05.08.2013 (eh)
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Profitbricks greift mit Preissenkung speziell Amazon an

  • Inhalt dieses Artikels
  • Zu viele vorkonfektionierte Cloud-Pakete auf dem Markt
  • Performance-Report von Cloudspectator über Cloud-Hoster
  • Profitbricks hostet in Deutschland
Preissenkung für Cloud-Services (Bild: Profitbricks)
Preissenkung für Cloud-Services (Bild: Profitbricks)
Das Berliner Infrastructure-as-a-Service-Unternehmen (IaaS) ProfitBricks reduziert ab sofort seine Preise für Cloud-Computing-Dienstleistungen um 50 Prozent. Dies gilt sowohl für die Data-Center in den USA als auch in Europa, ebenso für Neu- und Bestandskunden. Mit der Preisofferte will Profitbricks sichi vor allem gegen US-Anbieter wie Amazon Web Services (AWS) oder Rackspace positionieren.

»Wir haben den Eindruck, dass die regelrecht als Marktbeherrscher auftretenden Cloud Unternehmen aus den USA ihre Marktmacht für zu hohe Preise missbrauchen. Sie muten den Unternehmen bewusst undurchsichtige Tarifmodelle zu und verkünden regelmäßig punktuelle Preissenkungen, um den Eindruck einer Preisdegression zu wecken«, zeigt sich Andreas Gauger, Gründer und CMO von Profitbricks, angriffslustig. »Es wird Zeit, dass in einem Markt, der nicht unwesentlich durch Moore's Law bestimmt ist, technische Fortschritte und Preisreduktionen bei Hardware auch bei den Kunden ankommen. Schon bisher mussten Kunden darüber hinaus bei den meisten Cloud-Anbietern vorkonfektionierte und letztlich teurere Pakete kaufen, statt nur das zu bezahlen, was sie wirklich nutzen. Wir setzen dagegen auf volle Preistransparenz und betrachten diese als einen kritischen Erfolgsfaktor für Cloud-Computing.«

Zu viele vorkonfektionierte Cloud-Pakete auf dem Markt

Vor allem die Preisgestaltung von AWS ist Profitbricks ein Dorn im Auge. Zwei Preisbeispiele werden angeführt. Während beispielsweise eine »M1 Medium«-Instanz bei AWS mit einem Core, 3,75 GByte RAM und 250 GByte Block-Storage pro Stunde 0,129 bzw. pro Monat hochgerechnet 93,15 Euro kostet, verlangt Profitbricks hierfür pro Stunde lediglich 0,0694 bzw. hochgerechnet 49,95 Euro.

Benötigt der Kunde dagegen beispielsweise ein Core, 8 GByte RAM und 1.000 GByte redundanten Storage, fällt der Vergleich noch drastischer aus: Bei Amazon müsste er nur wegen des Arbeitsspeichers eine viel zu großzügig dimensionierte »M1 XLarge«-Instanz mit vier Cores, 15 GByte RAM und 1.680 GByte temporärem Storage kaufen, die ihn einschließlich der nötigen zusätzlichen 1.000 GByte Block-Storage pro Monat hochgerechnet 372,62 Euro kosten würde. Bei Profitbricks bekäme er exakt was er brauchte und zahlte hochgerechnet 130,22 Euro im Monat, das heißt rund 65 Prozent weniger – pro Server. Ähnliche Rechenbeispiele würden sich auch mit den Services von Rackspace anstellen lassen. Darüber hinaus rechne Profitbricks grundsätzlich im Minutentakt ab.

Performance-Report von Cloudspectator über Cloud-Hoster

»Diese von den Cloud-Anbietern der ersten Generation erzwungene ,Vorratshaltung’ von Ressourcen widerspricht im Grunde dem Cloud-Computing-Gedanken«, erklärt Gauger. »Hinzu kommt: Unsere Cloud-Computing-Services der nächsten Generation zeigen in unabhängigen Tests eine mindestens doppelt so hohe Performanz wie die unserer Hauptkonkurrenten.«

Details hierzu sind u.a. im Performance-Report von Cloudspectator zu finden. Der Preisvorteil addiere sich hiermit in Summe auf fast 90 Prozent pro Server. In diesem Zusammenhang begrüßt Profitbricks ausdrücklich die Initiative der Deutschen Börse und des Berliner Unternehmens Zimory, über den Marktplatz »Cloud Exchange« für mehr Vergleichbarkeit der Leistungen unterschiedlicher Cloud-Computing-Anbieter zu sorgen.

Profitbricks hostet in Deutschland

Sämtliche Profitbricks-Cloud-Services für europäische Kunden werden in einem ISO 27001:2005 zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland gehostet. Für alle Verträge gelten deutsches Recht und deutsche Datenschutzbestimmungen. Damit will das Unternehmen, das eigenen Angaben zufolge auch der einzige jenseits des Atlantiks tätige Cloud-Computing-Hoster aus Deutschland ist, insbesondere den bislang marktbeherrschenden US-Unternehmen den Kampf ansagen. Und seit US-IT-Unternehmen aufgrund der Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden rund um die Spionageprogramme »Prism«, »Tempora« oder »XKeyscore« etwas Probleme bekommen dürften, erscheint auch der Zeitpunkt aus Marketinggesichtspunkten gut gewählt.

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