08.12.2014 (eh)
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Big Data: Codetrails analysiert den Code von Java-Entwicklern

  • Inhalt dieses Artikels
  • Big Data kann wichtige Muster im Code entdecken
  • Codetrails-Werkzeuge bald auch in einem App-Store

Codetrails-Tools weisen auf fehlerhaften Code hin (Bild: Codetrails)Codetrails-Tools weisen auf fehlerhaften Code hin (Bild: Codetrails)Es gehört fast zum täglichen Jobb von Software-Entwicklern, sich in bereits bestehenden Code einzulesen. Dabei bleibt für die Entwickler der Software, egal ob sie sich in umfangreiche Altsysteme oder in die Technologien von morgen einarbeiten müssen, die Grundfrage stets gleich: Wie sage ich es anschließend dem Computer? Mittels Big-Data-Technologien will das junge Unternehmen Codetrails Java-Entwicklern aus Darmstadt eine Antwort auf diese Frage bieten.

Neun Millionen Programmierer weltweit sprechen Java. Doch bloße Kenntnisse einer Programmiersprache reichen bei weitem nicht aus, um heutzutage Software auch effizient zu entwickeln. Das wahre Know-how liegt im Code verborgen, und so verbringen Softwareentwickler weit mehr ihrer Zeit damit, Code zu lesen als zu schreiben. Die Werkzeuge von Codetrails sollen dabei helfen, diese Einarbeitungszeit zu reduzieren, und den Softwareentwicklern das Leben leichter machen.

Big Data kann wichtige Muster im Code entdecken

Basierend auf den Forschungsarbeiten des Firmengründers Dr. Marcel Bruch überträgt Codetrails erstmals die Idee von Big Data auf die Softwareentwicklung. Maschinen analysieren vollautomatisch große Mengen an Code und extrahieren daraus für den Menschen das, was er wissen muss: Typische Muster, die zusammenfassen, wie andere Entwickler ein ähnliches Problem bereits gelöst haben. Aber Big Data kann nicht nur Entwickler auf Lösungen hinweisen, sondern auch auf Probleme. Denn Probleme im Code manifestieren sich nämlich häufig ebenfalls in Mustern, welche aber von jenen abweichen, die typisch für korrekten Code sind.

Die Idee, mittels Big Data den Wissenstransfer in der Softwareentwicklung zu verbessern, entstand bereits 2008 an der TU Darmstadt. Nach mehrjähriger Forschung kulminierte die Arbeit in der Auszeichnung durch das EXIST-Forschungstransferprogramm für herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben. Neben der 2013 gegründeten Codetrails ging ein erfolgreiches Open-Source-Projekt aus der Forschung hervor. Dessen mehr als 100.000 Nutzer profitieren bereits heute von dem extrahierten Wissen aus frei verfügbarem Code.

Codetrails-Werkzeuge bald auch in einem App-Store

Mit ersten Kunden aus der Automobil- und Touristikbranche arbeitet Codetrails daran, das in deren Code verborgene Wissen nutzbar zu machen. Aber Big Data ist auch etwas für Einzelentwickler und kleine Teams. So sollen die Codetrails-Werkzeuge bald über einen App-Store angeboten werden. Jeder Entwickler könne dann mit wenigen Mausklicks den eigenen Code einer Analyse unterziehen.

Der High-Tech Gründerfonds zeigte sich begeistert von der Idee und dem Konzept, und investiert in das Spin-Off der TU Darmstadt, um die Fähigkeiten zum automatisiertem Wissenstransfer und Fehlererkennung weiter auszubauen. »Diese Technologie hat das Potenzial, die Effizienz und Qualität in der Softwareentwicklung zu revolutionieren«, fasst Marvin D. Andrä, Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds, die Investmententscheidung zusammen.

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