28.09.2015 (eh)
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»Enterprise Filesync und -share«-Markt: Owncloud boomt

  • Inhalt dieses Artikels
  • CERN greift mit Owncloud auf mehr als 120 PByte Forschungsdaten zu
  • ownCloud soll mehr als 25 Milliarden Dateien managen können
  • »Magic Quadrant for Enterprise File Synchronization and Sharing« (EFSS) von Gartner: war da nicht mal was?

Owncloud-Logo (Bild: Owncloud)Owncloud-Logo (Bild: Owncloud)Der »Enterprise Filesync und -share«-Spezialist ownCloud wächst beeindruckend: In den vergangenen zwölf Monaten konnte das Unternehmen die Zahl der Kunden verdoppeln und den Umsatz sogar verdreifachen. Mittlerweile gebe es mehr als 900.000 Enterprise-Anwender in 42 Ländern und weltweit mehr als 2,5 Millionen Nutzern der Community-Version, meldet das Unternehmen.

Die herausragende Skalierbarkeit von Owncloud wurde bereits in verschiedenen größeren Projekten unter Beweis gestellt. So werden mit der Campus-Cloud sciebo auf Basis von Owncloud beispielsweise 500.000 Nutzer an 22 Hochschulen unterstützt, die über Federated-Cloud-Sharing Daten sicher untereinander austauschen können. Beim CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, kann über das Owncloud-basierende System auf über 120 PByte Forschungsdaten zugegriffen werden.

Nach Einschätzung von Terri McClure, Senior Analyst bei der ESG, ist die Lösung von Owncloud »hervorragend für Unternehmen geeignet, die mit einer On-Premise-Lösung für Filesync und -share die Kontrolle über ihre Systeme und Dateien behalten, diese verwalten und Daten auf ihren eigenen Systemen speichern möchten«. On-Premise-Lösungen, also Lösungen fürs eigene Rechenzentrum, scheinen immer mehr kostenslose und für Unternehmensdaten unsichere Public-Cloud-Lösungen wie Dropbox anzugreifen.

CERN greift mit Owncloud auf mehr als 120 PByte Forschungsdaten zu

»Immer mehr Enterprise-Kunden entscheiden sich für Owncloud, da Lösungen für Enterprise Filesync und -share heute auch individuellen Anforderungen gerecht werden müssen«, erklärt McClure. »IT-Teams benötigen On-Premise- und hybride Lösungen, mit denen sie frei entscheiden können, wo ihre Daten gespeichert werden. Sie möchten außerdem die im Unternehmen vorhandenen Technologien weiter nutzen können und zugleich den anspruchsvollen, mobilen Mitarbeitern von heute ein einfacheres und schnelleres Austauschen von Dateien und eine einfache Zusammenarbeit ermöglichen.«

Analog zur gestiegenen Zahl der kommerziellen Nutzer ist auch die Zahl der aktiven Mitglieder in der weltweiten Open-Source-Community von Owncloud um 250 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Software für den Owncloud-Server, die Desktop-Clients und mobilen Apps von Owncloud wurde außerdem allein im vergangenen Jahr mehr als sechs Millionen Mal heruntergeladen. Zur »ownCloud Contributor Conference«, die kürzlich in Berlin stattfand, kamen mehr als 150 Teilnehmer und damit rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Rahmen dieser Konferenz stellte Owncloud auch das neue »Security Bug Bounty Program« vor, mit dem die Sicherheit der On-Premise-Lösung weiter verbessert werden soll. Seit seiner Einführung vor knapp zwei Wochen haben sich bereits über 100 Contributor aus der Owncloud-Community zu dem Programm angemeldet, das helfen soll, Sicherheitsschwachstellen frühzeitig aufzudecken.

ownCloud soll mehr als 25 Milliarden Dateien managen können

Markus Rex, Mitbegründer und CEO des Softwarehauses ownCloud, freut sich natürlich über den Zuspruch: »IT-Teams und Anwender möchten die Zügel selbst in die Hand nehmen und sich beim Austauschen von Dateien nicht von veralteten, restriktiven Konzepten einschränken lassen. Unternehmen aller Größen prüfen derzeit, wie sie ihre Anforderungen an die Datenhoheit umsetzen können, und möchten dabei bereits getätigte Investitionen weiter nutzen. Sie setzen auf Owncloud, da sie mit den Funktionen für Universal File Access ihre Unternehmensdaten sicher verwalten, kontrollieren und unabhängig vom Speicherort abrufen können. Mit unseren Lösungen sind sie insbesondere auch in der Lage, den sich ständig ändernden Compliance-Anforderungen und behördlichen Auflagen gerecht zu werden.«

Schätzungen zufolge kann Owncloud mehr als 25 Milliarden Dateien managen. Universeller Zugriff auf Dateien für jegliche Geräte sei sowohl für strukturierte als auch unstrukturierte Daten-Silos möglich. »Das vergangene Jahr war das erfolgreichste in der Geschichte von Owncloud«, resümiert Rex. »Unser enormes Umsatzwachstum und der deutliche Zuwachs an Kunden und Community-Mitgliedern verdeutlichen unseren Erfolg. Mit steigenden Nutzerzahlen bei unseren Enterprise-Kunden sowie unserer kontinuierlichen Produktinnovation und neuen Initiativen sind wir bestens gerüstet, unseren Wachstumskurs fortzusetzen.«

»Magic Quadrant for Enterprise File Synchronization and Sharing« (EFSS) von Gartner: war da nicht mal was?

2015er »Magic Quadrant for Enterprise File Synchronization and Sharing« (EFSS) ohne Owncloud (Bild/Quelle: Gartner; Juli 2015)2015er »Magic Quadrant for Enterprise File Synchronization and Sharing« (EFSS) ohne Owncloud (Bild/Quelle: Gartner; Juli 2015)Interessant übrigens: Auch wenn sich Owncloud als »die beste und sicherste EFSS-Lösung auf dem Markt« bezeichnet – die Analysten von Gartner sehen das nicht unbedingt so. Im vor knapp drei Monaten neu aufgelegten »Magic Quadrant for Enterprise File Synchronization and Sharing« (EFSS) ist Owncloud nicht mehr vertreten, 2014 war man es noch.

Liegts an der Definition? Gartner definiert zwei Arten von Lösungen: »Destinations« sind Stand-alone-Produkte, und »Extensions« sind Erweiterungen anderer Systeme. Der diesjährige Magic Quadrant fokussiert laut Gartner mehr auf »Destinations«, also reine EFSS-Produkte, und lässt Zusatzkomponenten zu anderen Lösungen außen vor. Im Vergleich mit dem ersten EFSS-Quadranten 2014 entfielen so die Anbieter Alfresco, EMC, Hightail, IBM, Workshare, Novell, und eben Owncloud. Owncloud ist also laut Gartner kein Stand-alone-Produkt? Wie auch immer: Neu hinzukamen dieses Jahr Ctera Networks, Syncplicity, Thru und Varonis.

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