05.08.2015 (eh)
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Deutsche Unternehmen weiterhin skeptisch gegenüber US-Clouds

Deutsche Unternehmen sind sensibilisiert für IT-Security (Quelle/Grafik: NIFIS e.V.)Deutsche Unternehmen sind sensibilisiert für IT-Security (Quelle/Grafik: NIFIS e.V.)Der vor rund zwei Jahren aufgedeckte PRISM-Abhörskandal rund um den US-Geheimdienst NSA hat die Meinung vieler deutscher Unternehmen stark geprägt, und die deutsche Wirtschaft ist in puncto Wirtschaftsspionage in Habachtstellung gebracht: 90 Prozent der heimischen Firmen nehmen ihre zukünftigen Cloud-Dienstleister mittlerweile sehr genau unter die Lupe, bevor sie ihre Daten in die Wolke verlagern. Dies geht aus der aktuellen Studie »IT-Sicherheit und Datenschutz 2015« der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) hervor.

Demnach können nur die Cloud-Anbieter eine ausreichende Sicherheit der Daten gewährleisten, die restriktiven Datenschutzgesetzen unterliegen. Dies sind insbesondere deutsche und andere europäische Anbieter. Hiervon sind 80 Prozent der Firmen hierzulande überzeugt.

US-Anbieter versagen beim Nachrüsten von Security

Generell wird der zu lasche Umgang mit Daten in der Cloud bemängelt (Quelle/Grafik: NIFIS e.V.)Generell wird der zu lasche Umgang mit Daten in der Cloud bemängelt (Quelle/Grafik: NIFIS e.V.)»Die Bespitzelung deutscher und europäischer Firmen durch US-Behörden, die teilweise sogar durch entsprechende Gesetze legalisiert wurde, hat Spuren hinterlassen«, bestätigt NIFIS-Vorsitzender Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp. »Ebenso wie die freiwillige Weitergabe von Firmendaten durch US-Cloud-Anbieter.«

Dementsprechend urteilen 93 Prozent der befragten Firmen über die US-Dienstleister und allen weiteren, die sich dem Zugriff der britischen und US-Geheimdienste nicht entziehen können, dass diese nicht entschlossen gehandelt hätten und in absehbarer Zeit auch keine zufriedenstellende Datenschutz-Lösung finden werden. Die Mehrheit der deutschen Wirtschaft (79 Prozent) ist davon überzeugt, dass die US-Anbieter Marktanteile verlieren werden, wenn sie nicht plausibel machen können, dass die Daten bei ihnen sicher sind.

Deutsche Wirtschaft sagt Wirtschaftsspionage den Kampf an

Dr. Thomas Lapp, Vorsitzender, NIFIS e.V.Dr. Thomas Lapp, Vorsitzender, NIFIS e.V.Seit dem PRISM-Abhörskandal ist eine Mehrheit der deutschen Wirtschaft der Meinung, dass in der Cloud gespeicherte Daten sehr stark gefährdet sind (86 Prozent Zustimmung). Seitdem sind deutsche Unternehmen daher in erheblichem Maße für die Risiken durch Cloud Computing sensibilisiert worden (83 Prozent).

»Die deutsche Wirtschaft hat der Wirtschaftsspionage den Kampf angesagt«, betont Lapp. »Dementsprechend verstärken 81 Prozent der Unternehmen die Maßnahmen, um sich vor Ausspähung zu schützen.« Laut NIFIS-Studie haben der PRISM- und die Nachfolge-Skandale mittlerweile 88 Prozent der deutschen Firmen in puncto Datenschutz sensibilisiert. Für 79 Prozent der Unternehmen steht dabei freilich auch der Schutz vor Hackerangriffen im Fokus ihrer Bemühungen.

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Kommentare (1)
10.08.2015 - simon.koehl

Nein, echt? Ja doch!

Ohhhhhhh!