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LSI-Engenio: Geiz ist geil, auch beim Good-bye

Ulrike RießUlrike RießDie Auflösung der Engenio-Resttruppe in Europa scheint äußerst schnell über die Bühne zu gehen. Italien ist bereits still gelegt, Frankreich steht kurz davor und auch in Deutschland gehen im Mai die Lichter aus. Als wäre das nicht schon unschön genug, versucht LSI selbst beim letzten Händedruck zu sparen.

Der Abspann für Engenio läuft also bereits und ein Happy End ist definitiv nicht in Sicht. Im Gegenteil. Nachdem sich LSI nun zwangsläufig von den von Netapp verschmähten Mitarbeitern trennen muss, soll dies nun möglichst schnell, unauffällig und vor allem kostengünstig von statten gehen. In Italien war dies wohl kein großes Problem, die Mitarbeiter waren hier nicht allzu lange bei der Firma gewesen und das Team selbst war überschaubar. In Frankreich dagegen brodelt es eher. Hier agierte die Engenio-Sparte eigenständig und kümmerte sich überwiegend um Marketingbelange. LSI hat die Belegschaft hier nicht nur kurzerhand entlassen, sondern ihnen auch eröffnet, dass keine finanziellen Mittel für eine Abfindung oder ähnliches zur Verfügung stünden. Ein wahrer Affront, arbeiteten einige Angestellte bereits zehn und mehr Jahre für das Unternehmen.

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Die deutsche Mannschaft hat ein wenig mehr Glück. Hier kann nicht mal eben so entlassen werden und somit bleibt die Galgenfrist bis zum 7. Mai. Hinter den Kulissen wird wohl schon hart um noch zu verteilende Gelder gefeilscht. Tatsächlich weiß bislang wohl keiner der Engenio-Mitarbeiter, ob, was und wie viel er zum Abschied erhalten wird. Das Geschäftsgebaren auf einem Basar wäre verglichen damit sicher noch fairer, immerhin können hier beide Geschäftsparteien handeln.

Es ist traurig zu sehen, wie bitter und mit welch üblem Nachgeschmack ein echtes Kompetenz-Team hier abgefertigt wird. Der Frust ist groß und hoffentlich werden gerade Geschäftspartner von LSI und Netapp dieses Verhalten so schnell nicht vergessen. Ich bin mir sicher, dass mir die meisten der Engenio-Leute bald wieder begegnen werden, mit anderen Visitenkarten und mit besserer Stimmung. Netapp hingegen wird noch beweisen müssen, wohin die Reise mit der Engenio-Technologie gehen soll und wie diese aussehen wird. Schade nur, dass die Leute, die maßgeblich für eine gute IT-Reise hätten sorgen können, aus dem Zug geschmissen wurden.

Mit geschäftlich korrekten, gespeicherten Grüßen,

Ulrike Rieß.

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