24.12.2009 (ubr)
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Im Test: Thecus »N5500«

  • Inhalt dieses Artikels
  • Hands-on-Test N5500
  • Fazit

Thecus »N5500«
Thecus »N5500«
Das Speichersystem »N5500« von Thecus soll für ein schmales Budget möglichst viel bieten. Im kompakten Tower-Gehäuse finden bis zu fünf 3,5-Zoll-Festplatten mit SATA-Schnittstelle Platz, die mit bis zu zwei TByte Volumen einen Brutto-Speicher von maximal zehn TByte bereitstellen. Eine duale Controller-Anordnung soll für eine höhere Ausfallsicherheit sorgen, als bei vergleichbaren Produkten. Zudem lässt es sich als NAS, DAS oder iSCSI-Gerät in die bestehende IT-Landschaft einbinden. Zusätzlich zum RAID-Schutz ermöglicht das Array Snapshots zur Versionskontrolle oder für schnellere Wiederherstellungen älterer Versionen.

Hands-on-Test N5500

Die Redaktion von speicherguide.de hat Gelegenheit das N5500 einem Hands-on-Test zu unterziehen. Unser Mustergerät beinhaltet fünf Laufwerke des Typs Seagate »ST31000340NS« zu jeweils einem TByte, die in hotswapfähigen Einschüben hinter der Fronttür installiert sind. Ebenso an der Front befinden sich alle Bedien- und Anzeigeelemente, also diverse vielfarbige LEDs, eine klarschriftliche Anzeige für Systemzustände und zwei Knöpfe zum Einschalten und zur Auswahl unterschiedlicher Betriebsfunktionen an der Anzeige.

Das System ist, ungewöhnlich in dieser Preisklasse, mit einer Dual-Controller-Auslegung ausgestattet, vom Hersteller »Dual-DOM« genannt. Fällt ein Controller aus, übernimmt der andere dessen Arbeit und gewährleistet einen unterbrechungsfreien Betrieb. Auf jedem Controller befindet sich ein Hauptspeicher von einem GByte, der gleichzeitig als Hauptspeicher für das Betriebssystem und als Daten-Cache fungiert. Mit der Außenwelt nimmt das System über zwei GBit/s-Ethernet-Ports oder eine USB-2.0-Hostschnittstelle Kontakt auf. Zusätzlich stehen fünf weitere USB-2.0-Clientschnittstellen und ein serieller RS-232-Port für die Kommunikation mit einer, eventuell vorhandenen, unterbrechungsfreien Stromversorgung bereit.

Nach dem Einschalten des Gerätes nimmt die mitgelieferte Software sofort die Kommunikation auf. Die Auswahl der Festplatten für eine RAID-Gruppe, die Festlegung der entsprechenden Schutzklasse, deren Formatierung und eventuelle Verschlüsselung mit AES256 gehen schnell und vor allem intuitiv von der Hand. Zur Auswahl stehen RAID 1, 5, 6, 10 und die ungeschützten Modi RAID 0 und JBOD. Falls dies der vorhandene Plattenplatz erlaubt, können RAID-Gruppen online migriert, also beispielsweise von RAID 1 in RAID 5 oder 6 umgewandelt werden. Genauso lassen sich RAID-Gruppen um zusätzliche Laufwerke erweitern. Ausgefallene Festplatten kann der IT-Verwalter im laufenden Betrieb tauschen. Zudem kann er ein Hot-Spare-Laufwerk einrichten. Das Array bedient sich der SMART-Informationen der Disk-Drives, um aktuelle Zustände über deren beschädigte Blöcke und mechanischen Qualitäten zu erhalten. Zu guter letzt kann der Verwalter bestimmen, ob nicht genutzte Laufwerke nach Ablauf einer bestimmten Zeit herunterfahren, um Strom zu sparen.

Über das Netzwerk kommuniziert das N5500 entweder über CIFS, NFS oder AFP, kann also an »Windows«-, Unix- oder »Macintosh«-Netzwerke angeschlossen werden. Darüber hinaus fast schon selbstverständlich ist die Präsentation über HTTP/HTTPs oder FTP. Die Dateisysteme lassen sich in Ext3, XFS und ZFS formatieren, so dass auch hier die gesamte offene Welt angesprochen wird. Offiziell unterstützt werden alle Windows-Versionen, Unix, Linux und »MacOS 9« oder »10«. Der iSCSI-Initiator arbeitet ebenfalls mit Windows, Linux und MacOS zusammen.

Interessant für Macintosh-Nutzer dürfte die serienmäßige Funktion als »iTunes«-Server mit den Dateitypen AAC, MP3 und WAV sein. Für GIF-, JPG-, BMP- und PNG-Dateien kann das Array auch als Foto-Web-Server dienen. Darüber hinaus unterstützt er das uPnP-AV-Streaming-Protokoll als Medienserver.

