26.02.2009 (kfr) Drucken

Im Interview: Fujitsu Deutschland

Georg Dietsch, Direktor Fujitsu EMEA Storage Group, Fujitsu Deutschland

RAID-Systeme mit SATA-Platten bilden die perfekte Plattform für Sekundärdaten. Viele Firmen setzen die Technik allerdings sehr kritiklos für ihre Primärdaten ein. Dafür besser geeignet ist SAS. Hier kommt bereits die zweite Generation auf den Markt.
Wir sprachen mit Georg Dietsch, Direktor EMEA Storage Group bei Fujitsu, über den Markt und die künftige Entwicklung.

Was ist beim Einsatz von SATA-Festplatten in RAID-Systemen für Primary- und Secondary-Daten zu beachten? Was sind die Vor-/Nachteile von SATA-Laufwerken?

 Georg Dietsch 
Georg Dietsch
Dietsch: Vorteile sind vor allem die günstigen Laufwerkskosten. Nachteile: Mit einem Low-Duty-Cycle (2.400 h/Jahr) sind SATA-Platten nur für Backup geeignet. Die MTBF liegt bei lediglich 750.000 Stunden, im Vergleich zu 1.600.000 im Enterprise-Bereich.

Worin unterscheiden sich herkömmliche SATA-Festplatten für den Desktop-Betrieb von SATA-Laufwerken für den RAID-Einsatz? Wie beurteilen Sie die Akzeptanz der »höherwertigen Drives«?

Dietsch: Herkömmliche SATA-Desktop-Laufwerke haben ein Duty-Cycle von unter 10 Prozent (2.400 h/Jahr). SATA-Server-Platten besitzen einen Duty-Cycle von 50 Prozent (8.760 h/Jahr) mit einer MTBF von 1.200.000 Stunden. Ferner verfügen sie über einen RV-Sensor (Rotational-Vibration) der die Positionierung (Zugriff) optimiert.

Aktuell wurden die ersten 2-TByte-Disks vorgestellt. Mit welcher weiteren technischen Entwicklung dürfen Anwender und Handel in den kommenden zwölf Monaten rechnen? Ab wann darf mit SATA III gerechnet werden?

Dietsch: Der Trend geht zu 2,5 Zoll. Bis 2010 werden wir hier eine Kapazität von einem TByte erreichen.

Künftig sollen vermehrt 2,5-Zoll-Festplatten in Disk-Arrays zum Einsatz kommen. Wie sehen Sie hier den aktuellen Stand? Welche Vor-/Nachteile bringt der kleinere Formfaktor mit sich?

Dietsch: Vorteile: Geringere Leistungsaufnahme und Energieeinsparung (Green-Computing) sowie höhere IOs (Input/Output) pro Volumeneinheit. Durch den geringeren Platzbedarf sind mehr Laufwerke pro Höheneinheit möglich und die Drives sind weniger empfindlich gegenüber Vibrationen.

Inwieweit konnte SAS paralleles SCSI verdrängen? Inwieweit muss sich SAS mit Fibre-Channel messen?

Dietsch: SAS hat Parallel-SCSI bei Neuinstallationen zu 95 Prozent ersetzt. Auf der Laufwerksebene wird das SAS-Interface die Fibre-Channel-Schnittstelle verdrängen.

Welchen Stand hat aktuell die zweite SAS-Generation? Wie beurteilen Sie die Nachfrage, Liefersituation und Marktreife?

Dietsch: Die aktuell vorhandene Nachfrage wird durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von SAS-2-Host-Bus-Adaptern gedämpft. Wir werden unsere Enterprise-Serie »MBD2xxxRC« mit SAS-2 (2,5 Zoll, 300 GByte, 10k U/min) ab April 2009 ausliefern. Im Mai folgt das 147-GByte-Drive (»MBE2xxxRC«) mit 15.000 U/min.

Konnte sich eSATA bisher im Markt etablieren? Welches Potenzial steckt in eSATA?

Dietsch: Bisher sehen wir nur eine geringe Verbreitung. Das Potenzial ist eher gering. Nachteilig ist, dass ein separates Netzteil benötigt wird. eSATA besitzt keine Bus-Power und steht in Konkurrenz zu USB 3.0.
USB 3.0 wird voll abwärtskompatibel sein und die Transferrate zehn Mal schneller sein als USB 2.0 (4 bis 5 Gbit/s). Zusätzlich wird es so genannte »Speed booster« geben, die mit optischer Verkabelung arbeiten und Transferraten bis zu 20 Gbit/s ermöglichen.


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