Wenn Unternehmen an Cloud-Storage denken, denken sie in erster Linie an das Backup von Server-Daten, sagt IDC. speicherguide.de sprach mit Stéphane Estevez, Sr. Product Marketing Manager EMEA/APAC bei Quantum, ob der BYOD-Trend das Backup-Verhalten beeinflusst, wie weit es mit Backup-to-the-Cloud in der Praxis schon bestellt ist, und auf was Administratoren möglicherweise achten sollten.
Durch den BYOD-Trend (Bring Your Own Device) nimmt der Einsatz von mobilen Endgeräten in Unternehmen rasant zu. Welche Backup-Trends sehen Sie durch die Entwicklung im Mobility-Bereich für 2013?
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Stéphane Estevez, Sr. Product Marketing Manager EMEA/APAC, Quantum
Estevez: BYOD erhöht auf jeden Fall die Anzahl der Datenquellen, die ein Backup erfordern. Der Nutzer hat seine Daten überall: auf seinem Desktop, Laptop, Tablet-PC und Telefon. Einige Anbieter haben bereits Anwendungen im Programm, mit denen man seine Daten auf mobilen Endgeräten sichern und wiederherstellen kann. In Kombination mit Cloud-basierten Backup-Lösungen können diese Anwendungen zu einer langfristigen Datensicherungsstrategie beitragen. Aber am Ende des Tages wird es doch auf die Selbstverpflichtung des eigenen Unternehmens ankommen, Kopien aller Daten, die anfallen, zu sichern.
Besteht nicht im Mobility-Bereich die Möglichkeit, dass eher Apps die Backup-Funktion einnehmen? Oder werden sich die Backup-Zuständigkeit die Administratoren im Rahmen eines Mobility-Device-Managements nicht aus der Hand nehmen lassen?
Estevez: Mehr Marken, mehr Betriebssysteme und mehr Remote-Management machen die Datensicherung von mobilen Geräten zur Herausforderung. Gleichzeitig bleiben aber Backup-Richtlinien und bewährte Praktiken gleich. Möchte man aber beide Herausforderungen gleichermaßen annehmen, ist ein Hybrid-Ansatz erforderlich, der Technologien für die Sicherung von Servern, virtuellen Maschinen, Laptops und mobilen Geräten verbindet. Die Cloud als Backup-as-a-Service in Kombination mit einem traditionellen Ansatz kann dieses Problem lösen. Aber die optimale End-to-End-Lösung gibt es noch nicht. Die Anzahl an Parametern, die man beim Backup beachten muss, ist einfach zu groß.
Glauben Sie, dass die Cloud – und damit beispielsweise auch Backup-to-the-Cloud – in den Unternehmen 2013 ankommen wird?
Estevez: Zu einem gewissen Grad ist das Cloud-Backup in Unternehmen schon angekommen. Eine aktuelle Umfrage des amerikanischen IT-Analystenhauses ESG zeigt, dass 21 Prozent der Befragten bereits einen Cloud-basierten Datensicherungsservice nutzen. Weitere 50 Prozent planen eine Nutzung oder haben Interesse an einem Drittanbieter für Cloud-Backup-Services. Cloud-basiertes Backup kann dazu beitragen, den Einsatz von Tape zu reduzieren und ermöglicht einen echten Business-Continuity-Ansatz. Außerdem zahlt man nur für das, was man auch wirklich benötigt. Man kann bei Bedarf nach oben skalieren und Kapital- in operative Kosten umwandeln.
Auf welche Entwicklungen sollten hierbei kleinere und mittelständische Unternehmen (KMUs) besonders achten?
Estevez: Klein- und mittelständische Unternehmen profitieren in besonderem Maße von Lösungen wie Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) und Backup-as-a-Service (BaaS). Sie müssen ihre Daten möglichst kostengünstig vor Ausfällen schützen. Nur wenige mittelständische Unternehmen können einen zweiten Standort für Disaster-Recovery-Schutz aufbauen oder viel Zeit und Wissen in komplexe DR-Pläne investieren. DRaaS- oder BaaS-Lösungen verhelfen diesen Unternehmen zu einem einfachen Disaster-Recovery-Plan, der ihrem Budget entspricht. Die Quantum »Q-Cloud« beispielsweise nutzt Deduplizierung, um Backups automatisch in die Cloud zu replizieren. Deduplizierung passt gut in KMU-Umgebungen, in denen eingeschränkte Internetbandbreite ein häufiges Problem ist.
Wenn ein Unternehmen auf Online-Backup oder auch auf Archivierung in der Cloud setzt, dann dauert das Überspielen aller Unternehmensdateien zunächst sehr lange. Wie sieht ihre Strategie aus, dass solche großen Datenmengen schneller in das externe Rechenzentrum kommen?
Estevez: Wir empfehlen Unternehmen immer ein lokales Backup für schnellere Restores. Die Cloud kann dann für die zweite Kopie genutzt werden. Eine Lösung, die auf Deduplizierung basiert, ermöglicht Unternehmen schnelle Replikation in die Cloud. Dabei werden nur die neuen, einzigartigen Datenblöcke in die Cloud gesendet, wodurch der Datentransfer sinkt. Restores benötigen zwar immer noch Zeit, aber einige Lösungen wie die Quantum Q-Cloud können die Wiederherstellungszeit optimieren, indem sie beispielsweise während eines Restores Deadspaces überspringen.
Was für eine Art von Wiederherstellung können Anwender bei Cloud-Backups erwarten?
Estevez: Backup-as-a-Service-Lösungen helfen bei der Wiederherstellung von Daten, wenn lokale Backups nicht verfügbar oder beschädigt sind. Bei einem größeren Ausfall braucht man DR-as-a-Service (DRaaS ist eine BaaS-Option), um Daten aus der Cloud wiederherzustellen. Heute adaptiert man diesen Service insbesondere für die Sicherung von virtuellen Maschinen. Und im Falle eines Komplettausfalls beim Kunden vor Ort, kann man die virtuellen Server im Rechenzentrum des Cloud-Providers wiederherstellen. Dadurch können Endkunden aus der Ferne auf die Applikationen des virtuellen Servers zugreifen. Dies ist derzeit mit Quantum Q-Cloud möglich.
Was tun Sie, bzw. was können Anwender tun, um im Falle eines Falles das Recovery aus Cloud-Backups zu beschleunigen?
Estevez: Beim Recovery aus der Cloud muss man wissen, welche Daten unternehmenskritisch und für den laufenden Betrieb unabdingbar sind. Das Datenvolumen wächst; und es wird zu einer immer größeren Herausforderung, diese Daten in der Cloud zu schützen. Wer die Sicherung kritischer Anwendungen im Vorhinein plant und definiert, beschleunigt den Recovery-Prozess und verringert Kosten, da weniger Daten in die Cloud repliziert und weniger DR-Ressourcen eingeplant werden müssen.
Werden Cloud-Konnektoren von den Anwender nachgefragt, bzw. welche Cloud-Konnektoren unterstützen Sie in Ihren Anwendungen?
Estevez: Unsere Anwender brauchen vor allem eine Lösung, die mit ihrer vorhandenen Backup-Software kompatibel ist. Unsere DXi-Backup-Appliance unterstützt alle Data-Movers einschließlich Backup Exec, CommVault, Data Protector, NetBackup, vRanger, Tivoli Storage Manager und Veeam. Sobald die Daten an Ort und Stelle gesichert sind, können sie sicher und effizient in die Q-Cloud repliziert werden.
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