Auch die Leistungswerte des N5500 sind durchaus befriedigend. Über iSCSI transportiert er auf einem RAID-5-Volumen mit den oben erwähnten Seagate-Festplatten bis zu 85 MByte/s bei einer durchschnittlichen Zugriffszeit von 10,5 ms. Über USB 2.0 verarbeitet er dagegen lediglich 15,5 MByte/s bei einer Zugriffszeit von durchschnittlich 11,5 ms. Warum wir hier nicht die zu erwartenden 50 bis 55 MByte/s gesehen haben, konnten wir im Laufe unseres Tests nicht mehr klären: Der große Gehäuselüfter des N5500 fiel mitten im Betrieb wegen eines regionalen Stromausfalles aus, was uns zumindest – wie eingestellt – per E-Mail gemeldet wurde. Innerhalb weniger Minuten stieg die Temperatur aller Laufwerke auf über 60 Grad Celsius, was zu einer vorzeitigen Selbstabschaltung des Arrays führte. Hier haben wir – unfreiwillig – den Single-Point-of-Failure des Gerätes gefunden: Beim Ausfall dieses Lüfters nützt auch die Ausstattung mit zwei Controllern wenig.

Fazit

Der Thecus N5500 bietet für seinen Straßenpreis von rund 600 Euro eine mehr als üppige Ausstattung an Schnittstellen und Netzwerkunterstützung. Das Gehäuse ist allerdings im Vergleich zur Konkurrenz labil, vor allem die Materialien der Fronttür und der Platteneinschübe können nicht überzeugen. Die Software ist leicht zu handhaben, übersichtlich und bringt schnell die gewünschten Ergebisse. Alles in allem also ein für diesen Preis überzeugendes Angebot, das iSCSI-, NAS-, iTunes- und Medienfunktionen vereint. Den Ausfall des Lüfters können wir hier nicht negativ bewerten, da es sich um ein Verschleißteil handelt, das nun eben einmal seinen Dienst aufgeben kann.

Kurzinfo

Hersteller: Thecus Taiwan

15F., No79, Sec.1, SIntai 5th Rd.

Sijhih City, Taipei County

Taiwan R.O.C.

Tel. + 49 (0)72 43/37 73 55

E-Mail: support@thecus.de

Web: http://www.thecus.de

Direkter Link zum Produkt: Thecus N5500

Preis: 649 Euro (laut Hersteller, ohne Festplatten, Straßenpreise variieren)

Garantie: 2 Jahre

Technische Details

Anzahl Festplatteneinschübe: 5

Speicherkapazität (max.): 2,5 TByte mit 500-GByte-Laufwerken, 10 TByte mit 2-TByte-Laufwerken

Unterstützte Festplattentypen: SATA II mit 5.400 U/min oder 7.200 U/min und 500 GByte bis 2 TByte Kapazität

Unterstützte RAID-Level: 0, 1, 5, 6, 10, JBOD

Hauptspeicher und Cache: 1 GByte gemeinsam genutzt pro Controller

Hotswapfähige Komponenten: Laufwerke

Externe Anschlüsse: 5x USB 2.0 Client (1 Front, 4 Rückseite), 1x USB 2.0 Host, 2x Gbit-Ethernet, 1x RS232 (USV)

Unterstützte Betriebssysteme: Microsoft Windows 7/2000/XP/2003/Vista, Mac OS 9 und 10, Linux, UNIX

Systemverwaltung: über Web-GUI

Unterstützte Protokolle: iSCSI, SMB/CIFS, HTTP/HTTPs, FTP, NFS v3, AFP

Plus

+ iSCSI-Unterstützung

+ Schutz vor mehrfachem Plattenausfall

+ RAID-Migration

+ iTunes- und Medienunterstützung

+ Dual-Controller-Konzept

+ schnelle und einfache Inbetriebnahme und Verwaltung

Minus

- keine redundanten Lüfter

- Fronttür und Plattenrahmen wenig stabil und strapazierfähig

- geringe Garantielaufzeit



Kommentare (1)

11.11.2012 - holger.dietze

Gibt es jemand, der mit dem afp-Server Erfahrungen hat? Ich versuche seit Tagen, meine Eye-TV Mitschnitte auf dieses NAS zu kopieren, was immer wieder dazu führt, dass die Verbindung zum Server-Volume abbricht. Auf dem NAS selber sieht man während solcher Kopierversuche regelmäßige CPU-Spitzen bei 100%, Dauer 10 Sekunden, Abstand 2 Minuten. Die RAM Auslastung verläuft sägezahnartig zw. 50% und 90%.

Das selbe Volume als SMB-mount verwendet zeigt bei gleicher Verwendung (Schreiben von großen Dateien) nicht dieses Verhalten. Leider sind dort aber die Zeichensätze anders, Apple-Dateien mit / im Namen werden dort nicht als Datei sondern Verzeichnis angezeigt.....