Karl Fröhlich,
ChR speicherguide.deBeim Gespräch über optische Speicher für den Business-Einsatz bilden sich sofort verhärtete Fronten. Es gibt eigentlich nur Pro und Contra, ein Dazwischen scheint nicht möglich. Die Hersteller und Anbieter von optischen Speichersystemen propagieren sofort die Vorteile, wie lange Lebensdauer, Robustheit und und und. Festplatten seien bestenfalls schneller, aber wer benötige diese Geschwindigkeit schon bei archivierten Daten. Ansonsten seien die Laufwerke alles, nur nicht robust, verbrauchten Unmengen von Strom und seien dadurch ungleich teurer.
Die Disk-Fraktion sieht dies freilich ganz anders. Sie führen die besagte Performance und vor allem deutlich einfachere Migrationsmöglichkeiten ins Feld. Von einer mangelnden Robustheit will man natürlich nichts wissen. Wen interessiert schon der Ausfall einer Festplatte, dafür gibt’s ja RAID. Einige scheuen sich auch nicht, Vergleiche mit CD-Rohlingen anzustellen. Abgeleitet davon müsste Blu-Ray seine Stabilität erst noch beweisen.
Außerdem seien MO und seine Nachfolger schon immer nur ein Nischenmarkt gewesen. Daran würde sich auch nichts mehr ändern. Es fehlt quasi nur noch die Frage: »Wie? Gibt es da überhaupt noch Anbieter?« Am Nischenmarkt wird sich auch künftig nichts ändern, zumindest dies scheint sicher. Von den wenigen Herstellern, die hierzulande noch aktiv vertreten sind, ist Plasmon der sichtbarste. Die großen Storage-Hersteller sind mit ihren Content-Adressed-Storage- (CAS) und Archiv-Lösungen zwar nicht aktiver, aber beim Publikum scheinbar interessanter.
RAID-Archive haben ihren Siegeszug bereits angetreten. Und mit zunehmender Verfügbarkeit von bezahlbaren Mittelstandssystemen setzt sich diese Entwicklung weiter fort. UDO wird verwendet, wenn eine jahrzehntelange Aufbewahrungsdauer gefordert ist. Auch die Kombination zwischen RAID und optischer Jukebox wäre aber ein zukunftsträchtiges Szenario. Dafür müssten sich Anwender und Unternehmen allerdings dazu durchringen, die Vorbehalte gegen das an sich beste Archivmedium abzulegen. Ein zwar bekannteres und scheinbar zum Teil auch preiswerteres Disksystem mit grundsätzlich schlechteren Archiveigenschaften kann doch eigentlich nicht die Lösung sein. Nach dem Backup-Sektor knackt die Festplatte nun auch den Archivierungsmarkt und wird damit zum Allheilsbringer unter den Speichermedien.
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Karl Fröhlich, Chefredakteur, speicherguide.de