25.03.2010 (kfr) Drucken

Marktübersicht SoHo-NAS-Systeme

Mini-NAS-Systeme lösen nicht nur Speicherprobleme von kleinen Firmen und Büros, sondern vermehrt auch zu Hause. Das Angebot reicht von zwei gespiegelten Platten bis zum 16-TByte-Gerät mit RAID 5. Während private Anwender auf Multimedia-Fähigkeiten achten, sind im Business-Einsatz Skalierbarkeit und Backup-Funktionen gefragt.

Marktübersicht SoHo-NAS
Kompakte Mini-NAS-Geräte übernehmen zu Hause, im Büro oder auch in kleinen Arbeitsgruppen die zentrale Datenspeicherung. Über eine Netzwerkverbindung können mehrere Anwender auf die gleichen Daten zugreifen. Vor den Folgen eines Festplattenausfalls schützt ein RAID-Verbund. Je nach Modell und Bestückung werden zum Beispiel zwei Laufwerke gespiegelt (RAID 1) oder das System arbeitet ab drei Drives mit RAID 5.

Das Produktangebot hat in den letzten Jahren ein stattliches Maß erreicht: von einzelnen Netzwerk-Festplatten bis hin zu Disk-Arrays mit bis zu acht SATA-Laufwerken. Single-Drive-Produkte eignen sich für Backup oder beispielsweise als Share-Platte, wenn mehreren Nutzern gleiche Daten zur Verfügung stehen sollen, von denen es aber noch eine zweite Kopie gibt. Ansonsten ist im TByte-Zeitalter RAID auch im Consumer-Bereich ein Muss, anderenfalls lebt der Benutzer mit dem ständigen Risiko eines Datenverlusts.

Speicherkapazität von bis zu 16 TByte

Das Gros der Systeme lässt sich mit zwei oder vier Platten bestücken und ist durchgängig mit mindestens einem Gbit-Ethernet-Anschluss ausgestattet. Ein gespiegeltes TByte-System ist bereits für unter 200 Euro erhältlich, wie Netgear »Stora« (175 Euro) und Iomega »StorCenter ix2-200 1TB« (199 Euro). Mit maximal acht Laufwerken lässt sich der »Drobo Pro« von Data Robotics ausstatten, der Spitzenwert in dieser Klasse. Im Vollausbau lassen sich damit 16 TByte darstellen und das zu einem Preis von lediglich 2.200 Euro. Ein 4-Bay-Array wie die »LinkStation Quad« von Buffalo wird in Varianten mit zwei, vier, sechs und TByte angeboten. Die Preise dafür liegen zwischen 465 und 1.430 Euro.

Kaufkriterien für den Business- und Heimeinsatz

»Kleine und mittelständische Firmen sollten in jedem Fall darauf achten, dass der Netzwerkspeicher die erforderliche Skalierbarkeit, Leistung und Verfügbarkeit sicherstellt sowie eine klare Strategie für ein Disaster-Recovery bereitsteht«, erklärt Andreas Arndt, Sales Director Europe bei Buffalo. »Auf die Unterstützung einer hohen Bandbreite an Verbindungsmöglichkeiten wie NFS, SMB und Active-Directory sollte zusätzlich geachtet werden.«

Zu den Kaufkriterien von Privatanwendern gehören eine einfache Konfiguration, umfangreiche Multimedia-Streaming-Funktionen und DLNA-Zertifizierung. Meist eher wenig beachtet, aber nicht minder wichtig ist eine integrierte Unterstützung für Backup-Routinen oder beigelegte Datensicherungsprogramme. Ein FTP- und Web-Access bietet zudem Zugriff auf die eigenen Daten von unterwegs.

»Gute Mini-RAID/NAS-Geräte zeichnen sich unter anderem durch die verwendeten Festplatten aus«, hebt Arndt hervor. Das heißt, es sollten nur Laufwerke zum Einsatz kommen, die für den 24x7-Betrieb ausgelegt sind.

Consumer-NAS: Viel Leistung für überschaubare Budgets

Dem Einsatzmöglichkeiten der kleinen Consumer-NAS-Geräten sind mittlerweile kaum grenzen gesetzt. »Je nach Aufgabenstellung liegen die Grenzen tatsächlich fast nur noch in der Kapazitätsgrenze«, erklärt Björn Kaun, Senior Key Account Manager bei Iomega. »Diese jedoch wird durch das stetige Plattenwachstum immer weiter nach oben geschoben. Der Produktlebenszyklus der Industrie sorgt darüber hinaus dafür, dass Unternehmen der stetig wachsenden Datenflut mit kostengünstigen Geräten Herr werden können.« Clevere Software-Unterstützung biete hier Highend-Leistung zu Mittelstands-Budgets. Die RAID-Fähigkeit der Systeme ermögliche zudem ein Maß an Sicherheit, das früher nur in absoluten Spitzenprodukten (mit entsprechend hohen Preisen) zu haben war.

»Ein Mini-NAS-System ist kostengünstig, sparsam im Energieverbrauch und bietet um einiges mehr als ein reiner Datenspeicher«, erklärt Edward Lin, Marketing Director bei Synology, die Vorteile dieser Geräteklasse. »Neben der Kerntätigkeit, die Daten zu sichern, lassen sich beispielsweise eine Webseite hosten, Videokameras überwachen, das 'iPhone' einbinden, ein FTP- oder ein externer Server-Zugang einrichten. Diese erleichtert das Arbeiten von unterwegs.«

In kleineren Umgebungen verfügen die Mini-RAIDs durchaus über eine ausreichend schnelle Performance, um im täglichen Einsatz als primär Speicher zu bestehen. udem müssen die Netzwerkspeicher nicht kompliziert sein. Data Robotics propagiert in seinen Drobos die Beyond-RAID-Technologie. Der Benutzer muss über keine detaillierten RAID-Kenntnisse verfügen. Zwei Platten spiegelt das System automatisch im RAID-1-Modus. Ab drei Laufwerken richtet das Gerät ein RAID 5 ein. Mehr als die Drives in einen Schacht zu schieben, wird dem Anwender nicht abverlangt. »Unser 'Drobo S' bietet außerdem Schutz vor einem doppelten Plattenausfall und dank eSATA werden Geschwindigkeiten beim Lesen und Schreiben von Daten zwischen 70 und 90 MByte/s erreicht«, ergänzt Elisabeth Harth, Sales Manager bei Data Robotics. »Die Geräteklasse eignet sich für kleine Unternehmen und kreative Berufe wie Grafiker, Fotografen, Videobearbeiter oder im Bildungssektor Tätige sowie für Home-Offices oder im Einsatz mit Medien zu Hause.«

Service und Support

Business-Anwender sollten ihre Systeme bei einem Fachhändler erwerben, der bei Bedarf auch technische Unterstützung bietet. In punkto Herstellergarantie sind die fünf Jahre von Netgear ungeschlagen. Prostor und Seagate bieten eine dreijährigen Herstellergarantie, alle anderen nur 24 Monate.

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