29.10.2014 (kfr)
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 PtC:  Der Anfang vom Ende?

  • Inhalt dieses Artikels
  • Wo war der Netzwerkfaktor?
  • Hersteller hochgradig unzufrieden
  • Wo war die Gastfreundlichkeit?

Karl FröhlichKarl FröhlichEin Konferenzveranstalter hat es sicher nicht leicht. Man kann es vermutlich nie allen recht machen. Es zu schaffen, dass mehr oder weniger fast alle unzufrieden sind, ist aber doch eher ein Novum. Wobei, in diesem Fall vorhersehbar und quasi unvermeidlich. Es war klar, dass das fehlende Catering negativ aufgenommen würde.

Wobei die Kritik hier vielschichtig ist. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, hat erst mal hat kein Verständnis, wenn es nach zehn Jahren plötzlich nichts mehr zu essen und zu trinken gibt. Die fehlende Verköstigung ist das eine, es aber seinen Partnern, sprich den Ausstellern, nicht zu sagen, ist das andere. Vermutlich war die zu erwartende Diskussion dazu unerwünscht. Ganz pragmatisch hätten sich die Aussteller aber darauf einstellen können und mehrere haben mir versichert, dass sie sich dann am Stand anders aufgestellt und zum Beispiel Getränkeflaschen als Give-aways mitgebracht hätten.

Die Geheimniskrämerei nimmt man dem Veranstalter definitiv übel, sehr übel. Hier muss man auch wissen, dass den Ausstellern die Teilnahme eine Stange Geld kostet und die Preise gerne auch nach oben optimiert werden. Gleichzeitig aber die Leistung zu minimieren – sorry, da kann ich nur den Kopf schütteln.

Auf so einer Veranstaltung wird viel getratscht und unter diesen Vorzeichen natürlich doppelt so viel. Es scheint aber tatsächlich eine Anweisung gewesen zu sein, das fehlende Catering nicht zu kommunizieren. Ein unverzeihliches »No go«. Eine vertrauensbildende Maßnahme sieht anders aus. Zumal CloserStill Media ja einige Mitarbeiter vom früheren Veranstalter Angel Business Communications übernommen hat, und die wussten wie das früher gehandhabt wurde, und es sicherlich auch eine entsprechende Erwartungshaltung der zahlenden Kundschaft gibt.

Wo war der Netzwerkfaktor?

Eine Konferenz soll bzw. muss hochgradig kommunikativ sein. Als Besucher erwarte ich interessante Vorträge mit Nutzwert. Zudem möchte ich mich mit Gleichgesinnten austauschen. Auf Neudeutsch: Networking. Und diesem Netzwerken wurde bisher auch immer viel Platz eingeräumt. Der fairnesshalber muss man sagen, die SNW wurde hier gerne auch als vermeintliches Familientreffen kritisiert. Das Networking während der laufenden Veranstaltung abzuschaffen, beraubt den Event aber um einen zentralen Key-Aspekt.

Hersteller hochgradig unzufrieden

Nach zwei Tagen PtC und vielen, mitunter intensiven, Gesprächen, würde ich sagen, das war dieses Jahr nix. Zumindest aus der Sicht der Aussteller. Wobei ich gespannt bin, wie viel von der uns gegenüber ausgesprochen Kritik am Ende noch übrig bleibt. Der Event steht bei mehr als einem auf dem Prüfstand. Eventuell stellt sich aber heraus, dass doch die richtigen Besucher ihre Visitenkärtchen in die richtigen Töpfchen geworfen haben und die Welt sieht schon wieder etwas freundlicher aus. Das verloren gegangene Vertrauen wieder aufzubauen, dürfte ein schweres Unterfangen sein.

Wo war die Gastfreundlichkeit?

Aus Besuchersicht fällt das Urteil nicht ganz so kritisch aus. Auch ohne Getränke gab es informative Vorträge, die auch als solche bewertet wurden. Nichtsdestotrotz herrscht auch beim Besucher eine Erwartungshaltung und der merkt schon, wenn ihm plötzlich weniger geboten wird. Gastfreundlichkeit sieht anders aus. Zumal der käuflich zu erwerbende Kaffee mit der Bezeichnung »Plörre« wohl noch gut bedient war. Wenn man den Leuten hier wenigstens etwas geboten hätte, aber so hat man nur unzufriedene Gäste produziert. Zumal intensiv damit geworben wurde, dass die Teilnahme an der PtC und der Data Centre World einen Wert von über 400 Euro hat. Dieser Wert war vor Ort nicht ersichtlich.

In Bayern gibt's den Spruch, »wer zahlt schafft an«. Darin liegt sicher einiges an Polemik, aber ganz ab tun kann man das nicht. Die SNW war bisher ein angesagter Treff der Storage-Branche. Die PtC ist in dieser Form kein Muss mehr. Die Veranstalter werden viel Einsicht zeigen und viele Brücken bauen müssen, um an alte Glanzzeiten anschließen zu können.

Und Sie so? Waren Sie in Frankfurt? Dann los, wie ist Ihre Meinung zur PtC 2014?

Ihr
  Karl Fröhlich
speicherguide.de

PS: Wir von der Presse waren übrigens fein raus. Im Pressezentrum gab es Speis und Trank. Vielen Dank dafür!

Kommentare (1)
31.10.2014 - Herr Schröder

PtC 2014 - Die SNW der etwas anderen Art
Ich kann Herrn Fröhlich nur zustimmen. Besonders für die Standbetreuer war der erste Tag eine Herausforderung. Teures Hotelfrühstück durch "kostenfreie" Nahrungsaufnahme auf der Veranstaltung zu ersetzen bewahrheitete sich nicht. Für die Besucher war es etwas einfacher das Hungergefühl in nahe gelegenen Restaurants zu stillen. Dies hatte aber auch den Effekt, dass man die Veranstaltung verlassen mußte und das "Networking" zu kurz kam. Einige werden sich dann sicherlich auch den Weg zurück gespart haben...
Die Vorträge waren sicherlich in ausreichender Anzahl vorhanden, allerdings wurde es den Vortragenden, wie auch den Zuhörern nicht einfach gemacht. Beamer schienen Mangelware zu sein und wer in der 4. Reiche gesessen hat mußte sich auf seine Ohren verlassen, oder ein Opernglas eingepackt haben.
Ob die Marketing Experten zufrieden sind, dass die Logos der Kunden auf den Slides wahrlich nicht mehr zu erkennen waren, sei dahin gestellt. Dank an die Referenten, die es mit Humor genommen haben und sich auf ihre rhetorischen Fähigkeiten verlassen haben.
Positiv war die gefühlt große Anzal der Aussteller. Wie viele davon im nächsten Jahr wieder dort sein werden, wird sich zeigen. Die Zukunft sehe ich nach den zwei Tagen etwas "cloudy".