10.11.2015 (kfr)
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Kontrolle über die Daten nicht abgeben

Karl Fröhlich, speicherguide.deKarl Fröhlich, speicherguide.deDie aktuellen Trends bleiben die »Softwareisierung« des Rechenzentrums, das zunehmend mobile Arbeiten und die Datenanalyse. Die Digitalisierung der Unternehmen, auch IT-Transformation genannt, bringt allerdings eine neue Qualität an Datenwachstum mit sich. Da bin ich ausnahmsweise einmal mit den Marktforschern einer Meinung, die Zusammenführung von IT und Geschäft lässt neue Anwendungsfelder und Angebote entstehen. Die Autoindustrie gibt uns bereits seit Jahren einen kleinen Vorgeschmack. Bei der Autobestellung kann man seine Wunschkonfiguration schon ganz gut online im Web begutachten. Zum Teil unterstützt durch dreh- und schwenkbare 3D-Modelle. In ein paar Jahren wird dies absolut selbstverständlich sein.

Die Spielzeugindustrie wird unseren Kindern und Enkeln Spielwaren in virtuellen Realitäten anbieten. Zu fast jedem erdenklichen Produkt finden sich Bau- und Bedienungsanleitung im Web und auf Youtube. Auch hier wird die Industrie aktiv werden und dieses Feld nicht mehr nur den Bastlern überlassen. Dies alles erhöht den Bedarf an Speicherplatz, bei der Entwicklung, der Umsetzung und beim Konsumieren. Damit einhergehen auch die Datengewinnung der Konsumenten und deren Analyse (Big Data).

Das Datenwachstum zu beherrschen bedeutet gleichzeitig die Kontrolle über die Daten zu behalten. Die Frage, »welche Cloud?«, ist längst beantwortet. Es kann nur eine hybride Cloud sein. Kein Unternehmen wird komplett alle Daten bei sich in der Private-Cloud vorhalten. Irgendetwas schwirrt immer draußen herum, beginnend bei der Webseite. Wer dort Kundendaten gewinnt, seien es Adressen, Profile oder Nutzerverhalten, irgendwie müssen diese Daten von außen in das interne System gebracht werden. Den Begriff heterogene Umgebungen wird man künftig auf die Cloud übertragen können. Auch wenn man es heute noch nicht für möglich hält, wird man im Unternehmen mehrere Anbieter und Dienstleister mit der eigenen IT unter einen Hut bringen müssen. Es wird nicht leicht, die Fragmentierung der Daten über verschiedene Cloud-Typen zu kontrollieren. Hinzukommt, aktuell ist es nicht einfach, seine Daten wieder aus der Cloud herauszubekommen. Eine Datenmigration war bisher schon keine triviale Angelegenheit, die Cloud macht es den ITlern hier nicht leichter.

Lesen Sie in unserem neuen eMagazin mehr über den aktuellen Stand der IT-Transformation, die Vorteile von hyperkonvergenten Systemen, der Trends im Bereich Cloud und Software-definierten Speichern und Data Centern. Hier gehts zum Download des Storage-Magazin 02/2015.

Ihr
Karl Fröhlich
Chefredakteur, speicherguide.de