Andreas Mayer, ValueAdd Distribution Manager Central, Commvault Systems
Backup und Restore bilden das Rückgrat jeder unternehmensweiten Datensicherungsstrategie. Vor allem die Wiederherstellung verlorener Informationen kann über das Wohl und den Fortbestand eines Betriebs entscheiden. Die Praxis belegt, dass vor allem der Recovery-Prozess nicht ausreichend trainiert wird.
Wir sprachen mit Andreas Mayer, ValueAdd Distribution Manager Central bei Commvault, über Datensicherungsstrategien.
Wie sieht Ihrer Ansicht nach ein typisches Backup/Recovery-Szenario in einem mittelständischen Betrieb (ca. 100 Mitarbeiter) aus?
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Mayer: Meist sind zwischen 15 und 30 zu sichernde Server vorhanden mit Windows- und/oder Linux-Betriebssystem. Dazu kommen einige Datenbanken wie Exchange oder Lotus Notes, SQL und Oracle. Häufig wird ein Backup-to-Tape eingesetzt, was aber immer öfter ergänzt wird oder sogar ersetzt werden soll durch Backup-to-Disk. Teilweise ist auch Vmware bereits im Einsatz oder soll eingeführt werden, so dass auch die Backup/Recovery-Lösung dies entsprechend unterstützen sollte.
Worauf sollten speziell kleine und mittelständische Unternehmen bei der Datensicherung achten? Welches sind die vorrangigsten Anschaffungskriterien?
Mayer: Die Backup/Recovery-Lösung sollte gut skalierbar sein und mit den Unternehmensanforderungen auf einer Technologieplattform mitwachsen können. Eine Integration von virtualisierten Umgebungen sollte ebenso problemlos möglich sein. Des Weiteren empfiehlt sich auch künftige Anforderungen wie Archivierung, Content Suche sowie auch gesetzliche Richtlinien gleich zu berücksichtigen bzw. die Möglichkeit einer Integration am Besten unter einer Technologie offen zu halten. Dies hat dann auch den Vorteil, dass das Management des Systems vereinfacht ist und somit nicht zu viele Ressourcen beansprucht.
Welches sind Ihrer Ansicht nach die häufigsten Fehler, die bei der Datensicherung gemacht werden?
Mayer: Zum einen wird bei der Anschaffung nicht auf eine größere Skalierbarkeit geachtet und dass möglichst viele Lösungen unter einer Technologie vereinbar sein sollten, so dass die Administration und das Management der Umgebung vereinfacht werden und damit auch Kosten eingespart werden können. Zum anderen muss das Backup/Recovery-Konzept auch sauber und individuell aufgesetzt werden, so dass im Bedarfsfall auch die Service-Level-Agreements eingehalten werden können und das Recovery zuverlässig und in der entsprechenden Zeit realisiert werden kann.
Disk-Backup hat sich schnell etabliert. Deduplikation und virtuelle Tape-Librarys werden dagegen vor allem von Herstellern und Medien diskutiert. Wie sehen Sie hier die Entwicklung?
Mayer: Deduplikation ist sicherlich eine interessante Technologie und ermöglicht es noch mehr Backups auf Disk zu halten bzw. hilft sehr viel Speicherplatz zu sparen und somit auch Energiekosten. Auch VTLs haben ihre Daseinsberechtigung und können in eine Lösung wie Commvault ebenso sehr gut integriert werden.
Welchen Vorteil bietet Continuous-Data-Protection (CDP)? Wie sehen Sie hier die Entwicklung? Was fehlt der Technik zum Durchbruch?
Mayer: CDP hat den Vorteil, dass keine Daten mehr verloren gehen im Vergleich zu konventionellen Backup-Läufen, bei denen bei einem Crash eben die zuletzt online geschriebenen Daten seit dem letzten Backup verloren gehen. Die Technik ist sicherlich weitestgehend schon gut, allerdings konkurriert diese mit Replikations- oder Snap-Technologien auf den Online-Systemen, bei denen sehr schnell auf die entsprechenden Datenstände zurückgegangen werden kann. Dies ist zwar streng genommen kein Backup, aber wird häufig und sehr effektiv eingesetzt.
Was zeichnet Ihrer Ansicht nach eine gute Backup/Recovery-Software aus? Gibt es hier überhaupt noch eine technische Weiterentwicklung kommender Software-Generationen?
Mayer: Eine gute Lösung zeichnet sich durch mehrere Kriterien aus. So gehört eine gute Skalierung auf gleicher Technologiebasis dazu. Auch der modulare Aufbau, der auch neue Technologien schnell integriert und beispielsweise auch Vmware-Umgebungen professionell integrieren kann. Ein weiterer guter Ansatz ist auch die mögliche Integration von weiteren Prozessen und Lösungen, die im weiteren Sinne auch mit Backup/Recovery zusammen hängen bzw. einen Einfluss darauf haben wie Archivierung, Replikation und Content-Suche. Insofern gibt es hier sicherlich weitere Innovationen, die helfen, die Lösungen für den Anwender zu vereinfachen, bei gleichzeitig mehr technologischen Möglichkeiten und Integration von weiteren Lösungen über Backup/Recovery hinaus.
Wo setzt Ihr Unternehmen im Markt für Backup/Recovery-Software den Schwerpunkt? Was unterscheidet Ihren Ansatz vom Mitbewerb? Was können Sie besser als andere?
Mayer: Mit unserer »Simpana« bekommt der Kunde eine umfassende Lösung, die auf einer Common-Technology-Engine basiert, aber modular aufgebaut ist. Das heißt, der Kunde startet zum Beispiel mit dem Einsatz der Backup/Recovery-Lösung und kann dann bei Bedarf eine Archivierung, Replikation, Resource-Management und Content-Suche dazu nehmen. Vorteil dabei ist, dass alles auf einer Technologie basiert, so dass keine komplexe weitere Integration notwendig wird und alles läuft auch unter einem Management. Für das IT-Personal ist daher keine komplexe Einarbeitung erforderlich und es ist eine Gesamtlösung, die optimal technologisch ineinander greift und nicht aus einzelnen, unzusammenhängenden Inseln besteht. Simpana integriert aktuelle Technologien wie Vmware und Sharepoint in das Backup/Recovery und darüber hinaus ist die Common-Technology-Engine unique. Sie bildet auch die Basis für die weiteren Technologien, so dass der Kunde ein Maximum an Integration, Bedienerfreundlichkeit, Synergieeffekten und Zuverlässigkeit bekommt.