Wenn Unternehmen an Cloud-Storage denken, denken sie in erster Linie an das Backup von Server-Daten, sagt IDC. speicherguide.de sprach mit Richard Zinner, Head of Technical Department Europe bei Storagecraft, ob der BYOD-Trend das Backup-Verhalten beeinflusst, wie weit es mit Backup-to-the-Cloud in der Praxis schon bestellt ist, und auf was Administratoren möglicherweise achten sollten.
Durch den BYOD-Trend (Bring Your Own Device) nimmt der Einsatz von mobilen Endgeräten in Unternehmen rasant zu. Welche Backup-Trends sehen Sie durch die Entwicklung im Mobility-Bereich für 2013?
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Richard Zinner, Head of Technical Department Europe, Storagecraft
Zinner: Mobile, oft private Geräte, wie Smartphones, Tablets oder auch ein privates Notebook sind neue Speicherorte. Bei Notebooks ist das ja auch schon der Fall. Die kleinen Brüder Smartphone und Tablet werden spätestens dann immer wichtiger werden, je größer ihre Speicherkapazität wird. Mobile Speichermedien werden langfristig in das zentrale Backup-Konzept – auch in der Cloud – eingebunden werden müssen. Wir haben hier auch Schritte dazu unternommen: Im Rahmen einer Kooperation mit Intel wollen wir in Zukunft auf der Intel-Hybrid-Cloud-Plattform eine Backup- und Disaster-Recovery-Anwendung anbieten. Auf Dauer wird sich aber kein Administrator auf die persönliche Datensicherungsdisziplin eines Mitarbeiters verlassen können.
Besteht nicht im Mobility-Bereich die Möglichkeit, dass eher Apps die Backup-Funktion einnehmen? Oder werden sich die Backup-Zuständigkeit die Administratoren im Rahmen eines Mobility-Device-Managements nicht aus der Hand nehmen lassen?
Zinner: Apps sind eine Bereicherung und werden auch in professionellem Umfeld eine immer größere Rolle spielen. Entscheidend ist nicht, ob App oder nicht, sondern auch hier die Frage: Wie arbeitet die App mit einer zentralen Backup-Plattform zusammen? Sollte hier eine absolute Verzahnung gewährleistet sein, dann sind die Entwicklung und der Einsatz einer App sicher auch möglich. Vorausgesetzt: technische Hausaufgaben für die Überspielung und Organisation der Daten sind gemacht.
Glauben Sie, dass die Cloud – und damit beispielsweise auch Backup-to-the-Cloud – in den Unternehmen 2013 ankommen wird?
Zinner: Langsam aber stetig ja. Sicherung in der Wolke wird immer wichtiger werden. Doch jeder Administrator muss sich im Klaren sein, was für ihn Cloud bedeutet und was er darunter versteht. Offsite-Replikationen und Cloud-Anwendungen werden immer mehr an Attraktivität gewinnen. Wie stark die Wolke – und welche Wolke – sich ausbreiten wird, lässt sich in diesem Markt im Umbruch für 2013 nicht voraussehen. Aber die Nachfrage wird gegenüber 2012 definitiv weiter steigen.
Auf welche Entwicklungen sollten hierbei kleinere und mittelständische Unternehmen (KMUs) besonders achten?
Zinner: Kleine und mittelständische Unternehmen haben geringere finanzielle, technische und personelle Ressourcen für die IT und für ihr Backup. Daher gilt es, Datensicherung effektiv zu gestalten. Wichtig ist die Nutzung einer optimalen Backup-Software, die sektorbasierte kleine inkrementelle Backups erstellen kann und über eine hohe Komprimierungsrate verfügt. Ganz wichtig ist aber auch die geeignete Übertragungstechnologie, die sicherstellt, dass auch bei schwachen Internet-Anbindungen die Backups in angemessener Geschwindigkeit und zuverlässig repliziert werden können.
Wenn ein Unternehmen auf Online-Backup oder auch auf Archivierung in der Cloud setzt, dann dauert das Überspielen aller Unternehmensdateien zunächst sehr lange. Wie sieht ihre Strategie aus, dass solche großen Datenmengen schneller in das externe Rechenzentrum kommen?
Zinner: Die Dauer für das Überspielen von Vollbackups ist mitunter ein Grund, sich für eine private Cloud zu entscheiden, wie etwa ein Rechenzentrum mit bekanntem Standort. Dort werden Datentransfers für größere Datenmengen auf externen Datenträgern angeboten.
Die Übertragung der Folgedaten, kann sehr flexibel gestaltet werden. So kann zum Beispiel die Bandbreite der Netzwerkverbindung während der Geschäftszeiten ganze einfach angepasst und außerhalb dieser voll ausgenutzt werden. Eine sektorbasierte, inkrementelle Sicherung erlaubt Anwendern auch bei geringen Bandbreiten Systeme fast in Echtzeit in eine Cloud zu sichern. So findet zum Beispiel eine inkrementelle Sicherung und Übertragung alle 15 Minuten statt.
Was für eine Art von Wiederherstellung können Anwender bei Cloud-Backups erwarten?
Zinner: Bei einer Wiederherstellung in der Cloud kommt es vor allem auf zwei Faktoren an. Zum einem muss sowohl eine granulare Wiederherstellung einzelner Daten möglich sein, wenn diese lokal gelöscht wurden, oder eine Wiederherstellung aller Daten im Falle eines lokalen Desasters, zum Beispiel nach einem Brand oder Diebstahls. Hier ist es einfach wichtig, natürlich alle Daten noch immer zur Verfügung zu haben. Zum anderen müssen einzelne oder alle Systeme, welche lokal laufen, aus der Cloud heraus zur Verfügung gestellt werden, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.
Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen müssen diese Lösungen flexibel sein und die Kosten dafür natürlich im Verhältnis stehen.
Zinner: Um etwa kostenintensiven Cloud-Speicherplatz zu sparen, werden die Backups in der Cloud fortlaufend und direkt in ein virtuelles System eingespielt, welches im Falle eines Ausfalls sofort zur Verfügung gestellt werden kann oder auch die Wiederherstellung nur einzelner Dateien erlaubt.
Was tun Sie, bzw. was können Anwender tun, um im Falle eines Falles das Recovery aus Cloud-Backups zu beschleunigen?
Zinner: Das wichtigste dabei ist, die vorher nötigen Maßnahmen zu treffen und die möglichen Ausfallszenarien vorher einmal getestet zu haben. Es muss eventuell die Netzwerkkonfiguration angepasst werden, um auf Stand-by-Systeme in der Cloud zuzugreifen. Danach ist eine Wiederherstellung aus der Cloud eine Sache von Minuten. Im Katastrophenfall wie zum Beispiel einem Brand, könnten Mitarbeiter von zu Hause per VPN oder Remote-Verbindung zu den Cloud-Systemen einfach weiterarbeiten.
Werden Cloud-Konnektoren von den Anwender nachgefragt, bzw. welche Cloud-Konnektoren unterstützen Sie in Ihren Anwendungen?
Zinner: Unsere Anwendung ist flexibel einsetzbar und hat keinen Einfluss auf Cloud-Konnektoren. Es sollte daher mit den Konnektoren keine Probleme geben.
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