuell geplante Erweiterung oder Neuanschaffung des Festplatten-Arrays kann sofort auf die lange Bank geschoben oder gleich Ad-acta gelegt werden.

  Sprechen Sie dann hauptsächlich mit einem Anwendungsbeispiel wie VDI beim potenziellen Firmen vor?

Aksoy: VDI ist durchaus ein Türöffner, wobei wir darüber hinaus viele echte Business-Einsatzszenarien bei Kunden hernehmen, um weiterführende Türen zu öffnen. Wir haben viele Erfahrungen mit echten Geschäftsanwendungen, die weit über die Tatsache reichen, dass Flash megaschnell ist. Es ist toll zu sehen, wie sehr wir unsere Kunden mit einer modernen Storage-Umgebung unterstützen können, ganz neue Wege zu gehen, anders ihr Geschäft zu planen und erfolgreicher zu sein. Wir machen All-Flash sehr einfach in der Anwendung, im Support und reduzieren extrem die Komplexität. Wenn ein Kunde sieht, dass eine Teststellung oft in 30 Minuten läuft und einsatzbereit ist – das bringt viele zum Staunen.

  Was meinten Sie eigentlich damit, dass sich »weiterführende Türen öffnen«?

Aksoy: Zunächst denkt man natürlich, dass man mit einem All-Flash-Storage-System bei den Datacenter-Leuten anklopft. Das stimmt zwar auch. Aber wir kommen so gut wie immer gleich am Anfang mit anderen Geschäftsbereichen in den Unternehmen ins Gespräch. Von dort kommt ein enormer Druck auf die Datacenter, dass neue Applikationsentwicklungen schneller entwickelt und auf den Markt gebracht werden müssen. Der Trend zu DevOps ist hier das Stichwort.

  Pure Storage ist auch bekannt für den »Evergreen Storage«-Ansatz. Was muss sich ein Kunde darunter vorstellen?

Aksoy: Kunden vermittle ich immer zunächst ein einfaches Bild, das heißt: Stellen Sie sich vor, Sie hätten immer das modernste Speichersystem. Sie könnten den Leistungsstand für mindestens zehn Jahre halten, ohne alle drei bis vier Jahre neue Lösungen kaufen zu müssen. Und dies alles ohne Ausfallzeiten, ohne Migrationsaufwand und ohne kostspielige Upgrades. Das wird wahr mit unserem Anfang 2014 eingeführten »Evergreen Storage« – und diesen Ansatz mit dieser Philosophie gibt es nur bei uns. Bei uns bezahlen Kunden kein TByte doppelt. Evergreen Storage verhält sich wie SaaS und die Cloud: Kunden können unsere Flash-Arrays einmal implementieren und sie dann mindestens zehn Jahre lang nach Bedarf erweitern und verbessern – ohne Ausfallzeiten, Performance-Einbußen oder Datenmigrationen. Wir haben unsere Controller-Architektur daraufhin ausgelegt.

  Was bedeutet das genau: ein Kunde muss kein TByte doppelt bezahlen?

Aksoy: Also angenommen, ein Kunde startet heute mit einem Einstiegssystem mit 10 TByte. Nach zwei Jahren entscheidet er sich, auf ein neues All-Flash-Array mit 30 TByte aufzurüsten. Dann berechnen wir nicht 30 TByte, sondern nur die Differenz, nämlich 20 TByte. Denn die ersten 10 TByte hat er ja schon lizenziert.

  Da weichen Sie aber von der Lizenzierungspolitik der sonstigen Array-Hersteller deutlich ab…

Aksoy: In der Tat, diese Lizenzierungsphilosophie ist neu, und sie überrascht viele unserer Kunden. Es löst bei den Anwendern sogar einen regelrechten Aha-Effekt aus. Obwohl das Prinzip sehr simpel ist, müssen wir zwar allerhand erklären. Aber bei einigen Anwendern war es dann tatsächlich sogar der letzte entscheidende Punkt, um von einem Festplatten-Array auf unser Flash-Array zu wechseln.

  Das Evergreen-Storage-Modell haben sie schon länger im Programm, aber kürzlich weiterentwickelt. Was sind die Haupteckdaten der Weiterentwicklung?

Aksoy: Da Evergreen Storage bereits die Storage-Branche nachhaltig verändert hat, haben wir jetzt ein neues Capacity-Consolidation-Programm eingeführt. Es hilft Kunden, die ihre Storage-Kapazitäten erweitern, gleichzeitig älteren Flash-Speicher mit geringerer Dichte zu konsolidieren und Gutschreibungen für diesen älteren Speicher zu erhalten. Kunden können so bei Upgrades aus dem Kreislauf des ständigen Neuerwerbs von Storage, den sie bereits besitzen, ausbrechen. Die Capacity-Consolidation eliminiert den Scale-up-Komplettneuerwerb und den Scale-out-Neuerwerb, der mit alternden Nodes verbunden ist, die aus ihrem Cluster entfernt werden. Kunden installieren neue Kapazität in ihrem Flash-Array, während die Daten auf der älteren, konsolidierten Kapazität automatisch und unterbrechungsfrei auf die neue, dichtere Kapazität migriert werden.

  Neu ist auch noch »Right-Size«-Garantie. Was bedeutet dies?

Aksoy: Zusätzlich können Kunden mit der neuen »Right-Size«-Garantie das Risiko und die Spekulationen beim Erwerb von neuem Speicher mit Datenreduktion umgehen und stattdessen Storage direkt auf der Basis effektiver Kapazität entsprechend ihrer Anforderungen erwerben. Storage-Administratoren möchten effektive Kapazität erwerben, ohne sich darum kümmern zu müssen, möglicherweise ein Array zu erwerben, das sich aufgrund von Thin-Provisioning, RAID-Schutz, Datenreduktionsfunktionen und allen anderen Variablen, die zum Ergebnis der effektiven Kapazität gehören, als zu klein herausstellt. Mit der Right-Size-Garantie gewährleisten wir die richtige Größenbestimmung und das richtige Ergebnis bei effektiver Kapazität.

  Das heißt also, sie garantieren, dass ein Kunde immer die gerade benötigte Kapazität hat?

Aksoy: Richtig. Denn aus Kundensicht ist die effektive Kapazität die einzige Angabe, die wichtig ist. Ich möchte in diesem Zusammenhang festhalten: Die Einführung des Evergreen-Storage-Modells Anfang 2014 hat die herkömmliche Anbieterwartung und das Upgrade von Programmen revolutioniert. Es eliminiert die Notwendigkeit eines aufwändigen Komplett-Austauschs und ermöglicht es Kunden, routinemäßig ein Upgrade der Performance und der Größe ihrer Arrays mithilfe moderner Controller durchzuführen. Jetzt erweitern wir die Evergreen-Vision über die Controller und die Performance hinaus, sodass die schnelle Evolution hinsichtlich Dichte und Skalierung von Flash als Medium berücksichtigt wird. Kunden erkennen immer mehr: Das erweiterte Evergreen-Modell eliminiert den risikoreichen und teuren Hardware-Upgrade-Kreislauf.