29.06.2005 (eh) Drucken

MP3-Player – Markt & Entwicklung

Der MP3-Player-Absatz steigt bis Jahresende um 60 Prozent. Festplattenbasierte Produkte treiben den Markt voran, Stückzahlenführer bleiben aber Flash-Geräte. Marktforscher rechnen bis 2009 mit einer Vervierfachung des Segments. Bis dahin sollen fast die Hälfte mit einer Harddisk bestückt sein.

von Engelbert Hörmannsdorfer

 Zum Vergrößern anklicken!  iSuppli: Harddisk-basierende MP3-Player holen schwer auf
Das Wachstum bei MP3-Playern bleibt phänomenal. Nach 38,8 Millionen Stück im letzten Jahr sollen 2009 weltweit rund 132 Millionen Einheiten über die Ladentische gehen, prognostizieren die Marktforscher von iSuppli in ihrer Studie »Portable MP3 Players: Booming Market Looks for New Twist«. Das ist in diesem Zeitraum knapp eine Vervierfachung.
Der Markt sei 2004 regelrecht explodiert, nachdem Apple ihren »iPod« vorstellten. Alleine letztes Jahr wuchs der Markt um beachtliche 116 Prozent, so iSuppli. Dieses Jahr wird dem Markt noch ein Wachstum von 57 Prozent auf 57,7 Millionen Stück zugesagt.

Die Zahlen des taiwanischen Instituts Market Intelligence Center (MIC) sehen für das laufenden Jahr ein Wachstum von 60 Prozent vor. Demnach werden bis zum Jahresende rund um den Globus 56,3 Millionen Geräte über die Ladentische gehen.

Zuwächse von über 118 Prozent seit 2003

Mit dem prognostizierten Zuwachs von exakt 61,2 Prozent wird sich die Wachstumskurve gegenüber dem Vorjahr jedoch einigermaßen verflachen. 2004 wurden demnach weltweit rund 35 Millionen Geräte verkauft, ein satter Zuwachs von 118,8 Prozent gegenüber 2003. Für die mittlere Zukunft rechnet das MIC mit einer weiteren Verflachung des Wachstumskurses, wobei die Steigerungen aber durchwegs im zweistelligen Bereich bleiben werden. So soll im kommenden Jahr der Absatz um 26 Prozent auf 71 Millionen, im Jahr 2007 um 18 Prozent auf 84 Millionen und im Jahr 2008 um 13 Prozent auf 95 Millionen Einheiten steigen.

Angetrieben wird das Wachstum vor allem von festplatten-basierten (HDD) Playern, die aber bei der Gesamtstückzahl auch bis zum Ende der Prognoseperiode hinter den Flash-Playern zurückbleiben werden. Der Absatz der Flash-Player soll im laufenden Jahr um 55 Prozent auf 38,45 Millionen ansteigen. HDD-Player werden der Prognose zufolge um knapp über 76 Prozent auf 17,8 Millionen Sütck zulegen. Die meisten Geräte, ein rundes Drittel insgesamt, werden in Nordamerika verkauft. 22 Prozent der weltweit abgesetzten MP3-Player gehen an europäische Konsumenten und 10 Prozent an chinesische. In Südkorea und Japan werden jeweils rund 6 Prozent abgesetzt.

Auch in Deutschland boomen MP3-Player

Die Wachstumsraten in Deutschland sind ähnlich. Nach Angaben der Frankfurter Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) wurden 2004 3,16 Millionen Player in Deutschland verkauft, das entspricht einem Wachstums-Sprung um mehr als 260 Prozent. Damit erzielten die MP3-Portis ein Umsatzvolumen von knapp 300 Millionen Euro, fast 180 Prozent mehr als noch zwölf Monate zuvor. Für das laufende Jahr rechnen die Markforscher mit rund 4,5 Millionen verkauften Playern, also einem weiteren Absatzplus von etwa 44 Prozent.

Ähnlich werden sich die Umsätze mit dieser Geräteart entwickeln: Auf 435 Millionen Euro schätzen die Marktbeobachter das Umsatzvolumen im laufenden Jahr, sie rechnen also mit einer Steigerung von rund 45 Prozent. Diese Zahlen zeigen noch eine weitere interessante Tendenz: Die Unterhaltungselektronik-Branche erwartet für MP3-Geräte in diesem Jahr ein insgesamt stabiles Preisniveau, was bei rückläufigen Preisen auf den Trend zu immer höherwertiger Ausstattung der musikalischen Begleiter zurückzuführen ist.

Dies gilt besonders für Geräte mit eingebauter Festplatte: Die aufwändigsten Modelle können derzeit bis zu 60 GByte speichern, das reicht für riesige Musikarchive mit dem Inhalt von über 1.000 CDs. Immer mehr Festplatten-Modelle können neben tönendem Kulturgut auch digitale Fotos speichern und auf ihren farbigen Displays als Diashow anzeigen.

Apples iPod gilt als Marktentwickler

iSuppli geht davon aus, dass vor allem der iPod den Markt für harddisk-basierende MP3-Player geöffnet hat. Nachdem letztes Jahr gerade mal 9,8 Millionen Stück abgesetzt wurden, sollen es bis 2009 circa 56,2 Millionen Stück sein. Das würde bedeuten, dass bis zu diesem Zeitraum fast jedes zweite Gerät mit einer Festplatte ausgestattet ist.

Derzeit konkurrieren die beiden Formfaktoren 1 Zoll und 1,8 Zoll um die OEM-Kunden. Toshiba und Hitachi Globel Storage Technologies seien die ersten gewesen, die die Gunst der Stunde erkannten und entsprechende Laufwerke lieferfähig hatten. Mittlerweile zog Seagate nach, und noch im Laufe des Jahres wird von iSuppli der Markteintritt von Western Digital erwartet.


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